Eintracht-Verteidiger Martin Hinteregger.
Eintracht-Verteidiger Martin Hinteregger Bild © Imago Images

Martin Hinteregger ist bei Eintracht Frankfurt in Rekordzeit zum Publikumsliebling geworden. Im Interview spricht er über einen möglichen Verbleib, warum er lieber in den Achtzigern Profi gewesen wäre und wie er den Hinti-Army-Song von FUSSBALL 2000 findet.

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zum hr3.de Video Martin Hinteregger: "Man hat richtiges Feuer in den Augen gesehen"

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Er ist der Publikumsliebling der Saison - und das, obwohl Martin Hinteregger erst in der Winterpause an den Main gewechselt ist. Im Gespräch mit der hr3-Morningshow hat der Verteidiger verraten, warum er eine besondere Verbindung mit den Eintracht-Fans hat und was gegen Bayern München am Samstag noch geht.

Das sagt Martin Hinteregger über...

...seinen Start bei der Eintracht:

Ich bin in eine fantastische Mannschaft mit einem Top-Trainer gekommen. Ich wollte das Vertrauen zurückgeben, nachdem mir Frankfurt die Chance gegeben hat. Ich hatte mit meiner Karriere fast schon abgeschlossen, da kommt Frankfurt daher und gibt mir noch einmal eine Chance. Ich habe von Anfang an gedacht: Als Dank gebe ich euch alles zurück, was ich habe.

...sein Leben als Profi:

Ich wäre lieber in den Achtzigern Profi gewesen. Weil du da ohne Probleme mal rausgehen konntest, ohne Angst zu haben, dass irgendwas in den Medien ist oder dass dich irgendjemand fotografiert oder filmt. Man hat sich als Fußballer viel freier bewegen können. Und der Fußball war ehrlicher. Es war eine ehrlichere Zeit.

...seinen Abschied aus Augsburg und seine Aussage: "Ich kann nichts Negatives über den Trainer sagen, aber auch nichts Positives":

Ich finde es generell nicht gut, dass man als Profi alles zehnmal hinterfragen muss, was man sagt. Nach dem Spiel geht man voller Adrenalin zum Interview und muss dann noch die richtigen Worte finden. Man geht eigentlich in jedes Interview und hofft, nichts Falsches zu sagen. Als ich die Aussage tätigte, war mir überhaupt nicht bewusst, dass das in irgendeiner Weise schlimm ist, weil ich eigentlich dachte, dass ich nichts Negatives sage. Aber irgendwie wurde die Aussage dann umgedreht. Mit Medien war ich noch nie der Cleverste. Weil ich einfach bin, wie ich bin.

...sein Verhältnis zu den Eintracht-Fans:

Nach dem Spiel in Chelsea gab es viel Leere und Enttäuschung aber wenn man das Bild, in dem ich von einem Fan umarmt werde, anschaut, zeigt es, wie es mir ergangen ist. Ich war enttäuscht, aber ich war auch stolz. Wenn man den Fans in die Augen geschaut hat, hat man gesehen, dass sie irgendwie auch glücklich waren, obwohl wir verloren haben. Wir kriegen die Unterstützung der Fans natürlich mit. Wir haben sie auf dem Weg ins Stadion schon mitbekommen. Das war keine normale Anreise, das waren pure Emotionen. Du hast das Feuer in den Augen der Leute gesehen. Das hat uns so sehr in das Stadion getragen, dass wir dann auch so eine Leistung abrufen konnten. Ohne die Fans wäre das nicht möglich gewesen.

...seinen Fan-Song "Hinti Army" vom Eintracht-Videopodcast FUSSBALL 2000:

Das ist einfach unbeschreiblich. Ich habe von dem Song  in der Länderspielpause erfahren und wusste noch gar nicht, was es damit auf sich hat. Mittlerweile werde ich jeden Tag mit der Hinti Army konfrontiert. Das aktuellste Beispiel: Heute lag ich bei der Behandlung, da kam Marco Russ rein und stimmt das Lied an. Neben mir lag Simon Falette und sang sofort mit. Wie oft ich Spieler erwische, die unter der Dusche kurz das Lied summen. Ich bin schon gespannt, wann er in Österreich in den Charts landet.

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...seinen Verbleib in Frankfurt:

Es ist gerade so eine geile Phase in meiner Karriere, dass es mir am liebsten wäre, wenn am 25. Mai die neue Saison losgehen würde. Ich habe so viel Spaß daran, hier in diesem Stadion zu spielen und die ganzen Emotionen mitzunehmen. Mein Wunsch ist allen klar. Wie mich hier alle von Anfang an aufgenommen und ins Herz geschlossen haben, so war es bei mir auch. Mein Wunsch und meine Bitte steht. Aber ab jetzt kann ich keinen Einfluss mehr nehmen.

...das Spiel gegen die Bayern:

Die Bayern und die Meisterschaft interessieren uns gar nicht. Was wir dieses Jahr in Europa erlebt haben, wollen wir wieder. Das war außergewöhnlich. Und deswegen wissen wir, was wir in München zu tun haben. Genau so werden wir das Spiel angehen. Bayern ist keine einfache Mannschaft aber gegen Chelsea haben wir bewiesen, dass wir gegen solche Mannschaften gut drauf sind.