Eintracht-Zweikampf zwischen Gacinovic und Oczipka

Die Zuschauer der Hinrunden-Spiele von Eintracht Frankfurt beschlich ein Gefühl: Auf dem Platz wird nicht mehr so erfolgreich gekämpft wie noch in der vergangenen Saison. Doch stimmt das? Das haben wir in unserem Statistik-Check ermittelt.

Unangenehm und zweikampfstark - das waren in den vergangenen Jahren traditionell Stärken von Eintracht Frankfurt. Doch in diesem Jahr haben die Hessen diese Tugenden verloren, wie der zweite Teil unseres Statistik-Checks zeigt.

Wie schon im ersten Teil unserer Analyse stammen die Daten von bundesliga.de (Stand 23.12.2019) und wurden auf ein virtuelles Spiel – also 90 Minuten – umgerechnet. Besonders auffällig dabei: Die Zweikampfquote hat sich teilweise massiv verschlechtert. Der "Frankfurter Fightclub" ist Geschichte. Der aktuelle Zweikampfkönig ist zudem ein Spieler, von dem man es nicht erwartet hätte.

Mehr Zweikämpfe - und das ist nicht gut

Beginnen wir mit der Anzahl der Zweikämpfe. Hier zeigt sich: Im Vergleich zur Bundesliga-Hinrunde 2018/19 wurden die Eintracht-Innenverteidiger in dieser Saison pro 90 Minuten in wesentlich mehr Zweikämpfe verwickelt. Makoto Hasebe musste 20 Prozent häufiger ins direkte Duell, bei David Abraham waren es sogar 30 Prozent. Mit über 20 Zweikämpfen pro Spiel weist Neuzugang Almamy Touré zudem einen äußerst hohen Wert für einen Innenverteidiger aus.

Ähnlich die Lage im defensiven Mittelfeld. Bei Gelson Fernandes ist die Zahl der Zweikämpfe pro Spiel um über 20 Prozent gestiegen. Der Druck auf die Eintracht-Defensive als Ganzes ist wesentlich größer als in der vergangenen Saison. Woran es liegt? Ob die Frankfurter den Gegner erst später attackieren oder die Eintracht-Stürmer einfach den Ball schneller verlieren? Schwer zu sagen. Jedenfalls wirkt es sich nicht gerade positiv auf die Zweikampfquoten aus.

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Zweikampfwerte gehen steil nach unten

Schaut man sich die Top-30 der Bundesliga-Spieler mit den meisten gewonnen Hinrunden-Zweikämpfen an, dann ist Filip Kostic allein zu Haus bei der Eintracht. Der linke Flügelflitzer steht mit 202 gewonnen Zweikämpfen auf Platz 7 aller Bundesliga-Spieler. Mit Gonçalo Paciência (Platz 40), Martin Hinteregger (42) und Djibril Sow (81) folgen dann nur noch drei Eintracht-Profis unter den Top-100.

Deutlich wird zudem: In der Hinrunde gewann die Eintracht wesentlich weniger Zweikämpfe. So ging die Quote bei Abraham von gut 67 auf jetzt 57 Prozent zurück. Will heißen: Abraham gewann zehn Prozent weniger Zweikämpfe. Auch die Werte von Hasebe (minus 6,6 Prozent), Danny da Costa (minus 2,1) oder selbst Kostic (minus 2,2) waren rückläufig. Die schwächsten Zweikampfwerte haben Dominik Kohr, André Silva und Paciência. Insgesamt sind die Zweikampf-Werte der akutellen Stürmer schlechter als die der vergangenen Spielzeit. Ein echter Frankfurter Lichtblick im Zweikampfwerte-Karussell ist nur Stürmer Bas Dost. Der Holländer gewann 58,2 Prozent seiner Zweikämpfe, allerdings waren viele davon Luftduelle nach Abschlägen.

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Ein Schweizer Foulkönig

Wenn man Eintracht-Fans fragen würde: Wer begeht bei der Eintracht die meisten Fouls, würden wohl viele auf Fernandes oder Abraham tippen. Bei dem einen liegen die Fans damit goldrichtig, bei dem anderen ganz und gar nicht. Unbestrittener Frankfurter Foul-König ist in der Tat Fernandes. Lag der Schweizer in der vergangenen Hinrunde noch hinter Ante Rebic, führt er die Statistik diesmal mit durchschnittlich 3,2 Fouls pro 90 Minuten klar an. Vor Kohr und Paciência.

Kapitän Abraham, der nach seinem Rüpel-Rempler gegen Freiburg-Coach Christian Streich republikweit zum bösen Fußball-Buben abgestempelt worden war, ist - statistisch gesehen - recht harmlos. Nicht mal ein Foul pro Spiel wirft die Statistik aus und widerlegt damit das schlechte Image des Argentiniers. So zahm wie Hasebe geht Abraham allerdings dann doch nicht zu Werke. Mit durchnittlich 0,15 Fouls pro 90 Minuten ist der Japaner einer der Musterknaben der Bundesliga.

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Touré ist nicht zu foulen

Daichi Kamada hat Mijat Gacinovic als Punchingball des Gegners abgelöst. Kein Frankfurter muss Tritte so sehr fürchten wie der Japaner. Gut zweimal wird Kamada pro Spiel gefoult. Eines beweist diese Statistik auch: Die kleinen, flinken Fußballprofis haben es nicht leicht auf dem Platz.

Bemerkenswert sind noch zwei Dinge. Zum einen traut sich keiner an Fernandes ran. Der Foul-König der Eintracht wird selbst praktisch nie in die Mangel genommen. Ein Phänomen ist zudem Almamy Touré. Der Frankfurter Innenverteidiger scheint für den Gegner unsichtbar zu sein. Touré wurde laut bundesliga.de kein einziges Mal gefoult. Auch das muss man erst mal schaffen.

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