Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht-Torwart Kevin Trapp: Die Umkleidekabine fehlt

Eintracht-Keeper Kevin Trapp in Florida

Das Team von Eintracht Frankfurt ist nach zwei Corona-Infizierungen noch immer in häuslicher Quarantäne. Torwart Kevin Trapp nutzt die Pause und lernt allerlei Neues. Zeit, die Mitspieler zu vermissen, bleibt dennoch.

Ein Typ mit verwuschelten Haaren und Dreitagebart sitzt vor einer weißen Wand. Er trägt einen Kapuzenpulli und erzählt in seine Handykamera, wie es gerade so ist in der Corona-Quarantäne. Er erzählt von ungewöhnlich viel Zeit, von fehlender Struktur und neuen Hobbys. Es sieht aus wie einer jener Videoanrufe, die wir alle gerade täglich erleben - von Freunden, Familie oder, in besonderen Fällen, den Arbeitskollegen. Tatsächlich ist es aber ein Interview mit Eintracht-Torwart Kevin Trapp. Die Frankfurter starteten am Donnerstag ein Live-Video mit ihrem Schlussmann auf Instagram.

"Ich versuche, fit zu bleiben", sagte er. Für all jene, die Trapp auf Instagram folgen, war das indes keine Überraschung. So sahen sie den Torhüter in den vergangenen Tagen oberkörperfrei an Türen hängen und trainieren, mit Scheiben in Liegestützposition über den heimischen Parkettboden rutschen, und sie ertappten sich dabei, dass das schlechte Gewissen - ob der eigenen engen Verbindung mit Couch und Kühlschrank - 1,89 Meter groß und mit bisher unbekannten Muskeln bepackt sein könnte.

Kevin Trapp: "Klavier - das ist gar nicht so einfach"

"Das ist eine Ausnahmesituation", gab Trapp zu bedenken. Er könne sich schließlich nicht fühlen wie im Urlaub, wo er mit seiner Partnerin Izabel Goulart ebenfalls Sport und Dirty-Dancing-ähnliche Yoga-Posen macht - er müsse sich auf einen möglichen Trainingsstart vorbereiten und fit bleiben. Trapp aber, das wird schnell klar, macht dieser Tage mehr als Sport. Der Keeper, der bereits mehrere Sprachen fließend spricht, auf Pressekonferenzen zwischen eben jenen nach Belieben changieren kann, lernt nun auch noch ein Instrument.

"Ich habe mir das vorgenommen. Klavier - das ist gar nicht so einfach", so Trapp. Mit Ersatzkeeper Frederik Rönnow habe er sich bereits ausgetauscht, denn auch er kann Klavier spielen. "Ich hoffe es klappt." Das allerdings ist nicht alles, was Trapp gerade lernt. Der 29-Jährige kann inzwischen aus Kaffee und Milch kleine Kunstwerke gestalten.

Milch-Magie im Hause Trapp

"Ich habe angefangen, auf YouTube Tutorials zu schauen, um zu wissen, wie es funktioniert. Es kommt auf die Milch an, darauf, wie man sie schäumt und auf die Technik", erklärte Trapp. "Aber man kriegt das hin, wenn man das übt." Damit das auch die Kollegen üben, hat Trapp via Instagram andere Profis nominiert. All das aber ist ihm nicht genug. "So langsam geht das Kribbeln wieder los", verriet er. Denn so wie den Fans der Gang ins Stadion, die leicht angebrannte Wurst oder das viel zu warme Bier fehlen, vermisst der Keeper das Kleben seiner Handschuhe, das Gefühl, den Ball fest mit seinen Händen zu umschließen.

"Ab und zu packe ich meine Handschuhe aus und nehme einen Ball in die Hand, um einfach das Gefühl wieder zu haben. Es fehlt natürlich sehr", so Trapp, der sich bemüht, auch in der Quarantäne einen strukturierten Tagesablauf zu haben: "Morgens Cardio, nachmittags Krafttraining." Und dazwischen? Da macht die Eintracht ihrem Namen alle Ehre. "Wir haben echt eine tolle Mannschaft, es ist nicht so, dass sich jeder zurückzieht und man nichts mehr hört", verriet er. "Gefühlt kommunizieren wir noch mehr als in der Kabine."

"Es geht um die Gesundheit der Menschen"

Und genau darauf kommt es ja an dieser Tage. "Es ist für jeden einzelnen keine einfache Situation, aber momentan ist Fußball zweitrangig, es geht um die Gesundheit der Menschen. Ich hoffe, dass sich das alles schnell wieder erledigt und wir wieder ins 'geregelte, normale' Leben zurückkehren können", wünschte sich Trapp. Und sprach damit vielleicht das aus, was auch in vielen anderen Videoanrufen aktuell nur allzu oft zu hören ist.