Jens Petter Hauge und Erling Haaland

Die Eintracht holt sich das Talent Jens Petter Hauge. Doch was zeichnet den Angreifer aus? Und wie war sein Werdegang? Der hr-sport hat bei einem Experten aus Norwegen nachgefragt.

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Audioseite Eintracht holt Jens Petter Hauge vom AC Mailand

Jens Petter Hauge
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Niklas Wildhagen ist ein norwegischer Sportjournalist aus Stavanger, der unter anderem im Podcast "Talking Fussball" zu hören ist und die Saison von Bodo/Glimt mit Jens Petter Hauge in einer großen Reportage aufgearbeitet hat. Hier schreibt er in einem Gastbeitrag über Frankfurts Neuzugang.

Meinen Glückwunsch an die Eintracht, sie hat mit Jens Petter Hauge einen potenziellen Rohdiamanten bekommen. Er verfügt über die nötige Schnelligkeit und kommt sehr fix in die für den Torabschluss relevanten Zonen. Sein Spielverständnis erlaubt ihm, dass er Räume für sich schnell erkennt und sich so von seinen Gegenspielern löst. Außerdem besticht er durch sein Dribbling und kann eine Deckung aufreißen.

In Norwegen spielte er schon Gegenpressing

Meine einzige Sorge ist nur, ob er mit der Geschwindigkeit und der Physis in der Bundesliga zurechtkommt. Doch immerhin stand sein norwegischer Klub Bodo/Glimt für einen besonderen Stil: Gegenpressing, viele Sprints und Läufe - von daher könnte er in die Bundesliga und zu Oliver Glasners Eintracht passen. 2020 wurde Bodo/Glimt sensationell norwegischer Meister, das Team wirkte wie eine geölte Maschine und verlor kein einziges Spiel. Beinahe hätte es den AC Mailand aus der Europa League geschossen, als Hauge auf sich aufmerksam machte.

Er war zwar nur 19 Spiele lang ein Bestandteil dieser Meisterelf, bevor er wechselte, aber diese 19 Spiele reichten für einen großen Anteil am Titel. Er war kaltschnäuzig vor dem Tor (14 Treffer) und setzte seine Mitspieler gut in Szene (10 Vorlagen).

In der Europa League traf er in fünf Spielen drei Mal

Er konnte sich zwar beim AC Mailand bislang nicht durchsetzen, aber das ist wiederum eine Frage der Perspektive. Hauge musste sich nach seinem ersten Wechsel ins Ausland erst einmal an das neue Umfeld gewöhnen. Und für einen Spieler, der von Bodo/Glimt kommt, sind 25 Einsätze für einen der größten Vereine Italiens auch kein allzu schlechter Wert. Ich würde sagen, dass er in Italien zwar nicht zum großen Star mutierte, aber in jedem Fall sein Potenzial schon angedeutet hat. Beispielsweise in der Europa League: Da schaffte er für Milan in fünf Spielen drei Tore und eine Vorlage.

Als Typ ist er jemand mit sehr direkten, klaren Antworten in den Interviews. Ich würde aber nicht unbedingt die Sorte "one-liners" wie von Jan-Aage Fjörtoft von ihm erwarten, denn der hat es ja sogar geschafft, Felix Magath zum Schmunzeln zu bringen. Das kann man wirklich nicht von vielen Spielern sagen. Und Hauge soll ohnehin ja auf dem Platz überzeugen.