Hasebe Abraham

Keine Mannschaft war in den ersten drei Saisonspielen älter als die von Eintracht Frankfurt. Doch die Eintracht bastelt schon längst am Umbruch.

Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey: Die Saison ist erst drei Spieltage alt, aber in einer Statistik hat sich Eintracht Frankfurt bereits uneinholbar in die Spitzenposition katapultiert. An jedem der drei Spieltage stellten die Hessen die älteste Mannschaft, mit im Schnitt 29,5 Jahren, 29,4 und 29,2. Glückwunsch dazu.

Die geballte Erfahrung, könnte man sagen, und die Ergebnisse mit sieben Punkten aus drei Spielen sprechen ja für sich. Auch gilt ja nach wie vor Otto Rehhagels alte Weisheit, dass es keine jungen und alten Spieler gibt, sondern nur gute und schlechte. Und dennoch: Kann die Altersstruktur des Kaders für Eintracht Frankfurt zum Problem werden?

Hätte eine Blutauffrischung gut getan?

Gleich sieben Spieler der Hessen sind nämlich 30 Jahre oder älter, ab diesem Sonntag gehört auch Sebastian Rode dazu. Neben Rode sind auch Kevin Trapp (30), Bas Dost (31), David Abraham (34) und Makoto Hasebe (36, damit der älteste Spieler der Liga) absolute Stammkräfte bei den Hessen. Abraham und wohl auch Hasebe gehen in ihre letzte Saison. Stellt sich die Frage, ob dem Kader eine Blutauffrischung nicht gut getan hätte.

Allein, sie ist schon längst auf dem Weg. Mit Martin Hinteregger (28) steht ein Spieler bereit, der die Fähigkeit mitbringt, Hasebe auf der Liberoposition zu ersetzen. Gleiches gilt für Abraham, der gegen Hoffenheim mit muskulären Problemen vom Feld musste, durch seinen Ersatzmann Tuta (21) aber hervorragend vertreten wurde. Und dann wäre da ja noch Innenverteidiger Evan N'Dicka (21), der aktuell verletzt ausfällt, wohl aber als das größte Talent der Eintracht gelten kann.

Erfolgsgsmodell Leihgeschäfte

Es scheint also, als könne die Eintracht ihre Oldies – Trapp und Rode ausgenommen – ohne nennenswerten Qualitätsverlust ersetzen. Auch im Mittelfeld, wo etwa Dominik Kohr (26) einem Stefan Ilsanker (31) in nicht sonderlich viel nachsteht und auch Aymen Barkok (22) und Djibril Sow (23) mit den Hufen scharren. Einzig hinter Bas Dost steht ein Fragezeichen, sollte er verletzungsbedingt passen müssen, was in der vergangenen Saison oft der Fall war, wäre er durch den jungen Ragnar Ache (22) weder qualitativ noch vom Spielertypus her zu ersetzen.

Noch nicht. Schließlich hat die Eintracht den in der Vergangenheit überaus erfolgreichen Weg, Talente erst einmal zu verleihen, auch in diesem Jahr verfolgt. Wie sich in der letzten und vorletzten Saison Tuta und Daichi Kamada anderswo die nötige Reife für die Bundesliga holten, sollen dies nun Dejan Joveljic (21, Wolfsberger AK) und Rodrigo Zalazar (21, St. Pauli) tun. Joveljic erzielte am vergangenen Wochenende seinen ersten Doppelpack, Zalazar ist bei St. Pauli Stammspieler.

Junge Spieler in der ersten Reihe

Laufen die Leihen ansatzweise so erfolgreich wie bei Tuta und Kamada, bekommt die Eintracht im kommenden Sommer zwei junge Alternativen zurück, die sich in dann eine ganze Riege talentierter junger Spieler einreihen. Die dann wohl allesamt nicht mehr in der zweiten Reihe stehen, sondern zum Stamm gehören.