Borré im Zweikampf mit einem Freiburger

Ein Fan-Protest, eine frühe Auswechslung von Djibril Sow und ein weiteres Joker-Tor von Nils Petersen: Eintracht Frankfurt und der SC Freiburg liefern ein attraktives Bundesliga-Spiel, das die Hessen knapp verlieren. Die Eintracht verzweifelt an der eigenen Chancenverwertung.

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Highlights: Eintracht - Freiburg

Bundesliga-Highlights
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Zwischen Hin- und Rückspiel gegen den FC Barcelona hat Eintracht Frankfurt in der Fußball-Bundesliga eine Niederlage hinnehmen müssen. Die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner verlor am Sonntag ihr Heimspiel gegen den SC Freiburg mit 1:2 (0:1). Den Freiburger Führungstreffer durch Vincenzo Grifo (27.) hatte Filip Kostic nach dem Seitenwechsel ausgleichen können (54.). Kurz vor der Schlussphase stellte SC-Edeljoker Nils Petersen den alten Abstand wieder her (69).

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Die komplette Eintracht-PK nach dem Spiel gegen Freiburg

Oliver Glasner
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Bevor allerdings so richtig Fußball gespielt werden konnte, wurde die Partie bereits in der zweiten Minute wegen einer Protestaktion unterbrochen: Zwei Männer hatten sich jeweils an einen Pfosten des Tores von Eintracht-Keeper Kevin Trapp mit Kabelbindern festgemacht. Als die Gastgeber in der Vorwärtsbewegung waren, rannten die beiden Männer am Sicherheitspersonal vorbei aufs Feld, stellten sich an die Pfosten und banden sich am Hals am Gestänge fest. Die Männer trugen T-Shirts mit der Aufschrift: "Letzte Generation - Stoppt den fossilen Wahnsinn".

Frankfurt macht Druck, Freiburg das Tor

Trapp sprach kurz mit einem der Beteiligten, während von den Rängen Fans Schmähungen riefen und buhten. Knapp drei Minuten später wurden die beiden Personen von den Pfosten entfernt und vom Platz geführt. Vor einigen Wochen hatte es in der englischen Premier League einen ähnlichen Vorfall gegeben. Damals hatte sich während der Partie des FC Everton gegen Newcastle United ein 21-Jähriger mit einem Kabelbinder um den Hals an einen Torpfosten gebunden. Er trug ein T-Shirt mit der Aufschrift: "Just stop oil".

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Eintracht stolpert über Freiburg

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Zurück zum sportlichen Geschehen in Frankfurt, wo die Eintracht zunächst deutlich mehr zu bieten hatte als ihre Gäste aus Freiburg. Rafael Borré (11.) und Jens Petter Hauge (17.) hatten die ersten Chancen der Partie, verfehlten aber entweder den SC-Kasten knapp oder brachten Torwart Mark Flekken nicht ausreichend in Bedrängnis. Gleiches galt für den Barca-Torschützen Ansgar Knauff (17.), zehn Minuten später probierte es abermals Hauge. Die Hessen machten Druck - aber der Sport-Club machte das Tor.

Grifo bringt den SC in Führung

Nachdem sich bereits Ermedin Demirovic erstmals zaghaft bis ans Eintracht-Gehäuse vorgearbeitet hatte (22.), traf Grifo fünf Minuten später zum 1:0 für die Breisgauer. Der 29-Jährige, vor einigen Jahren für den FSV Frankfurt aktiv, vollendete einen konsequent gespielten Konter zur etwas überraschenden Führung. Ausgangspunkt für den Angriff des SC war ein Fehlpass von Evan N'Dicka. Doch damit nicht genug aus Sicht der Eintracht: Eine gute Viertelstunde vor der Pause musste Djibril Sow nach einer Behandlung am Knie ausgewechselt werden. Über Art und Schwere einer möglichen Verletzung gab es zunächst keine Informationen.

Auch in der zweiten Halbzeit war es zunächst einzig und allein die Glasner-Elf, die das Spielgeschehen bestimmte. Und wie. Die Hessen kamen mit Dampf aus der Kabine, jubelten sieben Minuten nach Wiederanpfiff über den vermeintlichen Ausgleich - doch Jesper Lindström stand unmittelbar vor seinem Treffer deutlich im Abseits. Ein Dämpfer für Stimmung und Leistung? Von wegen.

Kostic gleicht aus - tolles Zuspiel von Hauge

Nur zwei Minuten später leuchtete das reguläre 1:1 durch Kostic (54.) auf dem Videowürfel auf. Hauge hatte den Treffer mit einem traumhaften Außenrist-Pass quer über die Mittellinie eingeleitet. Anschließend verpasste es die Eintracht aber, das Spiel zu drehen und in Führung zu gehen. Hauge mit einem Versuch direkt auf Flekken (56.), Kostic mit einem satten Linksschuss (57.), Borré ans Außennetz (58.) sowie Lindström (67.) vergaben in einer Sturm- und Drangphase gute Frankfurter Chancen.

Und was passiert im Fußball in solchen Fällen meistens? Exakt: Statt selbst zu treffen, macht der Gegner ein Tor - wie bereits im ersten Durchgang. Nach einem Freistoß aus dem linken Halbfeld war es Petersen, der acht Minuten nach seiner Einwechslung zu seinem 33. Jokertor in der Bundesliga traf (69.). Die beste Chance zum erneuten Ausgleich vergab der ebenfalls eingewechselte Ajdin Hrustic, dessen Linksschuss an den Innenpfosten krachte (84.). Und: Ein Kopfballtor von Daichi Kamada in der Schlussphase wurde korrekterweise durch den VAR zurückgenommen (86.).

Und jetzt: Barcelona

1:2 gegen Freiburg: Nach zuletzt sieben Pflichtspielen in Serie ohne Niederlage verliert Eintracht Frankfurt erstmals seit Ende Februar wieder ein Match. Und sollte nun möglichst schnell Köpfe und Beine für das Europapokal-Highlight im Camp Nou in Barcelona fit bekommen.

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Eintracht Frankfurt – SC Freiburg 1:2 (0:1)

Frankfurt: Trapp - Tuta, Hinteregger, N'Dicka - Rode (76. Kamada), Sow (31. Jakic) - Knauff (76. Hrustic), Kostic - Lindström, Hauge - Borre (63. Paciencia)

Freiburg: Flekken - Kübler (82. Schmid), Lienhart, N.Schlotterbeck, Günter - Eggestein,Höfler - Sallai (61.Petersen) Grifo (88. Haberer) - Höler (61. K.Schlotterbeck), Demirovic (61. Jeong)

Tore: 0:1 Grifo (27.), 1:1 Kostic (54.), 1:2 Petersen (69.)
Gelbe Karten: Hinteregger / Lienhart, Demirovic

Schiedsrichter: Brych (München)
Zuschauer: 47.000

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