Andre Silva

Was Eintracht-Trainer Adi Hütter vor der Saison ankündigte, setzte seine Mannschaft schon in den ersten drei Spielen in die Tat um: Die Hessen sind endlich wieder aggressiv.

Almamy Touré scheint gut zugehört zu haben. "Der Trainer will noch mehr Aggressivität und Vertikalität bei Balleroberung sehen", sagte Eintracht Frankfurts zum offensiven Außenverteidiger umgeschulter Franzose bereits nach wenigen Trainingseinheiten der Saisonvorbereitung. "Unsere Aggressivität ist das, was uns diese Saison auch wieder auszeichnen soll." Nach drei Spielen in der neuen Bundesligasaison kann man sagen: Das klappt soweit ganz gut.

Zwar hatte die Eintracht in der Auftaktpartie gegen Bielefeld und auch beim 2:1-Sieg gegen Hoffenheim so ihre Schwächephasen, die Marschroute war aber klar zu sehen. Draufgehen, dagegenhalten, kratzen, beißen, spucken. "Ich möchte wieder eine Mannschaft haben, die versucht, die Art und Weise von Fußball aus dem ersten Jahr zu spielen", sagte Hütter vor Saisonbeginn. Soll heißen: hohes Pressing, Aggressivität, schnelles Umschalten und viel Risiko. Vor allem die zweite Hälfte gegen Hoffenheim war ein Lehrstück in Sachen Wille, als die Hessen den Rückstand in einem wahren Kraftakt zu einem hochverdienten Sieg drehten.

356 gewonnene Zweikämpfe

Die alte Galligkeit der Hessen, die im Pokalsiegerjahr 2018 und der folgenden Europacup-Saison fast eine Art Markenzeichen, in der abgelaufenen Saison jedoch viel zu selten zu sehen war, sie ist zurück. Das belegen auch die Zahlen: 356 Zweikämpfe haben die Hessen in dieser Saison bereits gewonnen, das ist Ligaspitze. In der Luft gewann Hütters Mannschaft bereits 78 Duelle, was ligaweit Platz drei bedeutet. Ebenfalls auf Platz drei liegt man in Sachen Fouls, schon 42 Mal legten die Hessen ihren Gegner regelwidrig.

Foul oder nicht: Die Eintracht ist giftig und schafft das, was man gemeinhin "in die Zweikämpfe kommen" nennt. Sowohl bei den Sprints (693) als auch bei den intensiven Läufen (2.194) liegen die Hessen ligaweit auf einem guten fünften Platz. Sie sind also rechtzeitig am Mann, anstatt Ball und Gegner hinterherzulaufen.

Mehr Ballgewinne, mehr Abschlüsse

In der Konsequenz kommt die Eintracht durch die vielen gewonnenen Zweikämpfe und Ballgewinne auch in zahlreiche Abschlusssituationen. Nur die Bayern, Leipzig und der VfB Stuttgart schossen häufiger aufs Tor als die Eintracht (45 Torschüsse), allein André Silva versuchte sein Glück bereits 14 Mal.

Mit dem Ergebnis, aus drei Spielen sieben Punkte geholt zu haben und in der Tabelle auf dem dritten Rang zu stehen. "Man sieht, welchen Willen wir in der Mannschaft haben", sagte Eintracht-Keeper Kevin Trapp nach dem Spiel gegen die TSG Hoffenheim. Das dürfte nicht nur Hütter gefallen.