Markus Krösche

Eintracht Frankfurt bereitet sich in Windischgarsten auf die neue Saison vor. Sportvorstand Markus Krösche freut sich auf die neue Variabilität des Teams – und hat ein Bauchgefühl bei Filip Kostic.

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Eintracht testet beim Linzer ASK

Die Eintracht-Spieler im Kreis vor dem Test beim LASK
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Frankfurt – Trainingslager in Windischgarsten – zurück nach Frankfurt zu einem Termin des Vorstands – zu einem EM-Spiel nach London – zurück nach Windischgarsten: Das Bonusmeilen-Konto von Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche dürfte sich in den nächsten Tagen füllen. Aber so ist das eben, wenn man der Chef eines amtierenden Europa-League-Sieger ist. Es wird nicht langweilig.

Immerhin: Kräftezehrende Verhandlungen über mögliche Neuzugänge stehen nicht auf dem Programm, Krösche hat seine Hausaufgaben frühzeitig erledigt, der Kader steht. "Wir haben schon sehr viel gemacht, das war mit Blick auf den engen Terminkalender auch das Ziel", so Krösche in einer Medienrunde am Rande des Trainingslagers. "Es ist im Großen und Ganzen so, wie wir es haben wollten. Auf der Zugangsseite gibt es eher weniger News."

"Wir wollen eine hohe Variabilität"

Mit acht neuen Spielern ist Eintracht Frankfurt im Trainingslager in Windischgarsten aufgeschlagen. Eine Menge neuer Gesichter, die für Krösche aber einen wichtigen Zweck erfüllen sollen: "Wir wollen eine hohe Variabilität, das ist die Zielsetzung", so Krösche, der von vielen Gegner einen andere, defensivere Herangehensweise erwartet. "Unsere Wahrnehmung hat sich geändert. Entscheidend ist, dass wir unberechenbar sind. Der Gegner darf nicht wissen, was auf ihn zukommt."

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Die Eintracht vor dem Start ins Trainingslager

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Mit tiefstehenden Gegnern hatte die Eintracht schon in der vergangenen Saison so ihre Probleme, auf engem Raum fehlten oft die Lösungen. Durch die Transfers vor allem von Mario Götze, Randal Kolo Muani und Lucas Alario sehen sich die Hessen nun besser aufgestellt. "Wir haben die Möglichkeit, mit zwei Spitzen zu spielen und mehr Situationen in der Box zu kreieren. Da haben wir mit Lucas Alario jemanden bekommen, der seine Stärken im Abschluss hat", so Krösche.

"Das sind viele Fähigkeiten"

"Mit Randal Kolo Muani haben wir jemanden, der variabel ist, von der Neun ausweichen kann, Speed hat und Eins-zu-Eins-Situationen lösen kann." Und dann wäre da ja noch Weltmeister Götze. "Mit Mario haben wir jemanden dazubekommen, der den letzten und vorletzten Ball spielen kann und der durch seine Präsenz den anderen Luft verschafft. Das sind viele Fähigkeiten, gegen einen tiefen Block Lösungen zu finden."

Götze und Kolo Muani deuteten schon an, gute Verstärkungen sein zu können, Götze hatte im Test gegen den LASK direkt ein paar gute Ideen, vor allem feine Steckpässe in die Tiefe. Neben dem System mit zwei Spitzen scheint zukünftig auch wieder eines mit einer Doppel-Zehn möglich, das die Eintracht in der Vergangenheit mit Daichi Kamada und Amin Younes erfolgreich praktizierte. "Mario ist sehr flexibel einsetzbar, es geht auch mit beiden. Ich glaube, dass beide sehr gut zusammenpassen."

"Habe nicht das Gefühl, dass er auf gepackten Koffern sitzt"

Mehr Variabilität, mehr Qualität – die Eintracht scheint gerüstet für eine erfolgreiche Saison. Zumal ein Verbleib von Filip Kostic, der vor einigen Wochen schon mit einem Bein in Turin schien, plötzlich wieder denkbar scheint. "Stand jetzt ist er unser Spieler und ich gehe davon aus, dass er das auch noch länger sein wird", sagte Glasner im Interview bei Sky vor dem Testspiel beim LASK. "Aus sportlicher Sicht ist ganz klar: Ich möchte, dass Filip bleibt."

"Stand jetzt", ist in Frankfurt natürlich so eine Sache, aber auch Krösche hat nicht das Gefühl, dass Kostic jeden Moment aus dem Trainingslager abreisen könnte. "Ich kann da keine verlässliche Aussage treffen. Ein Bauchgefühl ist schwierig", so Krösche. "Aber Filip ist hier, er fühlt sich wohl, er weiß, was er an uns hat, spielt Champions League, woran er einen großen Anteil hat. Im Endeffekt ist es ein Stück weit seine Entscheidung, was passiert. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass er auf gepackten Koffern sitzt."

Akman vor Leihe

Auf Abgangsseite wird sich unabhängig von Kostic aber dennoch etwas tun. Ali Akman ist vom Trainingslager freigestellt, um mit einem nicht näher genannten Klub über eine Leihe zu verhandeln. Und auch andere Spieler, die in der letzten Saison wenig Einsatzzeiten hatten, schauen sich um, bei Goncalo Paciencia etwa sprach Krösche von "zwei Themen", mit denen sich der Portugiese beschäftige.

Gut möglich also, dass auf Krösches Bonusmeilen-Konto noch ein paar Meilen mehr kommen, sollte der ein oder andere Abgang in den kommenden Tagen noch verhandelt werden.