Huebner Eintracht im Trainingslager
Die Spieler von Eintracht Frankfurt hatten in den USA sichtlich Spaß. Bild © Foto Hübner

Der Betriebsausflug von Eintracht Frankfurt nach Florida ist beendet und laut aller Beteiligten erfolgreich verlaufen. Bei aller Harmonie gab es aber auch Ärgernisse und Abgehängte.

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hr-Reporter Oliver Mayer

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Die Frankfurter Eintracht hat sich insgesamt zehn Tage in Tampa und Orlando auf die Bundesliga-Rückrunde vorbereitet. Wir blicken zurück.

Wie war es?

Die Bilanz der sportlichen Verantwortungsträger, das ist keine Überraschung, fiel rundum positiv aus. Tolle Bedingungen vor Ort, super Stimmung im Team, und nebenbei wurde auch noch die Werbetrommel gerührt. Modernes Fußball-Herz, was willst du mehr? "Die Mannschaft hat sich gut präsentiert", lobte Frankfurts Coach Adi Hütter, der die Reise der Eintracht an die Ostküste der USA als vollen Erfolg bewertete. Das ist ebenso schön wie erwartbar. Denn die Schlagzeile "Trainer XY zieht negatives Fazit nach Trainingslager" hat es wohl noch nie gegeben.

Was lief sportlich gut – und was schlecht?

Bei genauerem Hinsehen gibt es aber auch sportliche Makel zu entdecken. So konnte Mijat Gacinovic bis zur Abreise nicht einmal voll mit der Mannschaft trainieren, mehr als lockere Laufrunden waren nicht drin. Der Einsatz des Serben gegen Freiburg ist damit ebenso ausgeschlossen wie ein schnelles Comeback von Timothy Chandler. Der Rechtsverteidiger wird mangels Alternativen dringend als Backup für Danny da Costa benötigt, nach seiner Knie-OP braucht er aber noch Zeit.

Wenig Erhellendes gibt es zudem über die Reservisten zu berichten. Marco Fabián und Marc Stendera, das klingt immer wieder durch, werden in der Rückrunde keine große Rolle mehr spielen und dürfen den Verein verlassen. Eine große Zukunft in Frankfurt wird auch Branimir Hrgota, der im Testspiel gegen Rio ein- und wieder ausgewechselt wurde, nicht mehr haben. Das Trio der Abgehängten.

Absolut positiv läuft hingegen die Re-Integration von Sebastian Rode. Der Rückkehrer hat sich im Training gut präsentiert und seinen Anspruch auf einen Stammplatz unterstrichen.

Gleiches gilt für den zuletzt etwas ausgelaugt wirkenden Ante Rebic, der die Zeit in Übersee zum Akku aufladen genutzt hat. Der kroatische Stürmer sprüht vor Tatendrang und Siegeswille. Selbst beim freizeitlichen Körbewerfen, so berichten Augenzeugen, gab er keinen (Basket-)ball verloren.

Wie sieht der Kader aus?

Große Veränderungen, auch das kündigte sich an, gibt es nicht. Vier Abgängen steht mit Sechser Rode genau ein Neuzugang gegenüber. Das könnte es auch schon gewesen sein. "Die Mannschaft steht", versuchte Sportvorstand Bobic im Gespräch mit dem hr-sport zunächst alle Spekulationen zu beenden, um sich dann doch noch ein Hintertürchen offenzuhalten. "Wir könnten uns noch punktuell verstärken". Bedarf gibt es weiter auf der rechten Außenbahn und im zentralen Mittelfeld. Sollte alles passen, könnte wohl am ehesten dort etwas passieren. Schlecht wäre das sicher nicht.

Gab es auch Ärgernisse?

In die Kategorie unnötig und ärgerlich fällt der Aussetzer von Kapitän David Abraham in der Partie gegen Rio de Janeiro (0:1). Der Argentinier, der in beiden Testspielen alleine aufgrund der Anwesenheit eines brasilianischen Gegners übermotiviert wirkte, ließ sich wieder einmal zu einer Tätlichkeit hinreißen und schadete damit seiner Mannschaft. Das Ergebnis spielt zwar keine Rolle, rein taktisch ist das Testspiel nach mehr als 60 Minuten in Unterzahl aber nutzlos. Wichtige Erkenntnisse konnten nicht gewonnen werden.

Was muss besser werden?

Zur sportlichen Weiterentwicklung diente der Aufenthalt in den USA eher nicht. Die kurze Winterpause gepaart mit müden Beinen ließ eine Behandlung der fast schon chronischen Frankfurter Standard-Schwäche alleine schon zeitlich nicht zu. Auch neue Spielzüge wird es wohl erst einmal nicht zu sehen geben. Die Eintracht setzt auf das sportliche Korsett der Hinrunde. Das Motto lautet: Was in den vergangenen Wochen gut war, muss jetzt ja nicht schlecht sein.

Was hat sich verbessert?

Huebner Eintracht im Trainingslager
Teambuilding auf Hessisch Bild © Foto Hübner

Der Fokus der Frankfurter Verantwortlichen lag ganz klar auf Dingen außerhalb des Platzes. Statt Konditionsbolzerei oder langen Videoanalysen stand die mentale Frische auf dem Trainingsplan an oberster Stelle. Köpfe freikriegen, nach Monaten an der Belastungsgrenze auch mal etwas anderes sehen und erleben. Regeneration unter professionellen Bedingungen.

Angesicht der permanenten Doppelbelastung ist das verständlich. Ob dieser Weg gut geht und die Eintracht schon gefestigt genug ist, um an die Leistungen der vergangenen Monate anzuknüpfen, wird sich aber erst am kommenden Samstag (15.30 Uhr) zeigen. Dann ist der SC Freiburg zu Gast.