Eintracht-Trainer Adi Hütter

Nach dem 5:0-Sieg im Hinspiel der Europa-League-Qualifikation steht Eintracht Frankfurt so gut wie sicher in der nächsten Runde. Sportlich wertvoll ist das Spiel gegen Vaduz für Eintracht-Coach Adi Hütter dennoch.

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zum Video Die Eintracht-Pressekonferenz vor dem Vaduz-Rückspiel – die wichtigsten Aussagen

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Flutlicht, 48.000 verkaufte Tickets, eine Fanmeile vor der Arena – vor dem Spiel von Eintracht Frankfurt gegen den FC Vaduz deutet mal wieder alles auf einen hessisch-europäischen Festtag hin. Sonderlich spannend wird es im Stadtwald aber wohl nicht werden. 5:0 gewann die Eintracht das Hinspiel, was das Rückspiel zu einem besseren Testkick für die Hessen macht.

Auch wenn Eintracht-Coach Adi Hütter das so niemals ausdrücken würde. "Ich werde eine Mannschaft auf den Platz bringen, die unbedingt gewinnen will", so Hütter auf der Pressekonferenz vor der Partie. Über die Möglichkeit zu rotieren, dürfte er dennoch erfreut sein. "Ich würde nie über einen zweiten Anzug sprechen. Aber wir werden morgen sicherlich mehr rotieren als sonst", kündigte Hütter an, der in Hinblick auf den Bundesligastart am Wochenende betonte: "Es gibt noch keine Stammformation für mich. Jeder einzelne kann sich in die Startelf für Sonntag spielen."

"Da waren ein paar Sachen, die nicht gepasst haben"

Klar ist: Das Spiel in Mannheim hat bezüglich der Stammformation zwar einige Fragen beantwortet. Etwa dass Filip Kostic in bestechender Frühform und Ante Rebic eigentlich unverzichtbar ist oder Linksverteidiger Danny da Costa ohne Qualitätsverlust von Erik Durm ersetzt werden kann. Das 5:3 beim Drittligisten warf aber auch ebenso viele Fragen auf, vor allem was das Abwehrverhalten angeht. "Da waren ein paar Sachen, die nicht gepasst haben", so Hütter. "Das hatte wenig mit dem zu tun, was die Mannschaft letztes Jahr gezeigt hat." Gemeinsames Anlaufen und Verteidigen, letztes Jahr noch eine Frankfurter Kernkompetenz, habe man in Mannheim nicht gesehen.

Und so wird der sportlich bedeutungslose Kick für Hütter eben doch bedeutsam, indem sich ihm die Möglichkeit bietet, dem einen oder anderen Spieler Spielpraxis unter Wettkampfbedingungen zu ermöglichen - und so einen genauen Blick auf den jeweiligen Leistungsstand zu werfen. Sebastian Rode werde definitiv spielen, so Hütter. Auch für Evan N’Dicka und Martin Hinteregger ist die Partie eine gute Möglichkeit, in den Rhythmus zu kommen. Dass dieser fehlt, hatte man einem Hinteregger gegen Mannheim deutlich angesehen. Ebenso wie Kapitän David Abraham, dessen potentieller Startelfersatz eben N’Dicka heißt.

"Ich habe ein Gefühl, wo die Mannschaft steht"

Trotz der noch offenen Fragen sagte Hütter: "Ich habe ein Gefühl, wo die Mannschaft steht." Dass die Hessen in der Saisonvorbereitung vornehmlich Pflicht- und keine Testspiele absolviert haben, dürfte ihm bei seiner Einschätzung geholfen haben, dem überschaubaren Niveau von Tallinn, Vaduz und Co. zum Trotz. "Natürlich sind die Gegner nicht in der obersten Kategorie zu Hause. Wichtig ist aber, mit Erfolgserlebnissen in die Saison zu gehen", so Hütter. "Die Gegner werden jetzt immer stärker. Hoffenheim, Straßburg, Leipzig. Da müssen wir an die oberste Grenze kommen."

Zunächst aber steht die Generalprobe an, mit einem Sparringspartner, dessen Kategorie sich schon an der Anzahl der mitreisenden Anhänger ablesen lässt. 162 Fans aus Vaduz kommen zum Spiel, eine einsame Trommel haben sie angemeldet. Zu einem Paukenschlag wird es aber wohl dennoch nicht kommen.