Patrick Falk

In den Neunzigern galt Patrick Falk bei Eintracht Frankfurt als Jahrhunderttalent, auf Juniorenlevel steckte er selbst die ganz Großen in die Tasche. Dann kam der Schritt zu den Profis – und Felix Magath.

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zum Video Der Weg zum Profifußball – zwischen Hoffnung und Albtraum

Eintracht-Spieler auf dem Spielfeld.
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Der Fußball ist ein Sport voller Hätte-Wäre-Wenns. Was wäre wohl gewesen, hätte Alfons Berg klare Sicht gehabt? Wäre Jan-Aage Fjörtoft gestolpert. Wenn Felix Zwayer Elfmeter gepfiffen hätte? Die Fußballwelt, sie wäre eine andere.

Insbesondere der Übergang zu den Profis ist unberechenbar und voller Unwägbarkeiten. Der richtige Trainer, das Ausbleiben von schweren Verletzungen, die Chance zur rechten Zeit und die Chuzpe, sie zu nutzen: Um Profi zu werden, braucht es mehr als nur Talent. Es braucht das Glück, das alles passt. Sonst bleibt es beim Hätte-Wäre-Wenn.

"Das größte Talent, das ich je gesehen habe"

Einer, der davon ein Lied singen kann, ist der ehemalige Frankfurter Bundesligaprofi Patrick Falk. Kreativität, Torgefahr, Spielfreude – in den Neunzigern ist Falk im Trikot von Eintracht Frankfurt auf Juniorenlevel so etwas wie ein Star. Noch heute sagt sein ehemaliger Juniorennationaltrainer Erich Rutemöller über Falk: "Er war das größte Talent, das ich je gesehen habe."

Geschafft hat Falk es dennoch nicht. 13 Bundesligaspiele für Eintracht Frankfurt, eine Handvoll Zweit- und Drittligaspiele für Oberhausen und Braunschweig, Karriereende mit nur 24 Jahren. Gemessen an den Bestmarken in der Jugend ist das eine bittere Ausbeute.

Bester Mittelfeldspieler der U-16-EM und U-20-WM

Denn in der Jugend steckt Falk sie - Andrea Pirlo, Xavi, Carles Puyol – alle in die Tasche, wird als bester Mittelfeldspieler der U-16-Europameisterschaft und U-20-Weltmeisterschaft ausgezeichnet, schießt Tore von der Mittellinie und tanzt danach Samba an der Eckfahne. Schon bald stehen die großen Klubs Schlange. Ajax, Benfica, sogar der FC Barcelona. "Von den Turnieren bin ich mit 16, 17 Visitenkarten nach Hause gekommen", so Falk im hr heimspiel!

Nach einem kurzen Abstecher im letzten A-Jugend-Jahr zu Bayer Leverkusen kehrt Falk 1999 zur Eintracht zurück und schnell scheint es, der Spielmacher würde auch in der Bundesliga seinen Weg gehen. Unter Jörg Berger spielt Falk mit gerade 19 Jahren regelmäßig. Die Situation im Abstiegskampf ist nicht einfach für den Kreativspieler, aber das Wichtigste ist: Er spielt. Doch dann, wie es eben so ist, wendet sich das Schicksal.

"Sie müssen nicht mit mir reden, als wäre ich ein Straßenköter"

Sein Förderer Berger wird gefeuert und durch Felix Magath ersetzt, einen ausgewiesenen Schleifer, mit dessen rauer Gangart Falk ganz und gar nicht klarkommt. "Sie müssen nicht mit mir reden, als wäre ich ein Straßenköter", beschwert sich der Nachwuchsstar. Und ist bei "Quälix" fortan untendurch. Noch heute ist sich Falk sicher: "Die Karriere wäre ohne Magath anders verlaufen."

Es ist der Anfang vom Ende für Falk, der mangels Perspektive bei der Eintracht in die Regionalliga zu Braunschweig wechselt. In den Folgejahren tun Verletzungen ihr übriges, Falk kommt nicht mehr auf die Beine, verliert die Lust am Spiel – und beendet seine Karriere, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat.

Patrick Falk Fußballgott?

"Wäre er bei der Eintracht geblieben, wäre er vielleicht der Nachfolger von Jürgen Grabowski geworden", sagt Eintracht-Legende Charly Körbel. "Dann wäre vielleicht nicht Alex Meier der Fußballgott, sondern Patrick Falk." Dafür hätte der echte Fußballgott aber ein Einsehen haben müssen. So bleibt es beim Hätte-Wäre-Wenn.