Sebastian Rode springt nach einem Tor jubelnd hoch

Sebastian Rode war bereits bei seinem Abschied 2014 das Herzstück von Eintracht Frankfurt, seit seiner Rückkehr 2019 ist er es mehr denn je. Die Eintracht-Fans können sich derweil bei Mama Rode bedanken.

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Wer weiß, wie die Karriere des Sebastian Rode verlaufen wäre, wäre seine Mutter ein bisschen weniger hartnäckig gewesen. "Ich habe mich als kleiner Knirps schon ständig mit dem Ball beschäftigt und war fußballverrückt", so Rode 2013 in einem Interview mit "Spox". "Meine Mutter wollte mich dann beim SKV Hähnlein anmelden, aber es gab im Verein keine Bambinis. Dank der Initiative meiner Mutter ist dann eine Bambini-Mannschaft gegründet worden."

Mama Rode gebührt also der Dank, dass im beschaulichen südhessischen Alsbach-Hähnlein in den frühen Neunzigern eine Laufbahn startet, die sich 25 Jahre später mehr als sehen lassen kann. Über die Stationen FC Alsbach, SC Viktoria Griesheim, SV Darmstadt 98 und Kickers Offenbach landet Rode 2010 bei Eintracht Frankfurt. Die Debütsaison des hochtalentierten U21-Nationalspielers endet zwar mit dem "Abstieg der Schande", dafür erweist sich die Zweite Liga für den 20-Jährigen aber als genau jenes Biotop, in dem er zu einem Top-Spieler reifen kann.

Mit dem Kopf vorraus in den Zweikampf

Als solcher mischt er ein Jahr später die Bundesliga auf und verhilft der Eintracht zur völlig überraschenden Europacup-Qualifikation. Gemeinsam mit Pirmin Schwegler bildet Rode ein herausragendes zentrales Mittelfeld, das auch deshalb so gut funktioniert, weil die Rollen klar verteilt sind. Hier Schwegler, der filigrane Ballverteiler, da Rode, der sich in die Zweikämpfe schmeißt wie andere in den Krieg ziehen.

Ob seine erstaunliche Verletzungshistorie – ein Kreuzbandriss und drei Knorpelschäden stehen in seiner Akte – auch mit seiner schonungslosen Spielweise zu tun hat? Allein: Er kann ja gar nicht anders. Noch viele Jahre und viele Verletzungen später schmeißt er sich in einem Europacup-Spiel 2019 mit dem Kopf voran in einen Zweikampf, nachdem er ins Straucheln gekommen ist. Ein Sinnbild. Sinnbildlich aber auch, dass er stets wieder aufsteht.

Weniger Bling-Bling, mehr Bausparvertrag

Ihn nur auf sein Kämpferherz zu reduzieren, täte Rode indes Unrecht. Nach vier Jahren in Frankfurt ist die Eintracht 2014 zu klein für Rode, sein Weg führt ihn zum FC Bayern München, wo er zweimal Meister wird, und weiter zu Borussia Dortmund, mit denen er den Pokal holt. Die Jahre im höchsten Regalboden des deutschen Fußballs ändern übrigens nichts an Rodes angenehm bodenständigen Wesen. Weniger Bling-Bling, mehr Bausparvertrag - Rode bleibt sich stets treu, sympathisch, demütig und zugänglich.

Eine Langzeitverletzung Rodes bei Borussia Dortmund wird dann 2019 zur Chance für die Eintracht, die den verlorenen Sohn wieder nach Hause lockt. Und einen Spieler bekommt, der sich an der Seite von Top-Stars und unter Top-Trainern wie Pep Guardiola oder Thomas Tuchel spielerisch dramatisch verbessert hat.

Das Herzstück des Eintracht-Mittelfelds

Angesichts seiner Krankenakte ist nicht jeder im Eintracht-Umfeld von dem Wechsel überzeugt. "Ich musste die Leute davon überzeugen, was ich kann. Aber vor allem musste ich auch mir beweisen, dass ich es noch drauf habe", sagt er nach seiner Rückkehr. Es vergehen kaum ein paar Spiele, da ist klar: Er hat es noch drauf. Und wie.

Aus dem Frankfurter Spiel ist Rode seither nicht mehr wegzudenken. Regelmäßig ist er der beste Spieler auf dem Platz, sein entscheidendes Tor zum Euro-League-Halbfinaleinzug beim 2:0-Sieg gegen Benfica Lissabon dürfte für zahlreiche Anhänger einer der Fan-Momente überhaupt gewesen sein.

Längst ist Rode wieder das, was er bei seinem Abschied 2014 war: das Herzstück des Eintracht-Mittelfelds. Und so wie es aussieht, dürfte er das noch ein paar Jahre bleiben. "In der Bundesliga soll die Eintracht meine letzte Station sein", so Rode Ende 2019. Die Eintracht-Fans hätten wohl nichts dagegen.

Experten-Punkte: 323

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So läuft das Bewertungssystem

Für unsere Serie "Die besten 20 Eintracht-Spieler des Jahrtausends" haben wir 25 Experten nach ihren Top 20 gefragt. Dabei waren Mitglieder der hr-Sportredaktion, Kollegen von Zeitungen wie der Frankfurter Rundschau, der Bild, dem Kicker und der FAZ sowie Fan-Blogger und prominente SGE-Anhänger wie Henni Nachtsheim. Für Rang eins gab es 20 Punkte, für Rang zwei 19 und so weiter. Am Ende haben wir alle Punkte zusammengezählt und kamen so auf das finale Ranking.

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Ihre Kommentare Wer sind Ihre 20 besten Eintracht-Spieler der letzten 20 Jahre?

184 Kommentare

  • Russ

  • AMFG ist auch meine Nr. 1. Ich war erstaunt, dass das im Heimspiel am Montag nicht immer rüber kam.
    Was ich nie verstanden habe - und auch den Verantwortlichen (z.B. Bobic) übel nehme, dass man ihn im Grunde genommen abserviert hat. Er hätte einfach noch mal eingesetzt werden müssen. Auch im Pokal-Endspiel.
    Noch eine Anmerkung: Charakterlich auch ganz vorne muss Gacinovic stehen. Unvergessen und für immer im Herzen sein Lauf zum 3:1!!!

  • Gute Liste ! Was hier wieder Leute schreiben! Wusste gar nicht, dass Uwe Bein und Bernd Hölzenbein 2000 noch gespielt haben - der letzten 20 Jahre bedeutet 2000-2020! Maaaaaan!!!!

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