Eintracht-Trainer Oliver Glasner will auch in Zukunft offensiv wechseln.

Oliver Glasner denkt stets offensiv und nach vorne gerichtet. Der Eintracht-Trainer erklärt, weshalb er eine Führung nicht mit Defensivwechseln über die Zeit bringen möchte. Dabei erinnert Glasner auch an eine österreichische Trainerlegende.

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Die Beobachter der Partie zwischen Arminia Bielefeld und Eintracht Frankfurt hatten geradezu darauf gewartet, dass Trainer Oliver Glasner in der Druckphase reagiert und Stefan Ilsanker zur Absicherung in die Partie bringt. Es stand 1:0 für die Hessen und Bielefeld drückte unentwegt. Doch Glasner dachte gar nicht daran - und musste mit ansehen, wie seine Mannschaft kurz vor Schluss noch den Ausgleich fing.

Glasner begründet Ilsanker-Verzicht

Warum, so lautete die Frage, wurde die eigentlich logische Option Ilsanker nicht gezogen? Ist der Defensivallrounder nicht prädestiniert für genau diese Momente? Glasner erklärte seinen Gedankengang in kleiner Runde: "Ich hatte mich an eine Erfahrung in Linz zurückerinnert. Es war Duell Erster gegen Zweiter und wir lagen 1:0 vorne. Der Druck war groß und ich habe einen kopfballstarken Defensivspieler gebracht und auf Fünferkette umgestellt. Das Ergebnis war, dass wir den Ausgleich in der 93. Minute kassiert haben."

Der Österreicher nannte auch den Grund dafür: "Wir haben keinen Druck mehr nach vorne entfachen können und es kam ein langer Ball nach dem anderen in unseren Strafraumraum gesegelt." Man kann es wohl als Prinzip bezeichnen, wenn Glasner sagt, dass er sich "geschworen" habe, in solch einer Situation "nicht mehr defensiv" zu wechseln. Das Motto: Auch bei Führung volle Kraft voraus!

Die Gedanken von Happel als Vorbild für Glasner

Als Vorbild für diesen Gedankengang gilt nicht nur für ihn eine Trainerlegende: "Einige meiner Kollegen kannten Ernst Happel. Die haben mir erzählt, was er gesagt hat: '"Was? Wir sind unter Druck? Dann wechseln wir noch einen Stürmer ein. Es hat auch eine Symbolik, wenn du stattdessen noch einen Defensivspieler bringst."

Glasner setzte genau diese Idee um und warf Aymen Barkok und Ragnar Ache für Daichi Kamada und Jesper Lindström ins Rennen. "Wir wollten mit diesen Wechseln für Entlastung sorgen." Erst nach dem Ausgleich der Arminia sei dies mit Goncalo Paciencia gelungen, doch zu diesem Zeitpunkt war Zug abgefahren.

Eintracht-Kader hat Flexibilität

Auch wenn die Eintracht in diesem Fall keinen Erfolg hatte, wird sich Glasner deshalb nicht von diesem Prinzip verabschieden. Durch die Neuzugänge Rafael Borré, Jens Petter Hauge, Sam Lammers und Jesper Lindström hat er nun die gewünschte Tiefe im Kader, um zukünftig mutig zu agieren.