Jovic, Rode und Fernandes jubeln
Sebastian Rode (Mitte) feierte gegen Freiburg eine gelungene Rückkehr. Bild © Imago Images

Der Heimsieg der Frankfurter Eintracht gegen Freiburg ist auch ein Kapitel in der persönlichen Geschichte von Sebastian Rode. Ein Kapitel, das es ohne Ante Rebic, Luka Jovic und Sébastien Haller so vielleicht nicht gegeben hätte.

Videobeitrag
Adi Hütter in der PK

Video

zum Video Hütter: "Rode hat ein sehr ordentliches Spiel gemacht."

Ende des Videobeitrags

"Er hat die richtige Mentalität. Ich bin mir sicher, dass er nicht eineinhalb Jahre Ferien gemacht hat." (Gelson Fernandes)

"In der Zeit, seitdem er da ist, hat er sich gut präsentiert." (Adi Hütter)

"Es hat unglaublich viel Spaß gemacht. Ich war sehr aufgeregt und bin froh, dass wir gewinnen konnten." (Sebastian Rode)

Gesprächsthema Nummer eins und einer der meistgefragten Interviewpartner – nach dem Spiel gegen den SC Freiburg war Sebastian Rode beides auf einmal. Warum auch nicht? Für den Winter-Neuzugang, der Ende Dezember auf Leihbasis von Borussia Dortmund zur Frankfurter Eintracht zurückgekehrt war, war der Bundesliga-Rückrundenstart auch so etwas wie ein persönlicher Neustart.

Nach seinem bis dahin letzten Profi-Pflichtspiel im Mai 2017 – einem 1:1 des BVB in Augsburg – folgte für Rode eine schwierige Verletzungspause: Muskelfaserriss, Stressreaktion, Leisten-OP, muskuläre Probleme, Wadenprobleme, Oberschenkelprobleme. Die Krankenakte wurde immer dicker, die Phase ohne echte Spielpraxis immer länger. Bis zum vergangenen Samstagnachmittag. Zur besten Fußball-Zeit um 15.30 Uhr feierte der 28-Jährige, der bereits zwischen 2010 und 2014 im Eintracht-Trikot unterwegs war, eine umjubelte Rückkehr.

Weitere Informationen

Bobic im heimspiel!

Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic ist am Montag im heimspiel! des hr-fernsehens zu Gast. Beginn der Sendung ist um 23.15 Uhr.

Ende der weiteren Informationen

"Er hat sich angeboten", fasste Frankfurts Trainer Adi Hütter kurz und knapp zusammen, warum er seinen Schützling praktisch von null auf hundert in die Startelf katapultierte. Allen voran im Trainingslager-Testspiel in Florida gegen São Paulo (2:1) habe der defensive Mittelfeldspieler zu überzeugen gewusst. "Da war er sehr aktiv, immer anspielbar und hatte gute Lösungen."

Ein Arbeitszeugnis, das man Rode auch nach dem 3:1-Heimsieg gegen Freiburg problemlos ausstellen könnte. Nachdem er bereits am Freitag von seiner Startelf-Nominierung erfahren hatte, lieferte er eine Nacht später ein überzeugendes Comeback ab. Der in Seeheim-Jugenheim geborene "Hessebub" (weitere Stationen waren unter anderem Viktoria Griesheim, Darmstadt 98 und Kickers Offenbach) wirkte vom Anpfiff weg hellwach und gierig darauf, sich sowohl in der eigenen als auch in der gegnerischen Hälfte am Spielaufbau zu beteiligen.  

Frankfurt läuft und läuft und läuft

Besonders bemerkenswert ist allerdings der Blick auf Rodes Laufleistung. Bis zu seiner Auswechslung in der 72. Minute spulte er auf der Sechser-Position 10,42 Kilometer ab. In einer ohnehin laufhungrigen Frankfurter Mannschaft (neun Profis erreichten einen Wert von mehr als zehn Kilometern) hätte Rode über die vollen 90 Minuten vermutlich auch den Bestwert von Mittelfeld-Partner Gelson Fernandes (13,33 Kilometer) geknackt.

Und so ganz nebenbei werkelte der Rückkehrer auch noch am 1:0 mit, als er erst die anschließend kurz ausgeführte Ecke rausholte und kurz darauf die entscheidende Flanke schlug. "Das war wie ein Dosenöffner", sagte Rode. Fans und User honorierten seine Leistung im hessenschau.de-Spielerzeugnis bis Sonntagnachmittag mit einer Durchschnittsnote von 2,2.

Videobeitrag
Gell da guckst du

Video

zum Video Gell, da guckste - die Eintracht-Analyse

Ende des Videobeitrags

Eine Bewertung, die seinen Trainer sicherlich freuen wird. Denn als Hütter Rode ins kalte Startelf-Wasser schubste, hat er sich mehr gedacht als bloß "er hat sich angeboten". Viel mehr. "Es hat auch immer etwas mit der Systematik zu tun", gab der Österreicher einen Einblick in seine taktischen Überlegungen. Die Quintessenz: Das Sturm-Trio Sébastien Haller, Ante Rebic und Luka Jovic spielt, also spielt auch Rode. 

"Wenn ich mit drei Spitzen spiele, spiele ich lieber mit zwei Sechsern", erklärte Hütter, wie er die Wucht der Offensive mit dem Duo Rode/Fernandes auszugleichen versucht. "Es gibt auch die Möglichkeit, mit einer Sechs, zwei Achtern und zwei Spitzen zu spielen. Sebastian ist Sechser und Achter, ein Verbindungsspieler nach vorne. Aber ich habe mich diesmal so entschieden, vorne wieder mit allen drei Stürmern zu spielen – deswegen ist er auch in die Startelf gerückt." Und hat damit Jonathan de Guzmán und Jetro Willems ausgestochen, die nach Hütters Auskunft aber ebenfalls "eine sehr gute Vorbereitung" absolviert haben.

Samstag in Bremen

Ob der 28-Jährige auch am kommenden Spieltag von Beginn an ran darf, ist freilich offen. Beim Gastspiel in Bremen am Samstag (18.30 Uhr) rechnet der Coach – weil Werder eher eine spielbestimmende Mannschaft ist als Freiburg – mit "mehr Räumen in der Offensive".  Vielleicht ist Rode ja auch nach dieser Partie Gesprächsthema Nummer eins und einer der gefragtesten Interviewpartner.