Kevin Trapp kann den Gewaltschuss von Joao Felix nicht halten.
Kevin Trapp kann den Gewaltschuss von Joao Felix nicht halten. Bild © Imago

Lange Zeit in Unterzahl gespielt und vier Gegentore kassiert: Eintracht Frankfurt hat einen schwierigen Europapokal-Abend bei Benfica Lissabon hinter sich. Chancen auf den Einzug ins Halbfinale haben die Hessen trotzdem.

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Die Frankfurter Eintracht hat die erste Pflichtspiel-Niederlage im Jahr 2019 kassiert. Nach zuvor 15 ungeschlagenen Partien in Bundesliga und Europapokal verlor die Mannschaft von Trainer Adi Hütter das Hinspiel im Europa-League-Viertelfinale bei Benfica Lissabon am Donnerstag mit 2:4 (1:2).

Der 19 Jahre junge João Félix traf gleich drei Mal für die Gastgeber (21. Spielminute/Foulelfmeter, 43., 54.), zudem besorgte Ruben Dias das Tor zum zwischenzeitlichen 3:1 (50.). Der von Benfica an die Eintracht ausgeliehene Luka Jovic (40.) sowie Gonçalo Paciência (72.) sorgten für zwei Frankfurter Auswärtstore – und damit für eine trotzdem gute Ausgangslage für das Rückspiel in einer Woche. "Ich bin sehr zuversichtlich mit Blick auf das Rückspiel. Ich hab den Jungs gesagt: Die hauen wir weg im Rückspiel", gab sich Sportvorstand Fredi Bobic bei RTL optimistisch. (Mehr Stimmen zum Spiel gibt es hier.)

Rot für N'Dicka

Frankfurts Evan N'Dicka sah nach einer Notbremse die Rote Karte (20.). Bereits zu diesem Zeitpunkt hatten die 54.175 Zuschauer im Estádio da Luz eine leidenschaftlich umkämpfte Europapokal-Partie gesehen.

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Sondersendung im hr-fernsehen

Eine Tag nach dem Europapokal-Spiel der Eintracht in Lissabon zeigt das hr-fernsehen eine Sondersendung. Das heimspiel! extra "Die Rückkehr der Euro-Adler" beginnt am Freitag um 18.25 Uhr.

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Allein die Fülle an Geschehnissen des ersten Durchgangs hätte gereicht, um gleich zwei Halbzeiten zu füllen. Besonders weh tat der Eintracht dabei die Aktion in der 20. Minute: Beim ersten richtigen Angriff des Spiels schubste N'Dicka Gedson Fernandes im Frankfurter Strafraum zu Boden. Foul, Rote Karte (korrekt, weil sich N'Dicka nur am Gegner und nicht am Ball orientierte) und Elfmeter.

Trapp ahnt die Ecke

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Keeper Kevin Trapp war bei João Félix' platziert getretenem Strafstoß zwar in der richtigen Ecke, aber dennoch chancenlos (21.). Auch bitter: Die Hessen waren eigentlich gut in die Partie gestartet und traten anfangs wie eine Heim-Mannschaft auf. Auch in Unterzahl und Rückstand stand Frankfurt zunächst sicher und fand immerhin ein Mal an diesem Abend die Gelegenheit für einen typischen Eintracht-Gegenpressing-Vorstoß. Eine wuchtige Balleroberung im Mittelfeld durch Sebastian Rode veredelten Ante Rebic mit einem starken Dribbling und Jovic mit dem Treffer zum 1:1 (40.).

Anschließend machten sich die Auswirkungen der Frankfurter Unterzahl aber doch immer mehr bemerkbar. Genauso wie die Tatsache, dass Benfica die spielerisch stärkste Mannschaft ist, auf die die Hessen in dieser Europapokal-Runde bislang getroffen sind. Noch vor der Pause nutzte Lissabon-Juwel João Félix seine nächste Chance zum 2:1, als er einen satten Rechtsschuss im linken unteren Toreck unterbrachte (43.). Beim Rettungsversuch hatte Trapp zwar noch die Handschuhe am Ball, doch auch dieser Schuss war zu fest und zu platziert.

João Félix trifft dreifach

Nach dem Seitenwechsel ging das unterhaltsame Spektakel nahtlos weiter – zunächst aber nur zu Gunsten der Portugiesen. Ruben Dias nach einer Ecke per Kopf (50.) und abermals João Félix nach einem schnellen Angriff über die linke Seite (54.) schraubten das Ergebnis binnen vier Minuten in die Höhe. Die Vorentscheidung in diesem Europa-League-Viertelfinale schien gefallen.

Doch Benfica machte die Rechnung ohne Paciência – und gewissermaßen auch ohne Haris Seferovic. Der Stürmer, von 2014 bis 2017 für die Eintracht aktiv, vergab die beste Chance auf das 5:1, als er nach einem Alleingang an einem schnellen Reflex von Trapp scheiterte (70.). Zwei Minuten später gab es dann neue Hoffnung bei den offiziell 3.200 mitgereisten Eintracht-Fans.

Hoffnung dank Paciência

Denn das 2:4 durch Paciência, das der Portugiese per Kopfball-Bogenlampe nach einer Ecke von der rechten Seite erzielte (72.), verschaffte den Hessen für das Rückspiel am kommenden Donnerstag (18. April) vor eigenem Publikum bessere Karten auf den Einzug ins Halbfinale. Dann "reicht" ein 2:0 fürs Weiterkommen – gemessen am Verlauf des Hinspiels klingt das durchaus machbar.

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Benfica Lissabon - Eintracht Frankfurt 4:2 (2:1)

Lissabon: Vlachodimos - Corchia (66. Pizzi), Ruben Dias, Jardel, Grimaldo - Ged.Fernandes, Samaris (85. Zivkovic),  Fejsa, Cervi - Rafa Silva (60. Seferovic), Joao Felix
                            
Frankfurt: Trapp - Abraham, Hinteregger, N'Dicka - da Costa, Gel.Fernandes, Hasebe, Kostic - Rode (85. Gacinovic) - Jovic (60. de Guzman), Rebic (68. Paciencia)                                  

Tore: 1:0 Joao Felix (21./FE), 1:1 Jovic (40.), 2:1 Joao Felix (43.), 3:1 Ruben Dias (50.), 4:1 Joao Felix (54.), 4:2 Paciencia (72.)                   
Gelbe Karten: Samaris - Rebic, Jovic, Hasebe
Rot: N'Dicka (20.)

Schiedsrichter: Taylor (England)
Zuschauer: 54.175

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Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! extra, 12.4.2019, 18.25 Uhr