Jetzt ist es passiert: Nach den Ausschreitungen in Guimaraes wird Eintracht Frankfurt von der Uefa bestraft. In Lüttich und London gibt es keine Tickets für Eintracht-Fans. Ist das gerecht? Für hr-Reporter Christian Adolph - leider - ja.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found hr-Reporter Adolph: "Strafe war unausweichlich"

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Eintracht Frankfurt ist wegen Fanausschreitungen in der Europa League mit einem Zuschauer-Ausschluss in den Partien bei Standard Lüttich und dem FC Arsenal bestraft worden. Wie die Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer der Europäischen Fußball-Union Uefa am Donnerstag mitteilte, wurde die Eintracht wegen der Ausschreitungen der Fans und des Werfens von Gegenständen im Spiel am 3. Oktober bei Vitoria Guimarães (1:0) in Portugal verurteilt. Die Eintracht-Anhänger haben die Strafe bereits kritisiert.

Darum ist die Strafe gerecht:

Die Enttäuschung der Eintracht-Fans ist nachvollziehbar. Lüttich und London - zwei für Fußball-Liebhaber geniale Reiseziele sind tabu. Dass es eine Strafe durch die Uefa gibt, ist allerdings auch nachvollziehbar. Wer in einem Stadion mit Sitzschalen - wie zuletzt in Guimaraes - um sich wirft, egal welcher Fangruppierung er angehört, muss mit einer hohen Strafe rechnen. Denn das ist schlicht und einfach verboten und gefährlich. Egal wer angefangen hat, und egal wie ungerecht die Urteile der Uefa auch ausfallen.

Natürlich ist es unfair, wenn wieder alle Fans bestraft werden und nicht die wenigen Einzelnen, die über die Stränge geschlagen haben. Dennoch ist es folgerichtig, dass die Uefa eine Grenze zieht. Jegliche Art von Gewalt gehört nicht ins Stadion und auch nicht zum grandiosen Fußball-Erlebnis, dass die Fans der Eintracht in den vergangenen Jahren so lieben.

Uefa drückte nach Mailand etliche Augen zu

Aber die Anhänger der Hessen durften ohnehin nur auf Bewährung auf die letzten Auswärtsfahrten und es war absehbar, dass der nächste Vorfall die Uefa auf den Plan ruft. Der Verband drückte sogar nach erneuten Vorkommnissen in Mailand im Frühjahr etliche Augen zu, beließ es bei einer Geldstrafe und vermied einen Zuschauer-Ausschluss. Nur so konnten die Eintracht-Fans nach Lissabon zum Europa-League-Viertelfinale reisen.

Für die Ereignisse in Straßburg in der Europa-League-Quali diesen Sommer bekam Eintracht Frankfurt schon eine Teilsperre der Haupttribüne für das Heimspiel gegen Lüttich auferlegt. So schmerzlich und hart das jetzige Urteil ist, alle, der Verein und die Fans, wussten ganz genau, dass sie unter Beobachtung stehen. Und das Werfen von Sitzschalen kann nicht ohne Konsequenzen bleiben. Die Strafe der Uefa ist daher unausweichlich und auch nachvollziehbar.

Von Christian Adolph

Hier lesen Sie einen Kommentar, warum die Strafe für die Eintracht ungerecht ist.