Arsenals Pierre-Emerick Aubameyang im Duell mit Martin Hinteregger

Ein kriselndes Topteam und keine Zuständigkeiten des DFB-Sportgerichts: Es gibt durchaus Dinge, die für einen Sieg von Eintracht Frankfurt beim FC Arsenal sprechen. Probleme könnten allerdings der Schiedsrichter und der Ausfall von Rode und Dost bereiten.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Krise beim FC Arsenal und neue Verletzungs-Sorgen bei der Eintracht

Sebastian Rode mit Schmerzen im Wolfsburg-Spiel
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Für alle Fans von Eintracht Frankfurt, die sich in diesen Tagen auf den Weg zum Europa-League-Gruppenspiel beim FC Arsenal machen, gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte zuerst: Den vorzeitigen Einzug in die K.o.-Phase werden die hessischen Fußball-Reisenden in den umliegenden Pubs definitiv noch nicht begießen können. Das ist rechnerisch unmöglich. Die gute: Den Frust über das vorzeitige Aus werden sie in den umliegenden Pubs ebenfalls definitiv noch nicht ertränken müssen. Auch das ist von Menschen mit Mathematik-Fähigkeiten so bestätigt.

Ein Frankfurter Sieg, das beweist ein Blick auf die Ausgangslage, wäre für das Aufrechterhalten der Überwinterungs-Chancen im internationalen Wettbewerb dennoch beinahe fundamental. Dass es soweit kommt und die Eintracht trotz Mini-Krise in London drei Punkte holt, scheint erst einmal unrealistisch. Es gibt aber Mutmacher.

1. Arsenal in der Krise

Während sich die Frankfurter Abwärtsspirale erst seit drei Spielen dreht, ist bei den Gunners in dieser Spielzeit noch nie richtig Ruhe eingekehrt. Trainer Unai Emery, der im Sommer 2018 die Ära von Arsene Wenger beendete, muss derzeit allerlei Probleme bekämpfen. Seine prominent besetzte Abwehr fängt zu viele Tore, sein prominent besetzter Sturm ist zu harmlos. Hinzu kommen atmosphärische Störungen auf und neben dem Platz. Allen voran die Degradierung von Granit Xhaka, der sich nach einer Auswechslung mit den eigenen Fans anlegte und seitdem fünf Spiele in Folge nicht im Kader stand, sorgt für Zündstoff.

Sportlich hechelt der selbsternannte Champions-League-Kandidat als Tabellen-Achter den eigenen Erwartungen kilometerweit hinterher. Der letzte Arsenal-Sieg in der Premier League datiert von Anfang Oktober, selbst in der Europa League kam der unangefochtene Spitzenreiter der Gruppe F zuletzt nicht über ein Remis gegen Schlusslicht Guimaraes hinaus. Folge: Trainer Emery steht auf der Abschussliste ganz oben, seine möglichen Nachfolger werden in der englischen Presse schon rauf und runter dekliniert. Das Spiel gegen die Eintracht, das steht fest, kommt ungelegen.

2. Endlich wieder ein Topteam

Ganz anders könnte das in Frankfurt aussehen. Nach drei Niederlagen gegen vermeintlich schwächere Teams wie Lüttich, Freiburg und den VfL Wolfsburg darf sich die Mannschaft von Trainer Adi Hütter wieder auf einen mitspielenden Gegner freuen. Arsenal spielt traditionell einen gepflegten Ball, übernimmt gerne selbst die Initiative und könnte damit der Eintracht in die Karten spielen. Die Hessen haben Probleme, wenn sie auf eine kompakte Defensive treffen. Sobald Räume entstehen, geht aber was.

"Wenn wir so auftreten wie zu Hause gegen Leverkusen und Bayern München, werden wir auch in London eine Chance haben. Da waren wir viel bissiger und aggressiver", fasste Hütter die Ausgangslage im Gespräch mit dem Kicker zusammen. Die Duelle gegen den BVB (2:2), Bayer Leverkusen (3:0) und natürlich den FC Bayern (5:1) könnten und müssen als Blaupause dienen. Verloren ist in London noch lange nichts.

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3. Rönnow wieder im Eintracht-Tor

Für weiteren Optimismus sorgt die Rückkehr von Frederik Rönnow ins Eintracht-Tor. Nach überstandener Grippe könnte der Däne Frankfurt wieder Rückhalt geben. Die ganz große Torwald-Rotation mit Jan Zimmermann im Kasten fällt demnach aus. Der in der Bundesliga zuletzt glücklosen Felix Wiedwald wäre in London nicht spielberechtigt gewesen. Postitive Nachrichten gibt es ebenfalls im Defensiv-Bereich. Almamy Touré steht nach seiner Verletzung wieder bereit.

Fernab der Zuständigkeit des DFB-Sportgerichts darf zudem Kapitän David Abraham zum ersten Mal in der Post-Bodycheck-Ära wieder mitmischen, der Argentinier wird wohl Evan N’Dicka auf die Bank und Martin Hinteregger auf seine angestammte Position auf links verdrängen. Dafür gibt es neue Personalsorgen: Sowohl Mittelfeld-Dauerläufer Sebastian Rode als auch Stürmer Bas Dost stehen nicht im Kader für das Arsenal-Spiel. Nach Eintracht-Angaben haben beide muskuläre Probleme, wobei Rode nach seiner Auswechselung im Wolfsburg-Spiel auch Schmerzen am linken Knie hatte.

Aufpassen vor dem Schiedsrichter

Gerade Fernandes wäre eine Alternative für das Eintracht-Mittelfeld. Fernandes, der zuletzt in der Liga gesperrt war, sollte sich kurz vor der Partie jedoch noch einmal genauer mit dem Unparteiischen auseinandersetzen. Dieser heißt Ruddy Buquet, ist Franzose und gilt nicht als Kind von Traurigkeit. In vier Spielen auf internationalem Parkett hat er dieser Spielzeit schon 20 Gelbe Kartons verteilt. In seinen insgesamt 15 Saisoneinsätzen zudem schon vier Platzverweise ausgesprochen und vier Elfmeter verhängt. Die Eintracht sollte sich zurückhalten, mit Roten Karten hat sie in den vergangenen Spielen bekanntlich keine guten Erfahrungen gemacht.