Peter Fischer
Peter Fischer Bild © picture-alliance/dpa

Eintracht-Präsident Peter Fischer hat sich die AfD in einer emotionalen Rede auf der Jahreshauptversammlung des Bundesligisten vorgeknöpft. Vereinsausschlüsse wird es wohl nicht geben.

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zum Video Peter Fischer erneut zum Präsidenten gewählt

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Präsident Peter Fischer von Eintracht Frankfurt hat seine klare Haltung gegen die rechtspopulistische AfD noch einmal bekräftigt. "Ich habe in einem Interview gesagt, dass niemand Mitglied bei Eintracht Frankfurt sein kann, der diese Partei wählt. Und ich habe von dieser Aussage nichts zurückzunehmen oder zu relativieren", sagte der 61-Jährige am Sonntag bei der Jahreshauptversammlung des Fußball-Bundesligisten. "Wir müssen uns für die Verteidigung der Werte unserer Gesellschaft ohne Zweifel engagieren. Die sind viel stärker in Gefahr, als wir das wahrnehmen."

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Fischer beginnt sechste Amtszeit

Peter Fischer ist auf der Mitgliederversammlung der Eintracht erneut zum Präsidenten des Vereins gewählt worden. Von 654 Stimmberechtigten gab eine überwältigende Mehrheit dem Vereinsboss ihr Ja-Wort, sechs Menschen stimmten gegen eine Wiederwahl. Fischer geht somit in seine sechste Amtszeit.

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Fischer erhielt für seine Aussagen von einer großen Mehrheit der 793 Stimmberechtigten teils stehenden Applaus. Der Präsident betonte zwar auch: "Wir werden die politische Gesinnung und das Wahlverhalten unserer Mitglieder nicht überprüfen." Aber: "Wir erwarten aber, dass sich jeder dieser kritischen Selbstprüfung unterzieht."

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zum Video Der Appell von Peter Fischer gegen die AfD im Video

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"Der Sport in diesem Verein ist nicht unpolitisch"

Fischer erklärte seine Position vor allem mit dem Verweis auf die Satzung der Eintracht, die die Integration ausländischer Menschen zum Ziel erklärt sowie Rassismus und Diskriminierung als Gründe für einen Ausschluss definiert.

"Unserem Verein liegt ein Wertesystem zugrunde, zu dem sich jeder kraft Mitgliedschaft bekennt", sagte Fischer. "Der Sport in diesem Verein ist nicht unpolitisch. Er ist zwar parteipolitisch neutral. Aber die weltanschauliche Haltung einer Partei muss in Einklang mit unserer Satzung stehen." Die Frage sei: "Wie passt ein Bekenntnis zu unserer Satzung mit der Unterstützung einer Partei zusammen, deren Spitzenfunktionäre sich regelmäßig diskriminierend, ausgrenzend und herabwürdigend äußern? Ich sage eindeutig: Das ist unvereinbar!"

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zum Video Fischer: "Verpflichtet, uns an bestimmte Werte zu halten"

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Zum Jahreswechsel hatte Fischer in mehreren Interviews scharfe Kritik an der AfD geübt. "Es gibt für die braune Brut keinen Platz. Solange ich da bin, wird es keine Nazis bei Eintracht Frankfurt geben", hatte er dem hr-sport gesagt. Die AfD-Landessprecher Klaus Herrmann und Robert Lambrou erstatteten daraufhin Anzeige wegen Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung.

AfD will weiter mit Fischer reden

Bei der Mitgliederversammlung äußerte sich die Partei nicht. Die Stimmung vor Ort sei nicht passend gewesen, sagte ein Parteimitglied dem hr-sport. Dafür erneuerte die AfD direkt im Anschluss an die Veranstaltung per Pressemitteilung ihr Gesprächsangebot an Fischer.

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zum Video Goebel: "Wir werden einen öffentlichen Brief zur Sitzung verfassen."

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Demokraten sollten nicht über-, sondern miteinander reden, erklärten die beiden Landessprecher. Fischers Rede kritisierten die AfD-Sprecher als "eindimensional", er wolle sechs Millionen Wähler offenbar stigmatisieren. Ein Umdenken bei Fischer dürften sie damit nicht bewirken. Er sagte dem hr-sport: "Wir werden weiter Haltung zu unseren Werten haben und keinen Millimeter davon abrücken."

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