André Silva schreit seine Freude über die Treffer in Mainz heraus.

Die Horror-Serie in Mainz ist für Eintracht Frankfurt endlich beendet. Dank VAR und dem eiskalten André Silva geht der Blick in der Tabelle nun nach oben. Die Analyse in fünf Punkten.

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Eintracht Frankfurt hat mit 2:0 (1:0) bei Mainz 05 gewonnen. Die Tore erzielte André Silva per Elfmeter (24. und 72. Minute). Es war der erste Bundesliga-Sieg der Frankfurter in Mainz.

1. Hütter bleibt bei seiner Sieger-Elf

Für die meisten Fans und Beobachter stand vor dem Spiel außer Frage, dass Mittelfeld-Motor Sebastian Rode nach abgelaufener Gelbsperre in die Startelf zurückkehren würde. Doch dann die Überraschung: Eintracht-Trainer Adi Hütter blieb bei der Mannschaft, die am vergangenen Wochenende gegen Spitzenteam Bayer Leverkusen gewonnen hatte.

Während Rode also auf der Bank Platz nehmen musste, machten Routinier Makoto Hasebe und Djibril Sow ein starkes Spiel im zentralen Mittelfeld. Und auch Amin Younes blüht immer weiter auf: Seit er von Beginn an auf dem Platz steht, hat die Eintracht zehn Punkte aus vier Spielen geholt. Auch in Mainz war er mit seiner Spielfreude und seiner Ballsicherheit einer der Besten im Frankfurter Trikot.

2. Der VAR behält den Durchblick im Elfmeter-Wirrwarr

Elfmeter! Ja! Nein! Oder doch? Am Samstagnachmittag gab es im Mainzer Stadion mehr als einmal Verwirrung um die Strafstoß-Entscheidungen von Schiedsrichter Bastian Dankert. Während die Eintracht zwei Elfmeter zugesprochen bekam, die der VAR nicht zu beanstanden hatte, wurden den Mainzern zwei Strafstöße nachträglich aberkannt.

"Ich muss sagen, dass ich den Video-Beweis gut finde, auch weil heute alle Entscheidungen richtig waren", bilanzierte Hütter. Sein Gegenüber, der neuer Mainzer Trainer Bo Svensson, sah das etwas anders: "Die Elfmeter-Entscheidungen waren teilweise absurd. Die strittigen Szenen sind nicht in unsere Richtungen entschieden worden." Wobei der VAR tatsächlich stets richtig lag (Sow traf den Ball und nicht etwa den Kopf des theatralisch fallenden Leandro Barreiro und Almamy Tourés Handspiel war deutlich vor der Strafraumgrenze) und Dankert damit vor zwei Fehlentscheidungen bewahrte.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Silva beendet den Mainz-Fluch

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3. Eiskalter Silva schnürt Doppelpack

Der letzte verbliebene echte Stürmer der Eintracht machte einmal mehr den Unterschied: André Silva blieb am Elfmeterpunkt zweimal cool, wobei er den ersten Strafstoß mit seinem Antritt gegen Moussa Niakhaté sogar selbst rausgeholt hatte. Als die Mainzer in der zweiten Halbzeit gefährlicher wurden, sorgte sein zweiter Treffer für die beruhigende Vorentscheidung. "Seine Souveränität bei Elfmetern erinnert mich an Robert Lewandowski, der auch immer eiskalt verwandelt", lobte Hütter.

Für den Portugiesen waren es die Saisontore zehn und elf. Während die Eintracht noch auf der Suche nach einem Ersatz für den abgewanderten Bas Dost ist, sollte sie sich überlegen, ihren mit Abstand besten Torjäger zwischen den Spielen zur Sicherheit in Watte zu packen, so wertvoll ist er aktuell.

4. Der Mainz-Fluch ist besiegt

Was für eine Horror-Serie: Die Eintracht hatte zuletzt 1986 in Mainz gewinnen können, in der Bundesliga gab es vor Samstag noch keinen einzigen Sieg - weder am alten Bruchweg, noch in der neuen Mainzer Arena. Nachdem die Frankfurter und ihre Fans also Jahr für Jahr mit Narrhallamarsch und dreifach donnerndem Helau zurück in Richtung Hessen geschickt wurden, ist dieser Fluch nun endlich besiegt.

"Ich habe vor dem Spiel erfahren, dass Frankfurt noch nie hier gewonnen hat, deswegen waren wir extra motiviert", gab Sow nach der Partie zu. Und Martin Hinteregger hatte im Sky-Interview gar die Warnung einer Eintracht-Legende im Kopf: "Ich habe unter der Woche noch mit Alex Meier gesprochen, der mir erzählt hat, dass sie hier schon 2:0 geführt haben und dann doch noch verloren haben. Beim 2:0 heute musste ich kurz an ihn denken." Im Gegensatz zu den Frankfurter Mannschaften, mit denen Alex Meier in Mainz angetreten war, brachten Sow, Hinteregger und Co. den Vorsprung allerdings souverän über die Zeit.

5. Der Blick geht Richtung Europa

Neun Punkte aus den vergangenen drei Spielen und Tuchfühlung zu den Europapokal-Plätzen: In Frankfurt träumen die Fans natürlich schon wieder von Reisen nach London, Mailand oder Lissabon. Aber nicht nur die Anhänger sind heiß auf die internationalen Plätze: "Unser Blick ist vom ersten Spieltag an nach Europa gerichtet, wir sind Eintracht Frankfurt. Jeder Sieg hilft uns, diesem Ziel ein wenig näher zu kommen", sagte Hinteregger selbstbewusst.

Bevor die Mannschaft in der Liga weiter an diesem Vorhaben arbeiten kann, geht es jedoch erst mal im DFB-Pokal zur Sache: Am Dienstag (20.45 Uhr) steht das Zweitrundenspiel gegen Bayer Leverkusen auf dem Programm. In der Bundesliga heißt der nächste Gegner dann Schalke 04.