Eintracht-Profi Makoto Hasebe gestikuliert

Für deutsche Fans steht das Wort "Packing" fast auf dem Index - Makoto Hasebe, in unserem Eintracht-Ranking auf Rang neun, hat es mit Leben gefüllt. "Hase, der Libero" blühte im Herbst seiner Karriere in Frankfurt noch einmal so richtig auf.

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Mayer zu Hasebe
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So eine berufliche Neuerfindung tut ja vielen Menschen gut. Mal etwas anderes sehen, seine Stärken in neuen Feldern entdecken – das sorgt bei vielen für unerkannte Leistungssprünge. Nun gut, bei Makoto Hasebe war es jetzt nicht so, dass der Japaner den Berufsstand wechselte. Bei der Eintracht entdeckte der Alt-Internationale im Herbst seiner Karriere aber eine ganz neue Position – und kreierte in Frankfurt den Libero neuer Prägung. Sozusagen auf dem zweiten Bildungsweg.

Das aber auch nicht von Beginn an. Beim VfL Wolfsburg, in Nürnberg und seit 2014 bei der Eintracht war Hasebe der Abräumer im Mittelfeld, der mit guter Spielübersicht und – ganz unjapanisch – der notwendigen Härte den Maschinenraum seiner Mannschaft mit Leben füllte. Das machte ihn zum gestandenen Bundesliga-Profi. Obschon Hasebe bereits seit 2010 Kapitän der japanischen Nationalmannschaft war, war er in Deutschland kein wirklicher Star. Immer gut, immer wichtig, aber nie besonders im Rampenlicht.

Hasebe, der Libero

Der erste, der neu dachte und Hasebes Position änderte, war Niko Kovac. Der Ex-Eintracht-Coach probierte etwas aus, ließ Hasebe auf einmal als Organisator in der Abwehr auflaufen. Und siehe da: Es funktionierte. Kovac aber stellte später wieder um. Das Aus für "Hase, den Libero" bedeutete das jedoch nicht. 2018 gab es den nächsten Anlauf unter Trainer Adi Hütter.

Der neue Chefcoach der Eintracht baute seine Defensive nach anfänglichem Zögern in Frankfurt auf eine Fünferkette mit zwei offensiven Außenverteidigern, zwei resoluten Innenverteidigern und einem Libero um. Und das bedeutete erneut: Vorhang auf für Hasebe. Der mittlerweile im Spätherbst der Karriere angekommene Asiate füllte die Position mit einer Eleganz und Spielintelligenz aus, die das Spiel der Hessen schlagartig verbesserte.

Mit einem Pass mehrere Gegner überspielt

Klar, die Tore machte in der Saison 18/19 weiter die Büffelherde. Zwei, drei Schritte vor dem satten Schuss von Ante Rebic, dem Kopfballtreffer von Sébastien Haller oder dem feinen Heber von Luka Jovic stand aber nahezu immer ein kluger, einleitender Ball von Hasebe. "Das ist momentan die beste Position für mich, dann kann ich mehr mit dem Auge spielen", sagte er einst selbst über sich.

Das Wort "Packing" steht bei deutschen Fans ja fast auf dem Index – der Japaner aber füllte es mit seinen millimetergenauen Zuspielen mit Leben. Mit einem Hasebe-Pass waren meistens gleich mehrere Gegner überspielt. Zudem entwickelte sich die Abwehr der Hessen, das soll nicht unerwähnt bleiben, auch dank Hasebe im Zentrum zu einer absoluten Stütze des Teams. Keine Frage: Selten hat eine kleine berufliche Neuerfindung einem Spieler so gutgetan wie Hasebe.

Experten-Punkte: 251

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So läuft das Bewertungssystem

Für unsere Serie "Die besten 20 Eintracht-Spieler des Jahrtausends" haben wir 25 Experten nach ihren Top 20 gefragt. Dabei waren Mitglieder der hr-Sportredaktion, Kollegen von Zeitungen wie der Frankfurter Rundschau, der Bild, dem Kicker und der FAZ sowie Fan-Blogger und prominente SGE-Anhänger wie Henni Nachtsheim. Für Rang eins gab es 20 Punkte, für Rang zwei 19 und so weiter. Am Ende haben wir alle Punkte zusammengezählt und kamen so auf das finale Ranking.

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