Tuta

Innenverteidiger Tuta ist eine der Entdeckungen der Saison bei Eintracht Frankfurt. Ausgerechnet im Highlightspiel in Barcelona muss der Brasilianer nun passen.

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Eintracht-Helden im Camp Nou?

Gröhlende Eintracht Frankfurt Fans. Im Hintergrund Tribünen von Barcelonas Stadion. Außerdem die beiden Logos von Eintracht Frankfurt und FC Barcelona. (Collage)
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Es hätte ja ein wirklich schönes Jubiläum werden können. Frühlingshafter Sonnenschein, 46.000 Fans im Stadion, ein machbarer Gegner, die Europapokalplätze in Schlagdistanz. Aber was folgte, waren zwei Freiburger Chancen und Tore, zwei Abseitstore der Eintracht und ein Schuss an den Innenpfosten – und nichts war’s mit dem gelungenen 50. Pflichtspiel von Tuta für Eintracht Frankfurt.

Man darf jedoch vermuten, dass auch bei einem Sieg gegen den SC Freiburg die Laune von Tuta zumindest ein bisschen gedrückt gewesen wäre. Schließlich dürfte ihm die Gelb-Rote Karte aus dem Hinspiel in der Europa League gegen den FC Barcelona noch immer im Hinterkopf gesteckt haben. Nach zwei Fouls in der zweiten Halbzeit verpasst Tuta nun das Highlight-Spiel in Barcelona. Was ist da schon ein Spiel gegen den SC Freiburg?

"Auf einmal greift ein Rädchen ins andere"

Für Tuta ist das besonders bitter, weil der Brasilianer eine der Entdeckungen der Saison bei Eintracht Frankfurt ist. Anfang 2021 als Nachfolger von David Abraham auch notgedrungen ins kalte Wasser geworfen, saß Tuta zu Beginn der laufenden Spielzeit teilweise sogar auf der Tribüne. Eine überschaubare Leistung beim Erstrundenaus im Pokal gegen Mannheim sorgte dafür, dass Trainer Oliver Glasner Tuta erst wieder am siebten Spieltag der Saison brachte – beim 2:1-Sieg gegen den FC Bayern München.

Seither ist der 2019 für 1,8 Millionen Euro aus der U20 des FC Sao Paulo geholte Tuta nicht mehr aus der Mannschaft wegzudenken. "Seit dem Bayern-Spiel, als ich erstmals in der Startelf stand, hat es eine ordentliche Entwicklung bei mir gegeben. Seitdem passiert vieles auf natürliche Art und Weise, das Selbstvertrauen wächst, man wird stärker, hat mehr Zutrauen. Auf einmal greift ein Rädchen ins andere", sagte er zuletzt der Frankfurter Rundschau.

"Da geht mir das Herz auf"

Tatsächlich sieht man bei Tuta aktuell fast wöchentlich einen Fortschritt. Er ist abgeklärter in den Zweikämpfen, sicherer im Spielaufbau, mutiger in der Vorwärtsverteidigung. Als er im Spiel gegen Betis Sevilla herausrückte und 30 Meter vor dem gegnerischen Tor den Ball gewann und direkt in den Lauf von Rafael Borré legte, schwärmte Glasner anschließend: "Da geht mir das Herz auf." Glasner sieht Tuta auf dem Weg zu einem Topverteidiger in der Bundesliga.

Weswegen es nicht nur Tuta schmerzt, dass er ausfällt, sondern auch seinen Trainer vor Probleme stellt. Zu Beginn der Saison, als Tuta noch außen vor war, verteidigte zunächst Stefan Ilsanker in der Dreierkette, anschließend stellte Glasner auf Viererkette um. Beides scheint eher keine Option in Barcelona zu sein. Fraglich ist auch, ob Glasner Makoto Hasebe zentral zwischen Evan N’dicka und Martin Hinteregger stellt, schließlich bekäme es Hasebe so mit dem pfeilschnellen Pierre-Emerick Aubameyang zu tun. Oder aber Glasner versucht Tuta eins zu eins mit Almamy Touré zu ersetzen, dem die Innenverteidigerposition auch nicht vollends fremd ist.

"Ich würde meine Arbeit bei der Eintracht gerne fortsetzen"

Sämtliche Varianten haben ihr Risiko. Genauso wie übrigens auch Tutas Vertrag, der nur noch bis 2023 gültig ist. Kein Wunder also, dass die Verantwortlichen der Eintracht mit Hochdruck an einer Vertragsverlängerung basteln. Er selbst sagte der FR: "Die Gespräche laufen mit dem Verein, sie laufen auch gut. Ich würde meine Arbeit bei der Eintracht gerne fortsetzen."

Es wäre eine Win-Win-Situation, bei der sich Tuta bei mehr Gehalt weiter in Ruhe zu dem Spieler entwickeln könnte, den Glasner in ihm sieht. Und Highlightspiele kann er ja auch in Frankfurt haben. Nicht in Barcelona am Donnerstag, aber vielleicht dann ja im Halbfinale.