Jubel bei SGE-Spielern

Es geht schon wieder los: Die Profis der Frankfurter Eintracht sind in den Trainingsbetrieb zurückgekehrt. Zum Auftakt standen Balkanplatte und Kasnudeln im Fokus. Denn kleine Sünden bestraft die Europa League diesmal sofort.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht startet in die Sommer-Vorbereitung

Adi Hütter im Training von Eintracht Frankfurt
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Exakt einen Monat nach dem letzten Bundesliga-Spieltag hat sich das kickende Personal von Eintracht Frankfurt am Montag in trauter Runde wiedervereinigt und den Sommerurlaub offiziell für beendet erklärt. Der Ball war zum Trainingsauftakt noch nicht im Spiel. Laufbänder und allerlei medizinisches Gerät standen im Fokus der Leistungs- und Laktattests.

Das Wort 'obligatorisch' fällt da gerne im Zusammenhang mit den ärztlichen Kontrolluntersuchungen. Hat Filip Kostic etwa im Heimaturlaub die Balkanplatte für zwei bestellt, Martin Hinteregger bei den Kärntner Kasnudeln fünfe gerade sein lassen oder Kevin Trapp an der Salatgarnitur seiner Verlobten genascht? Die Ergebnisse der Blutwerte werden Aufschluss über die kleinen und großen Sünden während der Urlaubszeit geben. In aller Regel verhält sich das Frankfurter Personal in der Post-Caio-Ära aber stets tadellos.

Vorbereitung auf die neue, alte Saison

Als obligatorisch kann man beim lockeren Aufgalopp – übrigens ebenso ein Begriff, der neben Pferden hauptsächlich Fußballern vorbehalten ist – auch die getätigten Aussagen werten. "Die Akkus sind nun wieder aufgeladen und wir freuen uns, dass es wieder losgeht", hatte Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic schon im Vorfeld frohlockt. Ob sich tatsächlich alle von der Sonnenliege aufs Ergometer sehnten, kann man gerne selbst beurteilen. Aber so ist das Leben.

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Negative Corona-Tests

Die Eintracht hat am Montag bei der ersten Corona-Testreihe in der Vorbereitung auf die Europa League keine positiven Fälle verzeichnet. "Alle sind gesund", twitterte der Club. Mit an Bord waren beim Auftakt unter anderem auch die zuletzt ausgeliehenen Aymen Barkok, Jetro Willems oder Dejan Joveljic. Am Mittwoch folgen der zweite Corona-Test und der Start des Mannschaftstrainings.

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Alles andere als Usus ist derweil der diesjährige Terminkalender in der Vorbereitung. Denn bevor in knapp sieben Wochen mit der 1. DFB-Pokalrunde das erste Pflichtspiel der Saison 2020/2021 ansteht, wartet schon kommende Woche der Abschluss der eigentlich gerade abgelaufenen Spielzeit.

Corona macht‘s möglich: Nächsten Donnerstag bestreiten die Hessen ihr Achtelfinal-Rückspiel in der Europa League beim FC Basel. Drei weitere Partien könnten bis zum 21. August hinzukommen. Dann nämlich steigt in Köln nach zehntägiger K.o.-Phase das Endspiel. Geträumt werden darf mitten im vermeintlichen Sommerloch also vom ruhmreichen UEFA-Pokal, der erstmaligen Champions-League-Teilnahme, von Ruhm, Ehre und ganz viel Geld. Realistisch ist das freilich nicht.

147 Tage zwischen Hin- und Rückspiel

Wesentlich wahrscheinlich ist da ein schmuckloses Ausscheiden gegen Basel. Kein Sommermärchen, aber auch keine zerstückelte Vorbereitungszeit wie schon im Vorjahr in der Europa-League-Qualifikation. Es würde der Eintracht gar nicht schlecht zu Gesicht stehen, mal in Topform in die neue Spielzeit zu starten. Doch Abschenken, das ist klar, werden sie das Rückspiel gegen die Schweizer trotz des verbaselten 0:3 im Hinspiel in Frankfurt sicher nicht.

Sage und schreibe 147 Tage statt der ursprünglich veranschlagten sieben liegen nun zwischen den beiden Duellen gegen die Eidgenossen. Und genau das nährt die Hoffnung auf ein Wunder. Denn soviel ist klar: Eintracht Frankfurt in der Form vom vergangenen März hätte die Partie eine Woche nach dem desaströsen Hinspiel-Auftritt nie und nimmer gedreht. Die Corona-Pause und der folgende starke Bundesliga-Schlussspurt machen Mut. Nimmt man die letzten sechs Ligaspiele, holte nur der FC Bayern mehr Punkte als das Team von Trainer Adi Hütter.

Doch was ist das wert? Konnten die Hessen ihr Leistungshoch über den Sommerurlaub retten? Ein Laktattest gibt darüber sicher noch keine Auskunft. Daher vereinbarten sie für kommenden Samstag ein Testspiel gegen die AS Monaco. Die Equipe aus dem Fürstentum gibt sich auf der Rückreise von der Sommerfrische in Polen die Ehre. Neu-Monegasse Niko Kovac, seit Kurzem Trainer in Monaco, sagte gerne zu. Man kennt sich. Für die Eintracht ist das sicher eine willkommene und kluge Standortbestimmung.

Lugano als Vorbild

Ganz anders sieht die Lage indes bei Gegner Basel aus. Die Schweizer sind seit Wochen unter Dauerbelastung. Wegen des späteren Liga-Neustarts geht es Schlag auf Schlag, allein im Juli wurden neun Spieltage terminiert. Vorteil Eintracht? Zumindest in den verbleibenden beiden Partien vor den Europa-League-Rückspiel können es die Baseler ruhiger angehen: Seit dem verganenen Wochenende hat sich der Tabellendritte auch rechnerisch aus dem Meisterrennen verabschiedet.

Die Mannschaft von Coach Marcel Koller zeigte sich insgesamt zu inkonstant, dazu brodelt es derzeit hinter den Kulissen um die Eigentümerverhältnisse am Traditionsclub. Es gibt schlechtere Konstellationen, um ein Fußball-Wunder zu schaffen. Anschauungsunterricht, wie es gehen könnte, gab gerade erst am Sonntag der kleine FC Lugano, der Basel im eigenen Stadion ein 4:4 abtrotzte. Vier Tore im St.-Jakob-Park sind also nicht unmöglich. "Die Chance ist da", sagte auch Eintracht-Vorstand Bobic. Hört sich so an, als wäre ein Ausscheiden gar nicht mehr so zwingend obligatorisch.