Hütter und Jovic

Zum offiziellen Rückrunden-Start geht es für die Frankfurter Eintracht am Samstag bei Arminia Bielefeld weiter. Die Sperre von Aymen Barkok könnte dabei zur Startelf-Premiere für Luka Jovic werden.

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zum Video Pressekonferenz: Eintracht Frankfurt vor dem Spiel in Bielefeld

Adi Hütter
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Die Zeit der Zurückhaltung ist bei der Frankfurter Eintracht längst vorbei. Nachdem die Hessen auch während ihrer herbstlichen Sieglos-Serie beharrlich an der Zielsetzung Europa festhielten, untermauerten sie ihre Ansprüche zuletzt eindrucksvoll auf dem Platz. Sechs Spiele ohne Niederlage, darunter vier Siege hintereinander, brachten das Team von Trainer Adi Hütter wieder in Schlagdistanz zu den anvisierten internationalen Plätzen. Selbst die Champions League ist nah.

Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass man diese Erfolgsserie auch am Samstag (15.30 Uhr) bei Aufsteiger Arminia Bielefeld fortsetzen möchte. "Wir werden schon versuchen, auf der Bielefelder Alm zu gewinnen", gab Hütter als Marschroute aus. Und der Coach könnte seine Mannschaft gleich vom Anpfiff weg entsprechend offensiv ins Rennen schicken.

Gute Chancen für Jovic

Einiges deutet vor dem Gang auf der Alm darauf hin, dass Stürmer Luka Jovic zum ersten Startelfeinsatz seit seiner gefeierten Rückkehr kommen könnte. Durch die Gelbsperre von Aymen Barkok wird ein Platz in der Frankfurter Offensivabteilung frei. Neben dem positionsgetreuen Ersatzmann Daichi Kamada liebäugelt Hütter dabei offenbar auch mit Jovic. Doppel-Zehn oder Doppel-Spitze? "Beides ist ein Thema aufgrund der Sperre von Aymen", sagte Hütter auf der Pressekonferenz vor dem Spiel.

Aber auch eine Doppel-Zehn mit Kamada und dem gesetzten Amin Younes sowie Jovic als einziger Spitze ist denkbar. Schließlich hat der bisherige Alleinunterhalter im Sturm, André Silva, eine Menge Spiele in den Beinen. "Wir müssen abwarten, wie es vorne mit André ausschaut", gab Hütter zu bedenken. Nach der Englischen Woche mit dem Remis am Mittwoch in Freiburg denkt der Coach über frische Kräfte in der Startformation nach.

Auch Rode drängt ins Team

Dazu dürfte auch Sebastian Rode gehören. Der Mittelfeldmotor hat seine Knieprobleme überwunden und gehört zur Reisegruppe, die am Freitag per Flieger nach Ostwestfalen aufbrechen wollte. Rode könnte für Makoto Hasebe ins Team zurückkehren; der 37-Jährige kann nach zahlreichen Spielen in Folge eine Verschnaufpause vertragen.

Nicht mehr zum Aufgebot zählt Danny da Costa, der kurzfristig zu Mainz 05 verliehen wurde. Der frühere Leistungsträger stand bei Hütter schon länger auf dem Abstellgleis und soll – wie zuvor schon Dominik Kohr – bei den Rheinhessen Spielpraxis im Abstiegskampf sammeln. Nachverpflichtungen planen die Hessen trotz der Abgänge vorerst nicht. "Ich glaube, dass wir immer noch viel Qualität im Kader haben werden", sagte Hütter.

27 bis 30 Punkte sollen her

Die Qualität der Eintracht liegt dabei eindeutig im Offensivspiel. Neben dem seit Wochen überragenden Younes sieht Hütter auch eine Weiterentwicklung aus der Defensivabteilung heraus. Djibril Sow oder Evan N‘Dicka kurbeln das Angriffsspiel schon aus der eigenen Hälfte heraus mächtig an. "Sie werden immer mutiger", lobte der Coach. Daran soll auch in der nun formal beginnenden Rückrunde nahtlos angeknüpft werden.

27 bis 30 Punkte, so die Rechnung Hütters, seien in den kommenden 17 Spielen nötig, um in der kommenden Saison wieder europäisch vertreten zu sein. Ein paar Unentschieden weniger, ein paar Siege mehr, lautet der Wunsch des Trainers. Begonnen werden soll damit möglichst am Samstag in Bielefeld, nachdem in der Hinrunde ein mageres 1:1 heraussprang. "Ich denke schon, dass wir viel Ballbesitz haben werden", sieht Hütter sein Team auch auswärts in der Spielgestalter-Rolle.

Namensprobleme bei Hütter

Und Bielefeld? Der Aufsteiger aus Ostwestfalen holte zuletzt sieben Punkte aus drei Spielen, gewann seine letzten beiden Heimspiele gegen Hertha und Stuttgart gar zu null. "Bielefeld macht das richtig gut", lobte Hütter entsprechend artig. Der Japaner Ritsu Doan sei der kreative Schlüsselspieler, bewies der Frankfurter Übungsleiter sogleich gegnerische Fachkenntnis.

Etwas schwerer tat sich Hütter allerdings bei Bielefelds langjährigem Torjäger. "Sie haben mit Klose einen Goalgetter", meinte Hütter – um sich sofort zu korrigieren: "Klose, äh, Stefan Klos." Natürlich waren weder Bayern-Knipser Miroslav Klose noch der einstige Dortmunder Torhüter gemeint. Fabian Klos heißt der Bielefelder Stürmer. Doch bei der Eintracht konzentriert man sich derzeit ohnehin lieber auf den eigenen Angriff.

So könnte Eintracht Frankfurt in Bielefeld spielen:

Mögliche SGE-Aufstellung in Bielefeld

Sendung: hr1, heimspiel!, 23.01.21, 15.05 Uhr