Die Eintracht-Spieler sind nach einem Dortmunder Tor enttäuscht

Eintracht Frankfurt hat den Auftakt in die Pflichtspielsaison 2021/22 vermasselt. Nach dem peinlichen DFB-Pokal-Aus in Mannheim, setzte es in der Bundesliga die nächste Pleite. In Dortmund gab es aber immerhin auch Lichtblicke.

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Eintracht Frankfurt hat die Auftaktpartie der neuen Bundesliga-Saison verloren. Die Hessen unterlagen am Samstagabend in Dortmund mit 2:5 (1:3). Marco Reus (23. Minute), Thorgan Hazard (32.), der überragende Erling Haaland (34., 70.) und Giovanni Reyna (58.) trafen für den BVB. Ein Eigentor von Felix Passlack (27.) und Neuzugang Jens Petter Hauge (86.) brachten die Eintracht auf die Anzeigetafel.

1. Eine Halbzeit zum Vergessen

Nach dem blamablen Pokal-Aus in Mannheim hatte die Eintracht eigentlich etwas gutzumachen. Dass es mit der Rehabilitierung in Dortmund nicht klappt, wurde aber schon während der ersten Minuten ersichtlich. Frankfurt spielte eine Halbzeit zum Vergessen, lud die gutgelaunte Dortmunder Offensive förmlich zum Toreschießen ein und war mit dem 1:3 zur Halbzeit noch gut bedient. "Wir waren mit dem Tempo überfordert, das Dortmund eingeschlagen hat", gab Eintracht-Trainer Oliver Glasner nach der Partie zu.

2. Eine Frage des Systems?

Um gegenzusteuern, stellte der Österreicher seine Mannschaft in der Halbzeitpause komplett um: Die Neuzugänge Christopher Lenz, Jesper Lindström und Jens Petter Hauge ersetzten Stefan Ilsanker, Daichi Kamada und Aymen Barkok. Die Dreier- wurde zu einer Vierer-Abwehrkette. Und siehe da, die Eintracht kam Anfang der zweiten Halbzeit etwas besser zurecht. Dass der BVB noch immer eine Klasse besser war: geschenkt.

Die Frage für die Zukunft lautet: Hat die Dreierkette bei den Hessen ausgedient? Glasner wollte sich in Dortmund noch nicht festlegen: "Wenn du 32 Prozent Zweikampfquote in der ersten Halbzeit hast, dann kannst du Dreier-, Vierer-, Fünfer-, Fahrradkette spielen. Das ist völlig egal", so seine Analyse.

3. Baustelle Kompaktheit

Womit wir bei der größten Baustelle der Hessen sind: die (kollektive) Abwehrarbeit. Das Pressing, das Glasner vergangene Saison beim VfL Wolfsburg so erfolgreich hat spielen lassen, funktioniert bei den Frankfurtern noch überhaupt nicht. In vorderster Reihe versucht die Eintracht zwar Druck zu erzeugen, schafft es aber einfach nicht.

"Das synchrone Verteidigen war meist alles andere als synchron", weiß auch Glasner. Und ein asynchrones Anlaufen des Gegners schafft eben Lücken, die ein ballsicheres Team wie der BVB gnadenlos ausnutzt. Wenn dann auch noch einige haarsträubende individuelle Fehler hinzukommen ("Haben dem Gegner drei Tore fast aufgelegt"), geht man in Dortmund mit 2:5 baden.

4. Haaland-Apprecation-Text

Bei allem, was es am Auftritt der Eintracht zu kritisieren gibt, muss man zumindest kurz aber auch einfach mal zugeben: Borussia Dortmund hat mit Erling Haaland einen absoluten Unterschiedsspieler in seinen Reihen. Der Norweger war an jedem (!) BVB-Tor direkt beteiligt, schoss zwei Tore selbst und bereitete zwei weitere vor. Einen abgefälschten Schuss des Stürmers drückte Reyna über die Linie.

Haaland ist 1,94 Meter groß und war mit einem Sprint von fast 36 Stundenkilometern schnellster Spieler auf dem Platz. Wie willst du solch eine Urgewalt stoppen? Diese Frage werden sich noch mehr Teams in dieser Saison stellen müssen.

5. Was Hoffnung macht

Es wartet viel Arbeit auf Oliver Glasner und sein Team. Was trotzdem Mut macht: Das Talent, um besser zu werden, ist definitiv vorhanden in Frankfurt. "In der zweiten Halbzeit waren wir wacher, aktiver", so der Eintracht-Trainer, der vor allem mit der Einwechslung von Hauge und Lindström genau dafür gesorgt hatte. Gemeinsam mit Rafael Borré und dem spät eingewechselten Ragnar Ache deuteten die jungen Offensivkräfte ein paar Mal ihr Potential an.

Glasner lobte das Tempo von Lindström und freute sich über das Tor von Hauge, der erst seit wenigen Tagen im Mannschaftstraining ist. "Das hat mir gut gefallen im Spiel nach vorne. Die Jungs waren ein Lichtblick heute." Gegen Augsburg darf es kommende Woche gerne ein bisschen mehr Licht als Schatten im Spiel der Eintracht geben.

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Glasner PK BVB
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