Nach dem Jubel muss der Blick bei Eintracht Frankfurt auf die Bundesliga gerichtet werden.
Nach dem Jubel muss der Blick bei Eintracht Frankfurt auf die Bundesliga gerichtet werden. Bild © Imago Images

Es ist der nächste gewaltiger Spagat für Eintracht Frankfurt: Nach der Europa-League-Auslosung mit dem Traumlos Benfica Lissabon geht es in der Bundesliga weiter gegen den 1. FC Nürnberg. Für Trainer Adi Hütter eine gefährliche Kombination.

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Adi Hütter

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Mehr als 230.000 Mitglieder, 36 Meisterschaften, jeweils zweimaliger Sieger des Europapokals der Landesmeister und des Weltpokals: Benfica Lissabon ist ohne Zweifel eine große Nummer im europäischen Fußball. Nicht zu Unrecht nannte Eintracht-Trainer Adi Hütter den nächsten Gegner seiner Frankfurter in der Europa League daher "ein tolles Los". Der am 28. Februar 1904 portugiesische Rekordmeister sei ein "großer Name" im europäischen Fußball und ein "unangenehmer" Kontrahent.

Besondere Duelle für Jovic und Seferovic

In der portugiesischen Hauptstadt ist das im Oktober 2003 eröffnete Estádio da Luz der nächste Spielort für die Eintracht. 65.647 Zuschauer umfasst das von den Anhängern Benficas als "A Catedral" bezeichnete EM-Stadion. Für zwei Spieler steht dabei das Aufeinandertreffen mit dem Ex-Klub auf dem Plan: Haris Seferovic und Luka Jovic, die im Sommer 2017 die Vereine tauschten.

Seferovic verließ die Eintracht nach drei Jahren als Relegationsheld ablösefrei in Richtung Lissabon, während Jovic für zwei Jahre auf Leihbasis kam und demnächst für kolportierte sechs Millionen Euro fest verpflichtet werden soll. "Ich habe im Flugzeug gesehen, wie er sich darüber gefreut hat. Er kennt die Gegebenheiten dort und ist noch zusätzlich motiviert", vermutete Hütter.

Hütters Kritik an der UEFA

Der Trainer hofft, bei der Partie gegen den Traditionsklub von der Atlantikküste am Seitenrand stehen zu dürfen. Der 48-Jährige musste bereits in der "Fußballkathedrale" Guiseppe-Meazza-Stadion von der Tribüne aus nach seinem Flaschentritt zuschauen. Am 28. März findet die Verhandlung über das weitere Vorgehen statt. "Ich habe mich an alle Regeln gehalten. Es gab null Kommunikation nach unten. Wir hatten zuvor schon alles besprochen", gab Hütter Einblick in den Tag rund um das Duell gegen Inter Mailand. Er kritisierte aber die Regeln der UEFA nach Abpfiff: "Es war schlimm, dass man dann noch 15 Minuten warten musste, bis man zur Mannschaft durfte. Das fand ich komisch und verstehe nicht ganz, warum das so lange dauerte."

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UEFA verhandelt drohenden Eintracht-Fanausschluss

Die UEFA wird das erneute Abbrennen von Pyrotechnik und das Werfen von Gegenständen durch Fans von Eintracht Frankfurt im Europa-League-Spiel bei Inter Mailand (1:0) und den Flaschentritt von Trainer Adi Hütter am 28. März verhandeln. Die Anhänger befinden sich nach ihrem Fehlverhalten im Dezember beim Gastspiel in Rom auf Bewährung, es droht ein Zuschauerausschluss beim Auswärtsspiel gegen Benfica Lissabon.

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So ordentlich der Blick von den oberen Rängen auch war und so groß das Vertrauen in die Arbeit der Assistenten Christian Peintinger und Armin Reutershahn sein mag - miterleben will Hütter die kommende Begegnung gegen Lissabon aus nächster Nähe. Damit bis zur Reise in den Süden Europas das Selbstvertrauen der Eintracht weiterhin auf hohem Level bleibt, müssen die Hessen auch in der Bundesliga ihre Hausaufgaben erfolgreich verrichten. Der Kontrast am Wochenende könnte gewaltiger kaum sein: Auf Inter Mailand und die Auslosung des nächsten Gegners mit Champions-League-Format folgt das Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg.

Kopfsache gegen den 1. FC Nürnberg

Daten gefällig? Tabellenletzter mit 13 Punkten, ein Torverhältnis von 19:51, der letzte Bundesligasieg liegt 19 Partien zurück und auf Relegationsrang 16 beträgt der Rückstand sechs Zähler. Doch trotzdem warnt Hütter vor dem Duell am Sonntag. "Das ist eine große Herausforderung für meine Mannschaft", sagte er und meinte damit vor allem die Erwartungshaltung in Richtung Eintracht. Jeder rechne mit einen Sieg und sein Team brauche eine dementsprechende Leistung.

Bislang funktionierte das Team nach Europa-League-Auftritten ordentlich, nur gegen den VfL Wolfsburg gab es im Anschluss an ein internationales Spiel eine Niederlage. Als Selbstverständlichkeit sieht der Trainer, der möglicherweise auf David Abraham und Ante Rebic zurückgreifen kann, das aber nicht: "Wer mich kennt, der weiß, dass ich keinen Gegner unterschätze. Es ist jedesmal ein harter Kopf, die Jungs dorthin zu bringen, dass sie hungrig bleiben."