David Abraham muss sich nach der Arsenal-Pleite im Spiel gegen Dortmund steigern.

Läuft die Eintracht nach dem FC Arsenal auch Borussia Dortmund ins offene Messer? Diese Gefahr besteht nach dem kräftezehrenden Europa-Auftritt. Frankfurts Trainer Adi Hütter muss die nötigen Lehren ziehen, ohne die eigene Identität zu opfern.

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Adi Hütter
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Die Zeit ist knapp. Keine drei Tage nach dem Abpfiff des Spiels gegen den FC Arsenal (0:3) empfängt Eintracht Frankfurt am Sonntag (18 Uhr) den nächsten Hochkaräter. Mit Borussia Dortmund, das unter der Woche zwar auch international im Einsatz war, sein Heimspiel gegen Barcelona (0:0) aber schon am Dienstag bestritt, kommt ein selbsternannter Meisterschaftsanwärter der Bundesliga in den Frankfurter Stadtwald.

"Natürlich ist Dortmund Favorit. Nicht nur wegen der Qualität, sie haben auch zwei Tage mehr Zeit, sich zu erholen", nahm Eintracht-Trainer Adi Hütter im Vorfeld ein wenig Druck von seiner angeschossenen Mannschaft. Die Pleite gegen Arsenal B zeigte aber auch: Die Hessen müssen das enge Zeitfenster zwischen Europa League und Bundesliga nutzen, um an ihren Schwächen zu arbeiten beziehungsweise die Balance im eigenen Spiel wiederzufinden.

"Gemeinsam angreifen und gemeinsam verteidigen"

Klar, die Niederlage gegen London fiel aus Sicht der Eintracht ein oder zwei Tore zu hoch aus. Das räumte auch Exilhesse Shkodran Mustafi ein, der seit gut drei Jahren das Trikot der Gunners trägt. Es war jedoch auch bezeichnend, dass Mustafi über die Zahl der Konterangriffe sprach, die Frankfurt den bei Weitem nicht in Topbesetzung angetretenen Gästen gestattete – sei es durch individuelle Fehler oder ein blauäugig attackierendes Kollektiv.

Erst Arsenal, nun der BVB: Auf Schonung darf die Frankfurter Defensive am Sonntag nicht hoffen. London und Dortmund, diese beiden Teams stehen für technisch anspruchsvollen und vor allem pfeilschnellen Angriffsfußball, der dann seine Wirkung entfaltet, wenn man ihnen den nötigen Raum gibt. Die Herren Reus und Sancho lassen grüßen.

"Es ist zu einfach zu sagen, dass das nur mit der letzten Reihe zu tun hat", ging Hütter auf der Pressekonferenz am Freitag auf die defensiven Aussetzer ein. "Wir müssen gemeinsam angreifen und gemeinsam verteidigen."

Kämpfen und verteidigen? Das ist Hütter zu wenig

Für Hütter ist das ein schwieriger Spagat. Denn er ist keiner, der seine Mannschaft rund um den eigenen Strafraum postiert und Zerstörung und Langholz propagiert. Das verbietet ihm seine Überzeugung, auch wenn es genau solch simple Mittel sind, mit denen Dortmund unter Trainer Lucien Favre traditionell am ehesten beizukommen ist. Die Meisterschaft im vergangenen Jahr verlor der BVB schließlich nicht gegen München oder Leverkusen, sondern in Spielen gegen Augsburg, Hannover oder Nürnberg. In diesem Jahr zeigte Union Berlin beim 3:1-Erfolg, wie die Borussia im wahrsten Sinne des Wortes erfolgreich zu beackern ist.

Kommando zurück also? Wohl kaum. Hütter wird auch gegen Dortmund die Offensive suchen, selbst wenn die Gefahr eines Debakels gegen Mannschaften dieser Qualität immer mitschwingt. Diese Überzeugung ist auch eine Stärke des Österreichers: Hätten die Frankfurter gegen Arsenal einige ihrer zahlreichen Chancen vor der Pause genutzt: Niemand hätte sich im Nachgang länger mit Sows Schnitzern oder Abrahams Formschwäche beschäftigt.

Ihnen stärkte Hütter im Nachgang demonstrativ den Rücken. "Man muss den Spielern auch manchmal helfen", sagte der Chefcoach. "Ich habe die Geduld und die Vernunft, ich stehe hinter den Spielern, auch wenn sie mal nicht die Form haben."

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Verschnaufpause für Dost möglich

Das nötige Spielglück sollte am besten bis Sonntag nach Frankfurt zurückkehren. Darauf hoffen vor allem Bas Dost und André Silva, die die undankbare Aufgabe haben, ihre Vorgänger Rebic, Haller und Jovic vergessen zu machen. Dost wirkte gegen London nicht nur etwas behäbig, er gab auch zu, noch konditionellen Aufholbedarf zu haben. "Ein bisschen tot", sei er gewesen, erklärte der Niederländer.

Nebenmann Silva deutete auch in der Europa League einige Male sein fußballerisches Talent an. Mit feiner Technik und gutem Auge ist der Portugiese gesegnet, seinen Killerinstinkt vor dem Tor muss er aber definitiv noch wecken. Ob Silva erneut Seite an Seite mit Dost stürmen wird, ist derweil noch unklar. Hütter kündigte einige Veränderungen in der Startelf an. Die Zeit ist schließlich knapp, und die Knochen sind schwer.

Voraussichtliche Aufstellung Eintracht BVB