Kevin Trapp von Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt ist noch einen Schritt von einem goldenen Herbst in der Europa League entfernt, Playoff-Gegner Racing Straßburg hat es aber in sich. Vor allem die Vergangenheit von Keeper Kevin Trapp sollte Warnung genug sein.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht in Straßburg: Gruppenphase in Sicht

Eintracht-Spieler und -Fans
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Irgendwann wurde es selbst Kevin Trapp auf der Pressekonferenz zu viel. Da der Dolmetscher mit der Übersetzung seiner in fließendem Französisch vorgetragenen Antworten zu lange brauchte, schob der Torwart von Eintracht Frankfurt die deutsche Variante gleich selbst hinterher. "Ich mach' das schon", grinste Trapp und begann seinen Vortrag über Playoff-Gegner Racing Straßburg in seiner Muttersprache. "Die sind körperlich stark, wir müssen mental bereit sein, das wird ein sehr schwieriges Spiel", warnte er. Das Hinspiel am Donnerstagabend (20.30 Uhr) werde, so Trapp, "unsere Saison definieren".

Großer Respekt vor dem Sturm-Riesen

Die Eintracht ist noch zwei Partien von der Gruppenphase der Europa League und weiteren sechs Feiertagen auf internationaler Bühne entfernt. Die tollen Erlebnisse der vergangenen Spielzeit wollen Trainer Adi Hütter und seine Spieler unbedingt noch einmal erleben. Ein frühzeitiges Aus würde die Euphorie komplett bremsen und die Planungen für die kommenden Monate über den Haufen werfen. "Es geht jetzt in zwei K.o.-Spielen darum, den ganzen Herbst international zu spielen", brachte Hütter die Ausgangslage auf den Punkt. "Oder eben nicht."

So leicht wie in den Qualifikationsrunden zuvor, als die Hessen Flora Tallinn und den FC Vaduz mehr oder weniger im Vorbeigehen besiegten, wird es dieses Mal allerdings definitiv nicht. Straßburg, das mit zwei Remis in die aktuelle Saison der Ligue 1 gestartet ist, hat es in sich. "Straßburg ist spielerisch sehr, sehr gut. Die haben einen guten Zug nach vorne", so Hütter. Besonders gefährlich, das unterstrich der Eintracht-Coach eindringlich, seien Flanken auf Sturm-Riese Ludovic Ajorque, der mit einer Größe von 1,97 Meter alle Eintracht-Profis weit überragt. "Da müssen wir aufpassen und das unterbinden."

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Trapp hat schlechte Erinnerungen an Straßburg

Ob Hütter als Schutzmaßnahme seine Abwehrformation umbaut und mit David Abraham, Martin Hinteregger sowie Evan N’Dicka gleich drei Innenverteidiger der Marke Türsteher aufbietet und dafür den eher schmächtigen Makoto Hasebe ins Mittelfeld zieht, verriet der Österreicher wie immer nicht. "Das ist aber eine von vielen Möglichkeiten", sagte er. Im Gegensatz zum Bundesliga-Auftakt gegen Hoffenheim ist wohl aber erst einmal die Defensive Trumpf. Das Risiko, in schnelle Konter zu laufen, soll unbedingt vermieden werden. "Für uns geht es darum, eine gute Ausgangsposition zu schaffen." Kurzum: Ein Sieg wäre schön, ist aber nicht Pflicht.

Wie schwierig jedoch schon das Unterfangen Remis ist, wusste nicht zuletzt Torhüter Trapp zu berichten. Mit dem Pariser Starensemble um Neymar, Kylian Mbappe oder Angel di Maria kassierte der deutsche Nationaltorwart, damals als Reservist, in der Saison 2017/28 Anfang Dezember die erste Saison-Niederlage. Nur knapp zwei Wochen später durfte Trapp im Pokal beim gleichen Gegner von Beginn an ran und fing sich gleich zwei Gegentreffer ein (Paris gewann noch 4:2). "Wir hatten mit PSG hier das eine oder andere Mal Probleme, das wird sehr intensiv."

Eintracht erwartet einen Hexenkessel

Hinzu kommt, dass das kleine Stade de la Meinau zu den stimmungsvollsten in ganz Frankreich zählt. Die Fanfreundschaft der Elsässer mit dem Karlsruher SC und strikte Restriktionen gegen Eintracht-Fans in der Stadt dürften die Atmosphäre zusätzlich aufheizen. Allesamt Zutaten für einen großen Europapokal-Fight."Die Fans sind wie unsere: Die geben Gas. Wir können hier durchaus unter die Räder kommen", fasste Trapp die Risiken zusammen.

Mit den Erfahrungen und Erinnerungen der vergangenen Saison, als die Hessen an der Stamford Bridge, im San Siro oder dem Olympiastadion in Rom vor großer Kulisse große Leistungen auf den Rasen brannten, muss jedoch niemandem angst und bange werden. "Das war so wunderschön letztes Jahr", blieb dann auch Trapp zum Ende seiner Ausführungen positiv. "Wir wollen das unbedingt wiederholen." Jetzt zählt’s.

Sendung: hr1, 22.08.19, 7Uhr