Simon Falette von Eintracht Frankfurt in Windischgarsten
Simon Falette im Trainingslager in Windischgarsten Bild © Jan Hübner

Simon Falette sitzt zwischen den Stühlen. Der Verteidiger fühlt sich bei der Eintracht pudelwohl, bekommt aber kaum Spielzeit. Nun setzt ihn die Rückkehr von Martin Hinteregger zusätzlich unter Druck.

Audiobeitrag
Simon Falette von Eintracht Frankfurt

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Falette zwischen Wohlfühlzone und Wechselwunsch

Ende des Audiobeitrags

Als sich die Journalisten zum Interview um Simon Falette scharren, suchen alle schnell Schutz unter einem großen Schirm. Denn im Trainingslager in Windischgarsten regnet es auch am Dienstag wie aus Eimern. Wonach sich viele Menschen daheim in Hessen sehnen, ist in Oberösterreich derzeit Normalzustand.

Falette ist anderes gewohnt. Schließlich kam der 27 Jahre alte Nationalspieler von Guinea erst kürzlich vom Afrika-Cup aus Ägypten zurück. "Das war nicht so einfach", berichtet der bullige Verteidiger, "denn es war sehr, sehr warm, und die Plätze waren schlecht".

Der Fleißigste auf der Schulbank

Solche Probleme hat Falette in Windischgarsten nicht. Der Regen kühlt, die Trainingsplätze sind sattgrün und bestens bespielbar. Auch sonst stimmt das Drumherum. Falette spricht mittlerweile fast fließend Deutsch, Dolmetscher Stéphane Gödde bezeichnet ihn sogar als "den fleißigsten Schüler" im Sprachunterricht.

Der Abwehrmann ist auch einer der Spaßvögel bei der Eintracht. Am Montag bildete er mit Verteidiger-Kollege Timothy Chandler ein kongeniales Duo beim Spaßtraining auf der Seilrutschbahn ("Zipline"). Es wurde viel gelacht, einmal warf die Zipline Falette sogar ab. Auch da: alles witzig, alles gut.

Falettes Zukunft ist unsicher

Doch wie lange gibt sich Falette diese vermeintliche Wohlfühlzone noch? Am Ende möchte der 27-Jährige nämlich vor allem eins: "Ich will spielen." Damit war es zumindest in der vergangenen Saison nicht weit her. Lediglich sieben Mal durfte der Innenverteidiger für seine Eintracht in der Bundesliga gegen den Ball treten.

Mitte Juli zeigte Liga-Konkurrent Fortuna Düsseldorf Interesse an Falette. Ein Gespräch zwischen dem Spieler und Eintracht-Trainer Adi Hütter gab es noch nicht. Ausgang offen. Fest steht: Falette ist heiß. Im Sommer machte er nur zwei Wochen Urlaub, eine in Frankreich, eine in Griechenland. Das reicht an Erholung. Denn: "Ich liebe Fußball."

Hinteregger verschärft die Situation

Doch hat er eine Zukunft bei der Eintracht? Im Spiel der Europa-League-Qualifikation bei Flora Tallin standen David Abraham, Makoto Hasebe und Evan N’Dicka in der Dreierkette. Die Rückholaktion von Martin Hinteregger setzt Falette nun zusätzlich unter Druck. Wieder einmal muss er sich ganz hinten anstellen.

Dabei würde er wirklich gerne bleiben. Im Deutschunterricht liebt es Falette vor allem, wenn es um die Texte der Eintracht-Fansongs geht. Eine Umschulung wäre da natürlich mehr als lästig.