Aus dem Gewühl trifft Andre Silva zum zwischenzeitlichen 1:2 aus Frankfurter Sicht.

Nach einer Spielhälfte zum Vergessen erkämpft sich Eintracht Frankfurt ein Unentschieden beim Tabellennachbarn VfB Stuttgart. Vor allem, weil Trainer Adi Hütter zur Pause eine mutlose Formation korrigiert.

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zum Video Die Pressekonferenz nach dem Eintracht-Spiel gegen Stuttgart

Adi Hütter nach dem Spiel gegen Stuttgart
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Eintracht Frankfurt und der VfB Stuttgart bleiben auch nach sieben Spieltagen punktgleich. Beide Mannschaften teilten sich am Samstag beim 2:2 die Punkte. Die hessischen Gäste konnten damit besser leben: Zur Pause hatte Stuttgart nach Treffern von Nicolas Gonzalez (17. Minute/ Foulelfmeter) und Gonzalo Castro (37.) hochverdient mit 2:0 geführt.

Offensive Einwechslungen brachten bei der Eintracht die Wende: André Silva (61.) und David Abraham (75.) egalisierten die Stuttgarter Führung, assistiert wurden beide vom eingewechselten Aymen Barkok. Frankfurt ist nach vier Bundesliga-Spielen ohne Sieg Tabellenzehnter.

Erste Hälfte gehört klar Stuttgart

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Castro schiebt zum 2:0 für Stuttgart ein, Abraham (li.) und Hasebe können nur zuschauen.
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Die Eintracht begann im Vergleich zum Remis gegen Bremen mit einer Änderung: Mit Dominik Kohr startete ein defensiv denkender Spieler für den verletzten Sebastian Rode. Damit wollte Hütter wohl die Stabilität seiner Mannschaft zulasten offensiver Spielfreude stärken, doch der Plan ging schief. Waren die Hessen einmal aufgerückt, wirkte die Rückwärtsbewegung viel zu behäbig. Die älteste Mannschaft der Bundesliga sah gegen die agilen, spielfreudigen Stuttgarter auch alt aus.

Folgerichtig führte der VfB zur Pause mit zwei Toren. Dem 1:0 ging ein plumpes Foulspiel von Almamy Touré voraus, beim zweiten Treffer fungierte Gonzalez als Vorlagengeber: Nach seinem Pass durch die Schnittstelle war Castro auf und davon und ließ Trapp keine Chance. Hätten die Stuttgarter ihre Überzahl-Situationen konsequenter ausgespielt: Die Partie wäre wohl schon vor der Pause entschieden gewesen.

Besonders ärgerlich aus Frankfurter Sicht: Trotz schwachen Auftritts hätten die Gäste gut und gerne zwei Tore erzielen können: Zunächst wurde ein Abschluss von Dominik Kohr in aussichtsreicher Position noch geblockt (33.), ehe Bas Dost unmittelbar vor der Pause eher zufällig am Fünfmeter-Raum an den Ball kam. Der Niederländer wirkte jedoch zu überrascht, um ihn gefährlich aufs Tor zu bringen (45.).

Barkok glänzt doppelt als Vorbereiter

Hütter reagierte zur Pause und brachte die spielstarken Aymen Barkok und Amin Younes für Steven Zuber und Touré, um mehr Druck über die Flügel zu erzeugen. Die erste Gelegenheit im zweiten Abschnitt hatte aber wieder der VfB in Person des starken Gonzalez (51.). Im Gegenzug kam André Silva gegen die unsortierte Stuttgarter Abwehr an den Ball und bediente klug Kohr, dessen Schuss auf der Linie geklärt wurde (52.). Pech für Frankfurt, das sich bei einem Kopfball von Mateo Klimowicz, der auf der Gegenseite an die Latte klatschte, wieder ausglich (56.).

Nun zeigten die Frankfurter Wechsel Wirkung: Zunächst krönte Barkok eine starke Einzelleistung mit seiner Vorlage auf Silva, der mit seinem fünften Saisontor zum 1:2 vollendete (61.). Danach flankte Younes punktgenau auf Kohr, dessen Kopfball nur knapp übers Tor flog (63.). Wiederum Silva verpasste per Flachschuss nur knapp den Ausgleich (65.) - die Eintracht hatte nun ihre stärkste Phase und zeigte, dass auch der VfB Stuttgart durchaus ins Schwimmen geraten kann, wenn man ihn denn beschäftigt.

Kostic gibt sein Comeback

Tatsächlich war die Spielfreude des Aufsteigers nun wie weggeblasen. Statt Zielstrebigkeit und sicherem Passspiel standen auf Stuttgarter Seite nun Nervosität und lange Bälle. Das nutzten die Frankfurter Gäste aus: Nach einem Eckball von Barkok köpfte Abraham zum 2:2 ein (75.). Dabei sollte es bleiben, auch weil Frankfurts Schlussmann Kevin Trapp stark gegen Tanguy Coulibaly parierte (79.).

Eine positive Nachricht gab es bei den Hessen noch zu vermelden: Filip Kostic feierte nach sechswöchiger Zwangspause in der Schlussphase sein Comeback und ließ mit einem strammen Freistoß auch gleich aufhorchen (89.).

Weitere Informationen

VfB Stuttgart – Eintracht Frankfurt 2:2 (2:0)

Stuttgart: Kobel - Stenzel, Karazor (72. Anton), Kempf - Wamangituka (72. Coulibaly), Endo, Mangala, Sosa - Castro (90. Didavi) - Klimowicz (85. Kalajdzic), Gonzalez

Frankfurt: Trapp - Abraham, Hasebe, Hinteregger - Kohr, Ilsanker (80. Sow) - Toure (46. Younes), Kamada (87. Kostic), Zuber (46. Barkok) - Silva, Dost

Tore: 1:0 Gonzalez (17./FE), 2:0 Castro (37.), 2:1 Silva (61.), 2:2 Abraham (75.)

Gelbe Karten:  Castro, Gonzalez / Abraham, Hasebe, Barkok, Dost

Schiedsrichter: Stegemann (Niederkassel)

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Sendung: hr1, heimspiel!, 7.11.2020, 15 Uhr