Es waren zwölf anstrengende Monate für Eintracht Frankfurt. Zum Saisonende zieht Sportvorstand Fredi Bobic Bilanz - und schwört den Club auf harte Zeiten ein.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Bobic über Gehaltsverzicht: "Es wird eine Pandemieklausel geben"

Fredi Bobic beim Eintracht-Trainingslager in Florida
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Zum Ende der Bundesliga-Saison hat Fredi Bobic am Mittwoch Bilanz gezogen - und nicht nur auf das vergangene Jahr zurückgeblickt, sondern auch einen Blick in die nähere Zukunft der Frankfurter Eintracht gewagt. Die wichtigsten Aussagen des Sportvorstandes.

Fredi Bobic...

...über die abgelaufene Saison: "Das war eine verdammt lange Saison. Zwölf Monate Spielzeit haben wir noch nie gehabt. Die Jungs haben das gerockt. Und wir haben mit Platz neun unser Ziel erfüllt. Für Eintracht Frankfurt ist ein einstelliger Tabellenplatz immer etwas Besonderes."

...über die Corona-Krise als finanzielle Herausforderung: "Mein Ziel war, 300 Millionen Euro Umsatz zu knacken, aber bei 280 Millionen kam ein Gegner mit der Rückennummer 19, der Covid heißt. Das hat uns in ein Loch gerissen. In den letzten drei Monaten haben wir um die 20 Millionen Euro an Einnahmen verloren."

...über drohende finanzielle Einschnitte: "Wir haben ein Rekordjahr hinter uns, aber werden in der Saison 2021 eine Vollbremsung hinlegen müssen. Wenn wir davon ausgehen, dass die Heimspiele in der Hinrunde ohne Zuschauer stattfinden und wir in der Rückrunde volle Auslastung haben, dann können wir von einem Umsatz von 140 Millionen Euro ausgehen. Ich bin froh, dass wir es in den letzten Jahren geschafft haben, Speck anzufressen, also etwas zur Seite zu legen. Aber wir werden noch Maßnahmen besprechen müssen, ob das Gehaltsverzichte oder Investitionsstopps sind, damit der Verein überlebt."

...über das Achtelfinal-Rückspiel in der Europa League: "Es wird schwer, aber vielleicht läuft es auch mal in unsere Richtung. Vielleicht sind wir nach dem vierwöchigen Urlaub, den die Jungs jetzt haben, wieder frisch. Ich hoffe, dass wir die Sensation noch schaffen können."

...über die mögliche Vertragsverlängerung von Trainer Adi Hütter: "Er hat einen sehr guten Job gemacht. Was will man mehr? Er weiß, dass wir gern verlängern wollen. Aber ich gebe ihm in seinem Urlaub jetzt Zeit, und wenn er zurück ist, setzen wir uns zusammen und schauen, dass wir einen Haken dran machen."

Filip Kostic

...über die Zukunft von Filip Kostic: "Filip ist happy hier. Er fühlt sich bei uns sehr wohl, aber es kann immer sein, dass wir dazu bereit sind, ihn freizugeben. Das hängt ja nicht nur an uns, sondern auch am Spieler. Ich kann mir aber vorstellen, dass er nächste Saison hier spielt: Fans happy, Spieler happy, ich happy."

...über einen Gehaltsverzicht des Teams: "Es wird eine Pandemieklausel geben. Das müssen wir machen, auch wenn ich das nie gedacht hätte. Und es wird einen freiwilligen Gehaltsverzicht geben. Das werden wir auch mit den Jungs besprechen, wenn sie wieder da sind."

...über die Schere zwischen den Bundesliga-Clubs: "Die Schere wird weiter auseinander gehen. Die Vereine des Mittelstandes werden es schwieriger haben, weil der Transfersommer bis zum 5. Oktober ein sehr zäher und sehr langer wird."

...über den Transfermarkt in diesem Sommer: "Es werden gerade unfassbar viele Spieler angeboten, auch interessante. Aber wir müssen auf die Bücher schauen, was möglich ist. Denn wir wissen nicht, wie lang die Situation andauert. Wir rechnen zwar mit dem Kalenderjahr, aber das ist Wunschdenken. Wir müssen geduldig sein, das wird zäh und lang werden. Es wird keine einfache Zeit sein. Wir haben schon ein paar Spieler, da würden wir gern zuschlagen. Aber - wenn das Geld nicht da ist, dann können wir nicht einkaufen."

...über eine mögliche Gehaltsobergrenze im Fußball: "In Europa bekommt man nicht einmal eine Briefmarke hin. Auf europäischer Ebene wird man das nicht hinkriegen. Ich glaube nicht daran. Dafür bin ich zu sehr Realist."

...über veränderte Prioritäten während der Corona-Krise: "Ich glaube, dass wir diesen Einschlag alle gespürt haben. Es hat mich nachdenklich gemacht und ich habe mich gefragt, was wir besser machen können. Dinge verschieben sich, zumindest ist das bei mir so gewesen."