Filip Kostic im Spiel gegen den FC Bayern
Filip Kostic und die Eintracht müssen in München einen Punkt holen. Bild © Imago Images

Für Eintracht Frankfurt geht es am letzten Spieltag beim FC Bayern um die Rettung der Saison. Von Platz vier bis acht ist alles möglich, ein Abrutschen hätte weitreichende Folgen für Verein, Spieler und Fans.

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Schon wieder ein Endspiel, schon wieder gegen den FC Bayern: Die Frankfurter Eintracht beendet am Samstag (15.30 Uhr) mit einem Auswärtsspiel in München die Saison und muss sich noch einmal zu einer Topleistung aufraffen. Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter droht eine grandiose Saison kurz vor dem Ziel an die Wand zu fahren. Es steht nicht weniger auf dem Spiel als die zukünftige Ausrichtung des Vereins.

Die Konstellation

Nachdem die Eintracht zuletzt am 6. Spieltag keinen der vorderen sieben Plätze belegt hatte, könnte am 34. und letzten Spieltag genau das eintreten und die Hessen wieder aus den internationalen Rängen rutschen. Platz acht nach dieser Saison wäre eine große Enttäuschung. Unrealistisch ist das aber nicht.

Sollte die Eintracht, derzeit Sechster, in München verlieren und gleichzeitig Hoffenheim in Mainz sowie Wolfsburg gegen Augsburg gewinnen, wäre der Absturz perfekt. Sollte nur einer der beiden direkten Konkurrenten drei Punkte holen, würde die Eintracht auf Platz sieben abrutschen. Hieße: Die Saison startet in der Qualifikation für die Europa League.

Bei einem Remis hingegen wäre Frankfurt Platz sechs und damit die Teilnahme an der Gruppenphase der Europa League nicht mehr zu nehmen. Eine Punkteteilung in München, die Schande von Gijon lässt grüßen, würde übrigens auch den Bayern sicher zum Titelgewinn reichen.

Eine Resthoffnung besteht auch noch auf die Champions League: Wenn Leverkusen (in Berlin) und Gladbach (gegen Dortmund) ihre Spiele nicht gewinnen, ist auch Platz vier noch drin. Bei einem Remis der Eintracht müssten beide verlieren. Bei einem Frankfurter Auswärtserfolg dürften beide höchstens einen Punkt holen.

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Mögliche Einnahmen

Ganz klar: Das Ergebnis der Eintracht in München wird nicht nur Auswirkungen auf die Reisepläne der Fans haben, es wird auch den Frankfurter Kontostand massiv beeinflussen. Am Hungertuch werden die Hessen nach dieser Saison mit rund 35 Millionen Euro Extra-Einnahmen aus der Europa League zwar nicht nagen, der Handlungsspielraum ist dennoch extrem vom Zieleinlauf abhängig.

Sollte die Hütter-Elf doch noch die Sensation schaffen und erstmals in der Frankfurter Vereinsgeschichte in die Königklasse einziehen, winken garantierte Mindest-Einnahmen von rund 25 Millionen Euro. Die genaue Verteilung entscheidet sich zwar erst nach Berechnung des UEFA-Umsatzes. In der vergangenen Saison lag jedoch schon das Startgeld bei 15,25 Millionen Euro pro Team. Für jeden Sieg in der Gruppenphase gab es 2,7 Millionen Euro, für jedes Remis 900.000 Euro. Hinzu kommt Geld über die Koeffizienten-Rangliste und den Marktpool sowie Marketing und Ticket-Einnahmen. Kurzum: Es geht um einen ordentlichen Jackpot.

Eine schöne, aber schon deutlich kleinere Überweisung seitens des europäischen Fußball-Verbandes gebe es auch in der Europa League. Das Erreichen der Gruppenphase wird mit einer Startprämie von 2,92 Millionen Euro belohnt. Summa summarum dürften – je nach Erfolg – mindestens zehn Millionen auf das Konto der Eintracht fließen.

Sollte die Eintracht die Saison als Achter beenden, gibt es: nichts.

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Folgen für den Kader

Abgesehen von den offensichtlichen Folgen für den finanziellen Spielraum auf dem Transfermarkt hätte das Verpassen des internationalen Wettbewerbs wohl auch erhebliche Auswirkungen auf den aktuellen Kader. Hochkaräter wie Luka Jovic, Ante Rebic oder Sébastien Haller wollen und müssen auf Dauer in Europa oder Champions League spielen. Bei aller Verbundenheit zum Club, würde eine Saison ohne Auftritte auf europäischer Bühne die jetzige Mannschaft wohl auseinanderreißen.

Selbst der Verbleib der Leihspieler Kevin Trapp oder Martin Hinteregger, die beide in Frankfurt verlängern wollen, wäre nicht gesichert. Im schlimmsten Fall droht der Eintracht erneut ein großer Umbruch.

Folgen für den Saisonverlauf

Platz acht, da sind sich deshalb wohl alle einig, würde die Eintracht in ihrer Entwicklung bremsen. Aber auch Platz sieben hat seine Tücken: Um letztlich wirklich in der Europa League dabei sein zu dürfen, müssten die Hessen die zweite Qualifikationsrunde sowie die Playoffs überstehen und dafür eine verkürzte Sommerpause und eine zerstückelte Vorbereitung in Kauf nehmen. Das erste Quali-Spiel wäre nämlich bereits am 25. Juli – und damit einen Tag vor (!) dem eigentlich geplanten Trainingslager in Österreich.