Filip Kostic (r.) im Hinspiel gegen Piräus.

Der wichtigste Mann ist nicht dabei, trotzdem zeigt sich die Eintracht optimistisch: Trainer Oliver Glasner gibt einen Sieg in Piräus als Ziel aus - und könnte das System wieder umstellen.

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Geschockt zeigten sich Trainer und Spieler am Mittwoch wahrlich nicht. Coach Oliver Glasner und Außenspieler Erik Durm bekräftigten in der Pressekonferenz vor dem Europa League-Auswärtsspiel in Piräus (Donnerstag, 18.45 Uhr): Die Eintracht will das Auswärtsspiel gewinnen und das Überwintern in Europa sichern.

Dabei spielen die Hessen in Griechenland ohne ihren besten Mann: Filip Kostic fällt wegen Problemen an der Achillessehne aus. Die Eintracht hat in der Bundesliga bislang nur zehn Tore geschossen. Kostic erzielte bislang zwei Treffer und bereitete vier vor. Dabei fehlte er zwischendurch sogar noch wegen seines Streiks. Noch mehr als an den Zahlen wird in der gesamten Spielanlage deutlich, wie sehr er die Eintracht prägt. Seine Mitspieler suchen ihn bei nahezu jedem Angriff.

Kostic ezielte bislang zwei Tore und legte vier vor

Trainer Oliver Glasner wendete zwar ein: "Beim 3:1 im Hinspiel haben wir drei Tore geschossen und Filip war bei keinem unmittelbar beteiligt. Wir können es auch ohne Filip!" Das mag sein, doch gerade im Spiel gegen Piräus riss Kostic die Elf mit seinen Flankenläufen mit und gleichzeitig immer wieder entscheidende Lücken.

Allerdings könnte es der Mannschaft auch gut tun, sich von der Abhängigkeit zu emanzipieren. Glasner wollte ohnehin der Eintracht einimpfen, auch auf anderem Wege als durch die Flanken von außen zum Torerfolg zu kommen. Nun ist die Elf dazu gezwungen, kreativere Lösungen zu finden. Gut verzichten kann sie ohnehin auf die Körpersprache des Serben, der im Spiel gegen Leipzig mal den Ball wegdrosch oder gegenüber seinen Mitspielern genervt abwinkte.

Kostic-Ausfall sogar als Chance?

"Wir hätten die Option, auf Viererkette zu switchen", erklärte Glasner am Mittwoch zum Ausfall von Kostic. "Erik Durm und Timothy Chandler haben schon auf links gespielt, Jens Petter Hauge wäre eine offensive Variante." Entsprechend schwierig wird eine Prognose der Aufstellung: Sollte Glasner tatsächlich auf Viererkette stellen, würde Durm wie angesprochen auf links aushelfen, Almamy Toure rechts.

Tuta, den Torschützen vom Spiel gegen Leipzig, könnte er aufgrund des emotionalen Faktors berücksichtigen. Auf der anderen Seite ist der Brasilianer in der Defensive auch weiterhin ein Unsicherheitsfaktor - und könnte für Evan N'Dicka weichen.

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Audioseite Gänsehaut! Das Tor von Tuta in der Live-Reportage

Tuta trifft für Frankfurt gegen Leipzig.
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Rode und Jakic zurück - oder nur einer von beiden?

Im zentralen Mittelfeld kehren Sebastian Rode und Kristijan Jakic zurück - doch nur einer wird spielen können. Die Rolle von Rode wurde an dieser Stelle schon erörtert, als "Leader" ist er im Team eigentlich zu wichtig, um ihm Jakic vorzuziehen. Aymen Barkok hat sich mit seinem beherzten Auftritt nach der Einwechslung eigentlich einen Startelfeinsatz verdient. Glasner selbst brachte Hauge auf links ins Spiel. Daichi Kamada und Rafael Borré glänzten immerhin im Hinspiel gegen Piräus.

Doch so bleibt die gesamte Aufstellung ein Überraschungspaket. Glasner könnte längerfristig zur Improvisation gezwungen sein. Eine Verletzung an der Achillessehene spricht für eine längere Ausfallzeit von Kostic. "Filip ist 29 Jahre alt geworden. Nach zehn Jahren im Profifußball ist kein Gelenk mehr ganz gesund", so der Trainer. Am Donnerstag wird sich zeigen, wie sehr die Verletzung eines Einzelnen die komplette Mannschaft schmerzt.

So könnte die Eintracht mit Viererkette in Piräus spielen.
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