Auf die Salzburg-Gala folgt der Berliner Kater: Eintracht Frankfurt hat sein Heimspiel gegen Union nach einer lange Zeit indiskutablen Leistung verloren. Weder auf den Rängen noch auf dem Rasen liefen die Hessen zu Hochform auf.

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Den Blick nach oben kann sich Eintracht Frankfurt vorerst sparen: Die Hessen haben ihr Heimspiel gegen Union Berlin mit 1:2 (0:0) verloren. Über weite Strecken lief gar nichts zusammen bei den Gastgebern, die jüngst noch im Europacup beim 4:1 gegen Salzburg ein Feuerwerk abgebrannt hatten. Für Berlin traf Sebastian Andersson in der 49. Minute, ehe dem Frankfurter Evan N’Dicka ein Eigentor unterlief (67.). Dem eingewechselten Andre Silva gelang lediglich der Anschluss (79.).

Protest light auf Tribüne und Rasen

Wie von der aktiven Fanszene angekündigt, war der Stehblock der Nordwestkurve aus Protest gegen die Montagsspiele unbesetzt geblieben. Ganz eingestellt wurde der Support auf den Rängen dennoch nicht, und ähnlich verhielt es sich auch mit dem Geschehen auf dem Rasen. Hier und da mal eine angedeutete Kombination, ab und an zog ein Spieler mit dem Ball einen Sprint an. Insgesamt zeigten Frankfurt und Berlin aber deutlich zu wenig, um Eventfans vom Hochglanz-Produkt Bundesliga zu begeistern.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht enttäuscht bei Niederlage gegen Union Berlin

Fußball vor leeren Tribünen: kein schönes Bild.
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Die von Eintracht-Trainer Adi Hütter auf fünf Positionen veränderte Elf - Stefan Ilsanker und Danny Da Costa fielen kurzfristig angeschlagen aus – konnte spielerisch bei Weitem nicht an die Gala gegen Salzburg anknüpfen. Die Gäste standen defensiv sehr kompakt mit stets sieben bis acht Feldspielern hinter dem Ball und machten die Flügel mit einer Fünferkette dicht, vor allem Filip Kostic kam so nicht zu seinen gefürchteten Tempo-Aktionen. Daichi Kamada blieb nach seiner Drei-Tore-Show diesmal wie die gesamte Mannschaft blass.

Bezeichnenderweise gelang den uninspirierten Hessen kein eigener Torschuss vor der Pause, lediglich eine verunglückte Klärungsaktion von Florian Hübner sorgte für etwas Gefahr vor dem Berliner Tor (45.+1). Union, das ohne seinen gesperrten Top-Vorbereiter Christopher Trimmel auskommen musste, klopfte einmal in Person von Marius Bülter an, David Abraham rettete per Grätsche (34.).

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Trapp: "Weiß nicht, warum die Körperspannung gefehlt hat"

Imago Trapp
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Gäste jubeln dank Frankfurter Unterstützung

Als es kurz nach Wiederanpfiff im Tor der Eintracht klingelte, stand Abraham erneut im Fokus. Der Argentinier und Nebenmann Erik Durm leisteten sich ein folgenschweres Missverständnis am eigenen Strafraum. Christopher Lenz bedankte sich, nahm den Ball auf und bediente Andersson vor dem herauseilenden Kevin Trapp per Querpass – 1:0 für die Gäste (49.)

In der 67. Minute kam es sogar noch schlimmer: Wieder packten die Frankfurter auf der rechten Abwehrseite nicht zu, wieder brachte Berlin den Ball gefährlich vors Tor. Diesmal ließ Trapp unglücklich klatschen, und das Leder prallte vom Schienbein Evan N’Dickas zum 0:2 ins eigene Tor (67.).

Joker Silva verkürzt

Die Fans reagierten mit verzeinzelten Pfiffen, Hütter seinerseits mit einer Umstellung: N’Dicka ging raus, die Eintracht spielte fortan mit einer Dreierkette und auch endlich ein wenig mutiger. Das wurde beinahe umgehend belohnt, als der eingewechselte Andre Silva mustergültig Landsmann Goncalo Paciencia bediente. Der Portugiese ließ die Großchance zum Anschlusstreffer aber liegen (69.).

Besser machte es Silva wenig später, auch wenn sein Hackentor aus dem Gewühl noch entscheidend vom Berliner Hübner abgefälscht wurde (79.). Der Treffer ließ noch einmal Hoffnung aufkommen im Lager der Hessen, doch zum Ausgleich sollte es nicht mehr reichen. Durch den ersten Sieg im neunten Duell überholt Berlin (29 Punkte) die Eintracht (28) in der Tabelle. Frankfurt steht nun auf Rang elf.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hütter: "Eine sehr unnötige Niederlage"

Eintracht-Trainer Adi Hütter war nach der 0:4-Niederlage sauer.
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Weitere Informationen

Eintracht Frankfurt - FC Union Berlin 1:2 (0:0)

Frankfurt: Trapp - Durm (66. Silva), Abraham, Hinteregger, Ndicka (71. Rode) - Hasebe, Kohr - Chandler, Kamada, Kostic - Paciencia
                    
Berlin: Gikiewicz - Friedrich, Hübner, Subotic - Ryerson, Gentner (77. Prömel), Andrich, Lenz - Malli (63. Ingvartsen), Bülter (90. Kroos) - Andersson

Tore: 0:1 Andersson (49.), 0:2 Ndicka (67./ET), 1:2 Silva (79.)                  

Gelbe Karten: Kamada, Paciencia, Kohr - Hübner, Ryerson, Malli, Andersson                                      
Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)  

Zuschauer:  47.000     

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