Rafael Santos Borré

Mit der Verpflichtung von Rafael Santos Borré reagiert Eintracht Frankfurt auf den Abgang von Stümer André Silva. Ein Eins-zu-Eins-Ersatz ist Borré nicht, aber mit seinen Qualitäten könnte der Kolumbianer perfekt zur Eintracht passen.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht holt Borré

Rafael Santos Borré
Ende des Audiobeitrags

Verfolgt man das Training von Eintracht Frankfurt unter dem neuen Trainer Oliver Glasner, wird schnell klar, wohin die Reise geht. Viele schnelle Spielformen, direkte Kontakte, intensive Sprints auf der Jagd nach dem Ball: Glasner impft der Eintracht das bedingungslose Pressing ein.

Einer, der auf der Jagd noch nicht dabei ist, demnächst aber bei der Eintracht aufschlagen wird, ist Rafael Santos Borré. Am Montag vermeldeten die Hessen die Verpflichtung des 25-jährigen Kolumbianers, der zuletzt bei River Plate in Argentinien kickte und dort in 149 Pflichtspielen 56 Tore schoss. Und auch, wenn Borré mit Verspätung ins Training einsteigen wird, kann man sagen: Er wird sich dort bestimmt wohlfühlen.

"Sehr dynamisch, schnell, unglaublich giftig"

Denn Borré bringt vieles mit, was ihn für den Glasner-Fußball prädestiniert. Vor allem das, was seinem Vorgänger André Silva bei all seinen Stärken wohl am ehesten abging: Dynamik. "Er ist der Spieler, der das Tempo und die Tiefenläufe mitbringt, die wir verstärkt haben wollen", sagte Glasner am Rande des Trainings am Montag. Der argentinische Journalist und River-Experte Sebastián Srur sagte zuletzt im Interview mit "Sky": "Borré ist ein sehr leidenschaftlicher Spieler, der sich auf dem Platz zerreißt. Er ist sehr dynamisch, schnell, unglaublich giftig im Zweikampf. Seine Intensität ist immer am Anschlag."

Externer Inhalt

Externen Inhalt von YouTube (Video) anzeigen?

An dieser Stelle befindet sich ein von unserer Redaktion empfohlener Inhalt von YouTube (Video). Beim Laden des Inhalts werden Daten an den Anbieter und ggf. weitere Dritte übertragen. Nähere Informationen erhalten Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ende des externen Inhalts

Tempo, Tiefe, Intensität: Das klingt schon sehr nach Glasner-Fußball. Dabei zeichnen die Läufe in die Tiefe Borré ebenso aus wie das geschickte Öffnen von Räumen für die Mitspieler. "Er ist kein klassischer Neuner, also kein Strafraumstürmer, eher einer, der sich neben einem großen Stürmer wohlfühlt", so Srur. Bedeutet: Ist der Weg für Borré selbst in die Abschlussposition verbaut, versteht er es, sich so in den Raum zu bewegen, dass er einen Verteidiger mitzieht. Und der zweite Stürmer im Idealfall in die Abschlussposition kommt.

"Ein sehr moderner Stürmer"

Borré und Frankfurt könnten auch deshalb zueinander passen, weil er "ein sehr moderner Stürmer ist", wie es der Journalist Tom Nash vom River-Podcast "River Plate Pod" ausdrückt. "Sein Beitrag zum Spiel ohne Ball ist fast noch größer als sein Beitrag zum Spiel mit Ball. Er ist ein sehr moderner Stürmer, sprich der erste Defensivspieler. Er geht jedem Ball hinterher und übt sehr geschickt Druck auf die Abwehrspieler aus, damit diese das Spiel nicht sauber aufbauen können." Genau diese Form des Anlaufens hat Glasners Fußball in Wolfsburg ausgezeichnet, und wird wohl auch in Frankfurt praktiziert werden.

Borrés Attribute lauten also: giftig, leidenschaftlich, clever und mit ausgeprägtem Torriecher ausgestattet. "Ich kann der Eintracht nur gratulieren", sagt der argentinische Journalist Srur. Glasner erklärte am Rande des montäglichen Trainings: "Nirgends funktioniert es, dass ein 28-Tore-Stürmer durch einen neuen 28-Tore-Stürmer ersetzt wird. Wir wollen auch keinem Stürmer das Schild umhängen, 28 Tore schießen zu müssen." Ein paar, so viel lässt sich sagen, werden es aber sicher werden.