Adi Hütter

Eintracht Frankfurt spielt gegen den FC Augsburg. Klingt nach 08/15-Spiel, ist aber die wichtigste Partie der Saison. Gewinnen die Hessen, darf man weiter von der Champions League träumen. Verlieren sie, droht Chaos. Das Wichtigste zum Spiel.

In der Englischen Woche ist Eintracht Frankfurt im heimischen Stadtwald gegen den FC Augsburg gefordert (20.30 Uhr). Für die Hessen geht es darum, die ernüchternde Pleite in Mönchengladbach am Samstag wieder wett zu machen.

Die Ausgangslage

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hemo Hütter
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Vertrackt. Denn eigentlich spielt Eintracht Frankfurt eine sensationelle Saison, ja wahrscheinlich sogar die beste der jüngeren Vereinsgeschichte. Und dennoch drückt der überraschende und alles andere als geräuschlose Wechsel von Trainer Adi Hütter nach vorherigem Treue-Bekenntnis ordentlich auf die Laune. Dass seine Mannschaft beim 0:4 gegen Gladbach nach der Verkündung ganz offensichtlich mit den Gedanken woanders war, macht die Sache nicht besser.

Und so hat Hütter Recht, wenn er sagt: "Die Kritik nach der Niederlage ist berechtigt. Aber wir dürfen nicht alles von einem Spiel abhängig machen." Aber klar ist auch: Je besser die Saison verläuft, umso schmerzhafter wird es, wenn auf den letzten Metern noch alles verstolpert wird. Zumal ja relativ klar ist, wer dann schuld wäre. Aber: Die Eintracht hat nach wie vor vier Punkte Vorsprung auf den ersten Nicht-Champions-League-Platz, sie kann nach wie vor Historisches schaffen. Das müssen sich vor allem die Spieler gewahr machen – und den Hütter-Ärger schnellstens aus den Kleidern schütteln. Ansonsten droht im ohnehin schon angespannten Frankfurt Umfeld die Stimmung endgültig zu kippen.

Das Personal

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten bei Eintracht Frankfurt: Martin Hinteregger ist zurück. Der Abwehrchef fiel zuletzt wochenlang aus, kann nun aber wieder mittun. "Martin hat sich gestern nach dem Spielerersatztraining etwas überraschend komplett zurückgemeldet. Er hat normal mittrainiert und ist für morgen entsprechend eine Option", so Hütter. Ansonsten sind bis auf die Langzeitverletzten alle Mann an Bord.

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Hütter PK vor FCA
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Beim FCA fallen Rani Khedira und Daniel Caligiuri gelbgesperrt aus. Noah Sarenren Bazee war zuletzt erkältet, auch Kapitän Jeffrey Gouweleeuw ist nach einem Zusammenprall im Spiel gegen Bielefeld noch nicht bei 100 Prozent. Beide stehen auf der Kippe.

So könnte die Eintracht spielen:

Eintracht mögliche Aufstellung FCA

So könnte der FC Augsburg spielen: Gikiewicz - Framberger, Oxford, Uduokhai, Gumny - Strobl, Gruezo - Richter, Benes, Vargas - Niederlechner

Das sagen die Trainer

Adi Hütter: "Wir müssen den Kampf annehmen und konzentriert sein. Dann haben wir die Qualität, um Augsburg zu schlagen. Wir schauen darauf, was wir selbst beeinflussen können. Wir müssen unsere Ergebnisse bringen, um Druck auszuüben."

Heiko Herrlich: "Die Eintracht kämpft um die Champions-League-Plätze, sie spielen eine richtig gute Saison und werden nach ihrer Niederlage gegen Gladbach eine Reaktion zeigen wollen. Aber wir fahren auch dahin und wollen etwas mitnehmen!"

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Doppel-Neun? Doppel-Zehn? Doppel-Neun/Zehn sogar? Eintracht-Coach Adi Hütter hat aktuell die Qual der Wahl, "ein Luxusproblem", wie er sagt. Gut möglich allerdings, dass er gegen mutmaßlich tief stehende Augsburger einen trickreichen Kreativen wie Amin Younes wieder von Beginn an bringt, um im letzten Drittel Lösungen zu finden. "Amin hat es nach seiner Einwechslung wirklich gut gemacht", so Hütter, der sich freilich eine Hintertür offen ließ. "Es spricht sowohl für zwei Zehner als auch zwei Spitzen etwas. Deswegen werde ich mich schlussendlich morgen für eine Variante entscheiden."

Auf der Gegenseite ist aktuell André Hahn der beste Scorer, der Ex-Offenbacher knipste bereits sieben Mal und legte dreimal vor. Unbedingt im Auge behalten sollten Hinteregger und Co. auch Marco Richter. Der Rechtsaußen trifft in der Liga nicht allzu oft, aber wenn, dann gerne gegen Eintracht Frankfurt.

Die Statistik des Spiels

My home is my castle: Die Eintracht ist wie sonst nur Bayern München in dieser Bundesliga-Saison noch ohne Heimniederlage. Saisonübergreifend haben die Hessen seit 16 Bundesliga-Heimspielen nicht mehr verloren, das ist die längste Serie seit gut 28 Jahren. Eine komplette Bundesliga-Saison ohne Heimniederlage überstand die Eintracht nur 1971/72 und 1973/74, zuletzt also vor 47 Jahren. Es würde den hessischen Champions-League-Ambitionen sicher nicht entgegenstehen, würde dies in der Saison 2020/21 erneut gelingen.