Eintracht-Torhüter Trapp mit seiner Verlobten

Nach einer langen Zeit der Konsolidierung strebt die Eintracht seit einigen Jahren wieder nach Höherem. Sinnbildlich dafür steht Kevin Trapp, der einzige Torwart, der es in die Top Ten unseres Experten-Rankings "Die besten 20 Eintracht-Spieler des Jahrtausends" geschafft hat.

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Es gibt nicht viele Eintracht-Torhüter, die in diesem Jahrtausend einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Lange Zeit kannten die jüngeren Anhänger eigentlich nur einen so richtig: den nicht umsonst sogenannten "ewigen Oka" Nikolov, an dem sich jahrelang die Konkurrenz die Zähne ausbiss.

Markus Pröll versuchte den Mazedonier ebenso erfolglos vom Thron zu stoßen wie zuvor Dirk Heinen und im Anschluss Ralf Fährmann. Und dann kam Kevin Trapp. Und während der ewige Oka den Fans immer als grundsympathischer und grundehrlicher Zeitgenosse im Herzen bleiben wird, steht Trapp vielleicht wie kein zweiter Spieler für den Auftakt einer neuen, glamouröseren Eintracht-Ära.

Rekordwechsel und Nationalmannschaft

Trapp wechselt 2012 als Schüler der prominenten Gerry-Ehrmann-Schule und mit vielen Vorschusslorbeeren aus Kaiserslautern nach Frankfurt. Und seine Klasse macht sich schnell bemerkbar: Innerhalb von drei Jahren qualifiziert er sich mit den Frankfurtern für die Europa League, wird Mannschaftskapitän – und wechselt schließlich für die damalige Rekordsumme von rund zehn Millionen Euro zum europäischen Top-Club Paris Saint-Germain.

Dass ihm niemand aus der Kurve übel nimmt, dass er zu einem Spielball einer katarischen Investorengruppe geht, spricht für sein Standing bei den Fans. Nur kurz nach seinem Wechsel wird er erstmals in die deutsche Nationalmannschaft berufen.

Führungsspieler mit Siegermentalität

Mit (unter anderem) zwei Meistertiteln, zwei Pokalsiegen und dem brasilianischen Model Izabel Goulart im Gepäck kehrt Trapp drei Jahre später wieder zurück an den Main. Sportlich gereift und mit einer Siegermentalität ausgestattet, die er bei der alten Eintracht nicht erlernen konnte, in seiner Wahlheimat nun aber gewinnbringend ausspielt.

Das Selbstverständnis von Trapp und der Eintracht in der Post-Bruchhagen-Ära passt auf einmal sehr viel besser zusammen. Das Ansspruchsdenken im Verein ist ein anderes. Die Frankfurter geben sich nicht mehr mit Mittelmaß zufrieden, sondern streben auf Dauer einen der vorderen Plätze in der Bundesliga an. Vielleicht nicht gleich morgen, aber auf Sicht. Kevin Trapp glaubt an das Projekt und kann sich vorstellen, die Eintracht in neue Sphären zu führen. Sonst wäre er aus Paris nicht nach Frankfurt zurückgekehrt. "Ich hätte woanders mehr verdienen können", sagt er.

Bei der Eintracht ist Trapp eine DER Führungsfiguren im Team. Seine Erfahrungen aus Paris, aus der Champions League und der Nationalmannschaft gibt er an die jüngeren Kollegen weiter. Hilfreich dabei ist natürlich, dass Trapp fließend Französisch spricht und seinen frankophonen Vorderleuten wie Evan N'Dicka oder Alamy Touré detailliert erklären kann, was sie falsch oder richtig gemacht haben.

Ein Mann von Welt

Und abseits des Platzes? Der inzwischen 29-jährige Modell-Athlet glänzt nebst Französisch- auch mit Portugiesischkenntnissen, postet zu Weihnachten aus dem Strand-Urlaub merkwürdige Fitness-Posen für Paare bei Instagram und nutzt die Corona-Zwangspause, um mal eben Klavierspielen zu lernen und hipsterige Schaumherzen in seinen Cappuccino zu zaubern.

Trapp ist ein Mann von Welt – und geriert sich auch gerne genauso. Das mag man nun gut oder weniger gut finden, unstrittig ist, dass er auf und abseits des Platzes eine absolute Persönlichkeit ist – und der bis dato beste Torhüter, den die Eintracht in diesem Jahrtausend gesehen hat.

Experten-Punkte: 256

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So läuft das Bewertungssystem

Für unsere Serie "Die besten 20 Eintracht-Spieler des Jahrtausends" haben wir 25 Experten nach ihren Top 20 gefragt. Dabei waren Mitglieder der hr-Sportredaktion, Kollegen von Zeitungen wie der Frankfurter Rundschau, der Bild, dem Kicker und der FAZ sowie Fan-Blogger und prominente SGE-Anhänger wie Henni Nachtsheim. Für Rang eins gab es 20 Punkte, für Rang zwei 19 und so weiter. Am Ende haben wir alle Punkte zusammengezählt und kamen so auf das finale Ranking.

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