Axel Hellmann

Angesichts der Corona-Rekordzahlen scheinen auch Einschränkungen im Profifußball wieder möglich. Nun hat sich Eintracht-Vorstand Axel Hellmann zur Thematik geäußert - und wirft der Politik Versäumnisse vor.

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heimspiel vom 22.12.
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Die vierte Welle ist in vollem Gange, die Coronazahlen explodieren, die Situation in den Krankenhäusern ist dramatisch. Vielerorts treten dieser Tage daher neue Corona-Beschränkungen in Kraft. Und im Fußball? Gegen Royal Antwerpen und Union Berlin darf Eintracht Frankfurt noch vor 40.000 Fans spielen. Und dann? "Die Sorge ist groß", so Eintracht-Vorstand Axel Hellmann im hr-heimspiel! am Montag. "Aber ich kann in der aktuellen Situation sogar verstehen, wenn es zu Einschränkungen kommt."

Man habe bei Eintracht Frankfurt stets gesagt, dass sich der Fußball der Beherrschbarkeit der Pandemie unterzuordnen habe, so Hellmann weiter. Nun müsse man aber ausbaden, was im Sommer von politischer Seite versäumt worden sei. "Meiner Ansicht nach sind die politischen Fehler vorher gemacht worden, im letzten Jahr und im Sommer, gerade was die Impfkampagne anbelangt."

"Die sind am Ende auch nur die armen Würste"

Käme es nun wieder zu Beschränkungen, sei das im Sinne einer pandemischen Notsituation. Hellmann nannte explizit die Hospitalisierungs- und Morbiditätsraten. "Meine Hoffnung, dass die Pandemie gut gemanagt wird, hier in diesem Land, ist auf einem niedrigen Niveau. Wir fahren auf Sicht", so Hellmann.

Die konkrete Arbeit mit den Gesundheitsämtern nahm Hellmann explizit von seiner Kritik aus. "Die Arbeit mit den Gesundheitsämtern klappt ziemlich gut. Die sind am Ende auch nur die armen Würste in der Kette, die Verordnungen auf den Tisch gelegt bekommen", so Hellmann. Das Problem seien eher die politischen Prozesse. "Es wird kurzfristig entschieden, entweder treffen die Ministerpräsidenten zusammen oder sie tun es nicht. Es gibt kein klares politisches Konzept. An diesem Punkt sind wir in einem Boot mit den Gesundheitsämtern", so Hellmann.

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"Mein Optimismus ist nicht sehr groß"

Die Zusagen für die Stadionauslasten erfolgen in dieser Saison kurzfristig, zu Beginn der Spielzeit lag das Kontingent noch bei wenigen tausend, steigerte sich aber bis zur Vollauslastung. Damit dürfte es bald wieder vorbei sein. "Ich bin froh, dass wir fürs erste unsere Zusagen für Antwerpen und Union Berlin haben. Aber was danach kommt, weiß keiner", so Hellmann. "Wir können nicht jedes Mal einen Bundesligabetrieb kurzfristig anwerfen, wenn wir fünf Tage Reaktionszeit haben. Das klappt nicht in unserer internen Organisation, und das klappt nicht für die Fans."

Für die nahe Zukunft erwartet Hellmann daher einen Umstieg auf 2G bzw. 2G+-Modelle. "Ich glaube nicht, dass wir mit 3G-Modellen über den Winter kommen. Ich bin nicht naiv. Ich habe die Befürchtung, dass sich das weiter einengt, und dann wird das stark in Richtung 2G und 2G+ geht. Mein Optimismus ist nicht sehr groß."