Frust bei Eintracht Frankfurt nach der Niederlage in Lüttich

Eintracht Frankfurt verliert in letzter Sekunde in Lüttich und verspielt damit die glänzende Ausgangslage in der Gruppe. In Europa geht nun das Zittern los, Ärger macht zudem der Schiedsrichter. Die Analyse in fünf Punkten.

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Still Eintracht Lüttich
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Eintracht Frankfurt hat am Donnerstag mit 1:2 (0:0) bei Standard Lüttich verloren. Das 1:0 durch Zinho Verheusden in der 56. Minute konnte Filip Kostic per Freistoß noch ausgleichen (65.), in der Nachspielzeit traf jedoch Maxime Lestienne zum späten Sieg für die Belgier.

1. Lange Zeit kein Spiel für Feinschmecker

Von der ersten Minute an merkte man diesem Spiel an, welche Wichtigkeit es besaß. Beide Teams agierten zögerlich und trauten sich nicht wirklich nach vorne. Die Konsequenz: ein Spiel mit sehr viel fußballerischer Armut - definitiv nichts für Feinschmecker. Erst nach 30 Minuten nahm die Partie Fahrt auf. André Silva traf den Pfosten (35. Minute), kurz vor der Halbzeit vergab Duje Cop die beste Gelegenheit der Gastgeber im ersten Abschnitt. Mehr war nicht zu sehen.

Im zweiten Abschnitt wurde das Spiel zwar nicht unbedingt besser, wenigstens nahmen nun aber die Torraumenszenen zu. Verheusden traf zum 1:0 (56.), Kostic konnte kurz danach per Freistoß ausgleichen (65.). Mit diesem Ergebnis wäre zumindest die Eintracht wohl zufrieden gewesen. Doch dann kam die verhängnisvolle Nachspielzeit.

2. Der Knockout in der Nachspielzeit

Es war beileibe nicht so, dass Lüttich in der Schlussphase auf den für die Belgier so eminent wichtigen Siegtreffer drängte. Und dennoch wurde es für die Eintracht in der Nachspielzeit - oder besser: in der letzten Aktion des Spiels - richtig bitter. Lestienne traf knapp vier Minuten nach dem Ende der regulären Spielzeit zum 2:1-Endstand.

Ein Gegentreffer, wie er unnötiger nicht hätte sein können - und der den Hessen richtig weh tat. "Ich habe mich selten so über ein Spiel geärgert", bekannte Eintracht-Trainer Adi Hütter nach der Partie. "Das ist eine mehr als bittere Niederlage. Das haben wir nicht verdient. Wir müssen uns aber an die eigene Nase fassen." Besonders, weil die Frankfurter selbst in der Nachspielzeit die große Chance zum Siegtreffer hatten.

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Hübner Rode
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3. Kostic die Figur des Spiels

Er war so oder so einmal mehr der auffälligste Eintracht-Spieler auf dem Platz, durch die letzten Minuten in der Partie in Lüttich wurde Kostic aber endgültig zur prägenden Figur der Hessen. Und das negativ wie positiv. Zwar hatte der Flügelflitzer die Eintracht per Freistoß-Tor in der zweiten Halbzeit zurück in die Partie geschossen, kurz vor dem Last-Minute-Schock vergab der Serbe aber freistehend vor Lüttich-Keeper Arnaud Bodard das mögliche 2:1. Im Gegenzug traf dafür dann Lestienne.

"Die letzte Aktion von Filip hätte das Tor sein können", bemängelte nach der Partie daher auch Hütter. "Wenn man Filip da runtermarschieren sieht, dann denkt man eigentlich: Der macht den schon", bestätigte auch Martin Hinteregger. Es kam anders: Da Kostic den Ball nicht einmal auf das Tor brachte oder auf die beiden mitgelaufenen Joker Daichi Kamado oder Bas Dost querlegte, durften die Belgier einen letzten Angriff fahren - mit bitterem Schlusspunkt für die Frankfurter.

4. Ärger über den Schiedsrichter

Zu diesem am Ende komplett gebrauchten Abend trug auch Schiedsrichter Matej Jug bei. Besonders wegen der 64. Minute: Sebastian Rode kam kurz vor dem Strafraum der Lütticher an den Ball, von hinten rauschte Konstantinos Laifis heran und fällte den Mittelfeldspieler der Eintracht. Daraufhin wurde es richtig unübersichtlich. Denn Referee Jug wollte zuerst noch nicht einmal ein Foul pfeifen, erst sein Linienrichter konnte ihn überreden.

Nachdem die Hessen wenigstens einen Freistoß erhielten, hätte eigentlich der schon mit Gelb vorbestrafte Laifis vom Platz fliegen müssen. Doch zum Erstaunen aller verwarnte der überforderte Unparteiische den komplett Unbeteiligten Gojko Cimirot. Eine krasse Fehlentscheidung und eine klare Benachteiligung der Eintracht, die schon im Heimspiel gegen Lüttich mehrfach im Schiri-Pech war. "Ich weiß nicht, wo der Schiedsrichter beim Foul gegen Rode hingeschaut hat. Wenn er schon nicht Elfmeter gibt, dann muss er gegen dem Lüttich-Spieler wenigstens Gelb-Rot geben", ärgerte sich Hütter zu Recht.

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Hübner Rode
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5. Weg ist die gute Ausgangslage

Nach dem Spiel war der hessische Frust daher groß. Jedem war nach der Niederlage bewusst: Jetzt geht in der Europa League das große Zittern los. Lüttich ist durch den Sieg in der Tabelle an der Eintracht vorbeigezogen, das Weiterkommen dadurch mehr als nur gefährdet. Eigentlich müssen die Hessen in London beim FC Arsenal Ende November wenigstens einen Punkt holen und gegen Guimaraes ist ein Sieg Pflicht.

Mit einem Erfolg in Belgien hätte die Eintracht das Sechzehntelfinale bereits in der Tasche gehabt und in den letzten beiden Gruppenspielen in den Schongang schalten können. Nun haben die Frankfurter zwei absolute Endspiele um die K.o.-Phase. Oder wie es Rode ausdrückte: "Es ist nichts entschieden. Wir haben noch zwei Spiele und haben es selbst in der Hand." Sollte die Eintracht beide Spielen gewinnen, lässt sie entweder Arsenal oder Lüttich hinter sich und hat das Ticket für die K.o.-Phase definitiv sicher.

Weitere Informationen

Standard Lüttich - Eintracht Frankfurt 2:1 (0:0)

Lüttich: Bodart - Fai, Vanheusden, Laifis, Gavory - Bastien, Carcela (81. Lestienne , Cimirot, Amallah (73. Mpoku) - Cop (81. Oulare), Emond

Frankfurt: Rönnow - Abraham, Hasebe,  Hinteregger - da Costa (89. Chandler),  Kostic - Fernandes, Rode - Sow - Silva (62. Kamada), Paciencia (73. Dost)

Tore: 1:0 Vanheusden (56.), 1:1 Kostic (65.), 2:1 Lestienne (90.+4)

Gelbe Karten: Laifis, Cimirot, Amallah / Sow

Zuschauer: 18.526 

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