Paciencia jubelt
Goncalo Paciencia jubelt Bild © Imago Images

Zwei Niederlagen in Folge zum Trotz gibt es bei Eintracht Frankfurt auch einen Gewinner. Stürmer Goncalo Paciencia spielt sich in den Fokus. Auch dank einer Qualität, die den Portugiesen selbst überrascht.

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Nein, mit Horst Hrubesch hat Gonzalo Paciencia wirklich nicht viel gemein. Braunhaarig statt blond, offen und zu Scherzen aufgelegt statt nordisch kühl. Und dennoch: Wer den Portugiesen bei seinem Treffer zum 1:0 gegen den FC Augsburg in der Luft stehen sah, musste unweigerlich an das Hamburger Kopfballungeheuer a.D. denken. Selten sah man in Frankfurt einen so schulbuchmäßigen Kopfball.

Zum Sieg gegen die Fuggerstädter hat es nicht gereicht, Paciencia aber konnte mit seinem zweiten Tor in den vergangenen zwei Pflichtspielen weiter Werbung in eigener Sache machen. Fünf Treffer hat der 24-Jährige mittlerweile für die Hessen erzielt. Alle mit dem Kopf. Ein Frankfurter Kopfballungeheuer also? Paciencia selbst scheint ziemlich überrascht von seiner neuen Qualität. "Letztes Jahr habe ich zehn Tore geschossen, aber kaum eines per Kopf", so Paciencia. Er mache schon Witze mit den Mannschaftskameraden darüber, dass er nur noch mit dem Kopf treffe. "Aber ich kann es auch per Fuß, das werde ich in der Zukunft zeigen."

"Es war das schlechtestes Spiel der Saison"

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Gegen Augsburg hätte er dazu bereits die Möglichkeit gehabt, aber eine Hereingabe von Ante Rebic setzte er neben das Tor. Es wäre das 2:0 gewesen, das Spiel hätte eine andere Wendung genommen. So aber traf Marco Richter kurze Zeit später zum Ausgleich – und die Partie kippte. "Es war das schlechtestes Spiel der Saison", so Paciencia, der aber auch sagt: "Es ist ganz normal, dass, wenn eine Mannschaft die ganze Saison so spielt wie wir, auch mal so ein Spiel passiert."

Trotz zweier Niederlagen macht Paciencia einen entspannten Eindruck, der ganze Mann wirkt wie ein einziger Surfergruß. "Ich denke nicht nach über Dinge, die ich nicht ändern kann. Das liegt in der Vergangenheit", sagt Paciencia über seine vergebene Großchance gegen Augsburg. Mit derselben Gelassenheit gibt er sich öffentlich. Vor dem Spiel in Lissabon gab er Eintracht-Fans kulinarische Tipps auf Twitter, den Benfica-Fans rät er nun, sich die Frankfurter Innenstadt anzuschauen und an den Main zu gehen. "Aber nicht zu mir nach Hause kommen und mich stören", lacht er.

"Die ersten Minuten werden entscheidend sein"

Da ruht einer in sich, der in Frankfurt einen schwierigen Start hatte. Neues Land, neuer Klub – dann direkt verletzt. Pünktlich zum Ausfall von Sébastien Haller ist Paciencia wieder da und trifft verlässlich. Auch wenn er andere Qualitäten des Franzosen noch vermissen lässt. In der Luft ist er aktuell eine Macht, aber mit dem Ball am Fuß trifft er hier und da noch die falsche Entscheidung, wo Haller die Kugel clever weiterspielt. Auch deshalb sagt Paciencia: "Sébastien fehlt uns sehr."

Haller wird auch gegen Benfica Lissabon fehlen, Paciencia aller Voraussicht nach zum Einsatz kommen. Ob von Beginn an oder von der Bank, der Portugiese nimmt es, wie es kommt. Das Erfolgsrezept ist so oder so klar: "Die ersten Minuten werden entscheidend sein", so Paciencia. "Wenn wir in den ersten Minuten treffen, wird Benfica das spüren."

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Und wer weiß, vielleicht ist es ja wie im Hinspiel Paciencia, der seinen Landsleuten weh tut. Ob endlich mal mit dem Fuß oder wieder mit dem Kopf, Paciencia wird auch das gelassen nehmen.