Evan N'Dicka gibt bei der Eintracht mehr und mehr die Richtung vor.

Eintracht-Innenverteidiger Evan N’Dicka hat gegen Schalke 04 eine herausragende Leistung gezeigt. So wird der Franzose auch für die ganz großen Klubs immer interessanter.

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zum Video Die komplette Pressekonferenz nach dem Eintracht-Spiel gegen Schalke

Eintracht-Trainer Adi Hütter bei einer Pressekonferenz
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Nachdem die Arbeit gegen den FC Schalke 04 erfolgreich erledigt und die Hauptprotagonisten David Abraham und Luka Jovic zu Genüge gewürdigt wurden, sollte auch die Leistung anderer Akteure gewürdigt werden. Evan N’Dicka etwa zeigte seine bislang wohl stärkste Leistung im Trikot von Eintracht Frankfurt.

Hütter lobte N’Dickas “Durchbruch”

Die Werte des Franzosen dokumentierten seinen lupenreinen Auftritt: 104 Ballkontakte, 81 seiner 85 Pässe fanden den Mitspieler und achtmal eroberte er das Leder. Vor allem war N’Dicka Initiator des vielumjubelten Jovic-Treffers zum 2:1. “Sein Durchbruch war genial”, frohlockte Trainer Adi Hütter.

Der 21-Jährige schnappte sich in seinem 56. Bundesligaspiel nach 72 Minuten den Ball und fing an zu marschieren: 10, 20, 30, 40, 50, 60 Meter lief er mit seinem eleganten Laufstil nach vorne und steckte durch zu Filip Kostic, dessen Hereingabe Jovic fand – der Rest ist Eintracht-Geschichte gewesen an einem hochemotionalen Abend im Frankfurter Stadtwald.

Enorme Weiterentwicklung bei N’Dicka

Doch N’Dicka war bereits im ersten Durchgang der Antreiber im Spiel der Hessen. “Evan hatte viele gute Momente in der Offensiv. Er hat richtig viel Potenzial”, sagte Hütter. Zugleich tadelte der Coach ganz sanft: “Mich stört es, wenn Evan manchmal so verhalten spielt. Daran kann er arbeiten und das tut er auch.”

N’Dicka jedenfalls hat sich seit seiner Ankunft im Sommer 2018 enorm entwickelt und ist inzwischen den nächsten großen Schritt gegangen. Der Ärger seines Beraters, ob der wenigen Einsatzzeiten nach Verletzungspause, ist inzwischen verraucht. In der jetzigen Form kann Hütter kaum noch auf den Linksfuß verzichten. Geschwindigkeit, Passspiel, Übersicht - N’Dicka bringt so viel mit. Möglicherweise wäre er mit diesen Qualitäten sogar im defensiven Mittelfeld, wo er sich durchaus auch sehen würde, gut aufgehoben.

Perfektes Eintracht-Scouting

Sportvorstand Fredi Bobic ist im Zusammenspiel mit Chefscout Ben Manga vor zweieinhalb Jahren ein Toptransfer gelungen. Sechs Millionen Euro überwies die Eintracht an den französischen Zweitligisten AJ Auxerre. Sie bekamen dafür einen hochveranlagten Abwehrmann, der hart an sich arbeitet und sich Stück für Stück verbessert.

In Zeiten der Coronakrise wird die Weiterentwicklung des "Tafelsilbers" noch wichtiger. N’Dicka wird so im Sommer nur schwer zu halten sein, wenn Topteams aus Frankreich, Italien oder England anklopfen. Die Eintracht kann aber entspannt bleiben, der bis 2023 laufende Vertrag soll keine Ausstiegsklausel erhalten. Mit weiteren starken Vorstellungen jedenfalls wird N’Dicka teurer und teurer.