Chandler und Paciencia beim Training der Eintracht

In Timothy Chandler hat Eintracht-Stürmer Goncalo Paciencia in Frankfurt eine Art Seelenverwandten getroffen. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum der Portugiese jüngst seinen Vertrag verlängert hat – obwohl er zuletzt nicht mehr in der Startelf stand.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Paciencia: "Jeden Tag albern sein"

Goncalo Paciencia jubelt
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Freud und Leid liegen oft nah beieinander. Seinen Einstand bei Eintracht Frankfurt hatte sich Goncalo Paciencia sicherlich anders vorgestellt, als er im Sommer 2018 vom FC Porto nach Hessen wechselte. Kaum in Frankfurt angekommen, riss sich der Portugiese den Meniskus und verpasste die komplette Hinrunde. Sein Glück war, dass just zur selben Zeit Timothy Chandler mit Knieproblemen zu kämpfen hatte. "Also haben wir zusammen Reha gemacht", sagt der Stürmer am Dienstag nach dem Training. Was damals entstand, ist heute die unter Umständen schönste Bromance der Bundesliga.

Eine Foto-Love-Story

Als Chandler gegen die TSG Hoffenheim zum Rückrundenauftakt das 2:1-Siegtor köpfte, rannte er schnurstracks zu seinem portugiesischen Amigo. Eine Bildergalerie, die die anschließende, innige Umarmung der beiden zeigt, überschrieb Paciencia bei Instagram mit den Worten: "We all need a Chandy in life." Übersetzt also: Wir alle brauchen einen Chandy im Leben. Der Portugiese hat einen.

Generell habe es die Eintracht ihm sehr leicht gemacht, als er 2018 nach Frankfurt kam, so Paciencia. An Chandlers Hilfe erinnert er sich aber besonders: "Seit dem ersten Tag hat Timmy mir geholfen, ein Auto zu finden, ein Haus zu finden, einfach alles." In der Reha wuchs die Freundschaft exponentiell an.

Timmy Chandler rennt nach seinem Tor auf Goncalo Paciencia zu, der ihn mit offenen Armen erwartet.

Positiv bleiben, Vertrag verlängern

Wer zu lange mit seiner Verletzung hadert, arbeite nicht gut genug, um möglichst schnell wieder auf dem Platz zu stehen, erklärt der Angreifer. Also wählten er und Chandler eine erfolgversprechendere Strategie. "Unser Ansatz war, einfach jeden Tag albern zu sein und Quatsch zu machen." Wer den beiden auf Instagram folgt, weiß: Der Umgang miteinander hat sich mit Ende der Reha nicht geändert.

Es kam deshalb nicht völlig überraschend, dass Paciencia jüngst seinen Vertrag vorzeitig bis 2023 verlängert hat. "Das war eine leichte Entscheidung. Die Eintracht hat mir immer genügend Zeit und Raum gegeben, um meine Qualitäten zu entwickeln", bedankt sich der 25-Jährige, der sich auch davon nicht abschrecken ließ, dass er seit dem Jahreswechsel noch in keinem Pflichtspiel in der Startelf stand.

Ruhe bewarten und Chandler anfeuern

Mit der Systemumstellung nach der Winterpause hat Trainer Adi Hütter bislang eine Variante mit einem Stürmer bevorzugt. Gegen Hoffenheim und gegen RB Leipzig fiel diese Rolle Bas Dost zu. Gegen die kommenden Gegner (Düsseldorf und Augsburg) erwarten nicht wenige Experten die Eintracht in der Offensive in einem klassischen 4-4-2-System.

"Ich bin immer bereit", kündigt der Angreifer systemunanabhängig an, "ob für zehn oder zwei Minuten, ist egal." Der Eintracht stünden noch genügend Pflichtspiele in dieser Saison ins Haus. "Da werde ich bestimmt auch ein- oder zweimal in der Startelf stehen", sagt Paciencia und grinst sein spitzbübisches Grinsen. Immer wenn nicht, hat er wenigstens genügend Zeit, seinen Freund Timmy zu bewundern und anzufeuern.

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