Simon Falette
Simon Falette packt gegen Benficas Gedson die Sense aus Bild © Imago Images

Bei Eintracht Frankfurt ist Simon Falette höchstens noch Ergänzungsspieler. Gegen Benfica Lissabon spielt der Franzose nach drei Monaten wieder – und wird zum Fels in der Brandung.

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Irgendwann war es einfach zu viel. Simon Falette sank zu Boden, von Krämpfen geschüttelt, seine Mitspieler mussten ihm zu Hilfe eilen. Kurz zuvor hatte Falette einen seiner gefühlt 200 Zweikämpfe geführt, mal wieder erfolgreich. Als er nach kurzer Pause wieder auf den Beinen war, leuchtete auch schon seine Nummer auf der Tafel des Vierten Offiziellen. Und der Arbeitstag des Simon Falette ging in der 92. Minute des Spiels der Frankfurter Eintracht gegen Benfica Lissabon mit tosendem Applaus zu Ende.

Kurz darauf war Schluss, es blieb beim vielbejubelten 2:0-Sieg der Eintracht und der damit verbundenen Qualifikation fürs Europa-Legaue-Halbfinale. Für Falette war es ein Arbeitstag, der nicht besser hätte laufen können. Was nicht unbedingt die Regel in der aktuellen Karrierephase des 27-jährigen Franzosen. Seit 2017 kickt er bei der Eintracht, in der Vorsaison bestritt er noch 29 Pflichtspiele. Die Gegenwart sieht weniger rosig aus. Zehnmal stand Falette in dieser Saison auf dem Platz, zuletzt am 26. Januar beim 2:2 gegen Werder Bremen, wo er eine denkbar unglückliche Figur abgab. Fünf Tage später legte die Eintracht auf dem Transfermarkt nach und holte Martin Hinteregger und Almamy Touré. Und Falette war plötzlich nur noch Innenverteidiger Nummer fünf.

"Falette hat überragend gespielt"

Umso erstaunlicher seine Leistung im so wichtigen Spiel gegen Benfica, als er den verletzten Hinteregger, den gesperrten Evan N'Dicka und den nicht für die Europa League gemeldeten Touré mehr als solide vertrat. Nicht selten hieß die Endstation für die Benfica-Offensivabteilung um Jahrhunderttalent Joao Felix und Ex-Eintrachtler Haris Seferovic: Simon Falette. Mit der ihm eigenen rustikalen Art war Falette im Abnutzungskampf gegen die Portugiesen genau der richtige Mann. Lief die Gegner ab, haute dazwischen, prügelte den Ball hoch und weit nach vorne, wenn es sein musste. Kein Wunder also, dass sich auffallend viele seiner Kollegen nach Spielende positiv äußerten.

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Etwa Kapitän David Abraham: "Simon Falette hat zuletzt in Bremen gespielt, dann heute sowas. Großer Respekt vor ihm." Auch Makoto Hasebe, Falettes zweiter Defensivpartner, äußerte sich geradezu überschwänglich: "Falette hat überragend gespielt, nachdem er fast drei Monate überhaupt nicht gespielt hat. Er hat der Mannschaft sehr geholfen, das war ganz wichtig. Vor der Partie haben wir viel mit ihm geredet."

"Mehr Motivation und Mentalität geht nicht"

Dabei scheinen Hasebe und Co. die richtigen Worte gefunden zu haben. Von Unsicherheiten oder fehlender Gedankenschnelligkeit, die der Franzose in seinen weniger guten Spielen an den Tag zu legen neigt, war an diesem Abend im Stadtwald nichts zu sehen. Ein Sonderlob gab es daher auch von Sportvorstand Fredi Bobic: "Einen Spieler möchte ich herausheben: Simon Falette. Mehr Motivation und Mentalität geht nicht."

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Das hr-fernsehen widmet dem Spiel der Eintracht gegen Benfica Lissabon am Freitag um 19.15 Uhr eine Sondersendung.

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Auch Trainer Adi Hütter zeigte sich, auch noch einen Tag nach dem Spiel, von Falette beeindruckt. "Simon Falettes Leistung hat mich beeindruckt. Er hat gezeigt, dass er Mentalitätsspieler ist, auf den ich mich verlassen kann." Hütter ging gar so weit, von Falettes Leistung auf den generellen Zustand der Mannschaft zu schließen: "Wenn Spieler reinkommen und nahtlos an die Leistung der anderen anknüpfen, dann weiß ich, dass die Mannschaft funktioniert", so Hütter.

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"Simon hat gezeigt, dass er in die Mannschaft möchte"

Und Falette? An der generellen Hierarchie wird der Franzose nicht allzu viel verändert haben, aber: Hinteregger ist noch angeschlagen. N’Dicka und Touré wirkten im Spiel gegen Augsburg nicht sonderlich sattelfest. Gut möglich also, dass Falette in nicht allzu ferner Zukunft die nächste Bewährungsprobe bekommt. Das weiß auch sein Trainer: "Simon hat gezeigt, dass er in die Mannschaft möchte. Von daher habe ich die Qual der Wahl."