Adi Hütter

Eintracht Frankfurts Ex-Trainer Adi Hütter hat in einem Interview die Gründe für seinen Weggang und das berühmte "Ich bleibe"-Bekenntnis erklärt. Erst habe er ein Versprechen bekommen - "dann wurde der Spieß umgedreht".

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hs
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Ex-Trainer Adi Hütter hat sich erstmals ausführlich in einem Interview zu den Turbulenzen rund um seinen Abgang im Frühjahr bei Eintracht Frankfurt geäußert. Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sagte er: "Ich habe zu diesem Zeitpunkt alles für den Verein getan, um im Umfeld Ruhe zu haben. Dann wurde der Spieß umgedreht."

Am 28. Februar hatte Hütter in der TV-Sendung Sky90 verkündet, bei der Eintracht zu bleiben - wenig später wurde sein Wechsel zu Borussia Mönchengladbach publik. "Die Vorgeschichte war, dass Niko Kovac, mein Vorgänger in Frankfurt, eine ähnliche Frage nach seinem Verbleib mit dem Zusatz ,Stand jetzt' ergänzt hat, was für große Unruhe sorgte. Dann ist er zum FC Bayern gegangen." Unmittelbar vor seinen Worten "Ich bleibe" sei man mit einem Wunsch an ihn heran getreten. "Deshalb wurde ich gebeten, das anders zu machen mit dem Versprechen, dass alles gut sei, wenn ich mich trotzdem mit einem anderen Angebot beschäftige."

Gründe für Hütters Abschied: Die Abgänge von Bobic, Hübner und Steubing

Heute würde Hütter nicht mehr so vorgehen, betonte er. Eintracht Frankfurt habe ihm großen Spaß gemacht, aber der Abgang sei "nicht rund" gewesen. Zu den Gründen seines Abschieds führte Hütter auch die Personalwechsel auf anderen Ebenen an. "Ich kann verstehen, dass einige Leute enttäuscht sind. Aber man darf niemals vergessen, dass die für mich wichtigsten Personen alle weggegangen sind."

Neben Sportvorstand Fredi Bobic und Sportdirektor Bruno Hübner betraf dies laut Hütter auch den Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Steubing, der für ihn genauso wichtig gewesen sei. Diese offenen Stellen hätten den Trainer zum Umdenken bewegt. "Niemand wusste, wer der neue Sportdirektor wird, ich wusste nicht, welche Spieler beim Klub bleiben, und die Gespräche mit der Klubführung waren nicht zu hundert Prozent überzeugend."

Hütter: Bin kein Karrierist

Hütter folgerte aus den Problemen mögliche Konsequenzen für seine Person. "Ich habe geahnt: Sollte in dieser neuen Konstellation im Verein die erste Krise kommen, folgt sofort die Trainerdebatte." Ende März fanden dann die Kontaktaufnahmen an Hütters Berater vonseiten der Borussia statt, später traf sich der Trainer mit Gladbachs Manager Max Eberl. "In diese Gefühlslage hinein habe ich das Angebot aus Mönchengladbach bekommen. Ich denke, es war legitim, dass ich mir dann Gedanken gemacht habe."

Hütter ging zudem auf Kritiker ein, die ihn für einen Karrieristen halten. "Wenn ich ein Karrierist wäre, dann hätte ich im Jahr 2017 im November das Angebot von Werder Bremen angenommen, die wollten mich unbedingt haben." Zu dieser Zeit arbeitete Hütter noch bei den Young Boys Bern.