Spieler des FC Flora Tallinn

Für Eintracht Frankfurt geht die erste Reise in der Europa-League-Qualifikation nach Estland. Der Gegner: der FC Flora Tallinn. In der Heimat sind die Esten ein Schwergewicht, in Europa genau das Gegenteil.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht Frankfurt trifft auf den FC Flora Tallin

Imago Flora Tallinn
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Es geht ins Baltikum. Die diesjährige Europa-Reise von Eintracht Frankfurt beginnt beim FC Flora Tallinn. Den Esten reichte am Donnerstagabend ein 2:2 im Rückspiel gegen Radnicki Nis. Das Hinspiel hatte Tallinn mit 2:0 gewonnen. Zeit, den ersten Europa-Gegner der Eintracht einmal unter die Lupe zu nehmen.

Die Mannschaft

Bei den Frankfurtern ist es ja nicht unwahrscheinlich, dass vor der Saison noch ein paar Spieler den Verein verlassen werden. Unter den gehandelten Namen befindet sich auch Jetro Willems. Laut transfermarkt.de beträgt sein Marktwert gute fünf Millionen Euro. Sollte die Eintacht den Defensiv-Allrounder verkaufen und tatsächlich diese Summe einstreichen, könnte sie damit mit einem Schlag die gesamte Truppe des kommenden Gegners verpflichten. Deren gesamter Marktwert beträgt nämlich ebenfalls gut fünf Millionen Euro.

Star der Mannschaft ist Nachwuchsstürmer Erik Sorga, der in der aktuellen Saison – in Estland wird mit dem Kalenderjahr gespielt – einen Durchbruch nach Maß feierte und in bislang 19 Spielen schon 20 Tore erzielte. Keine schlechte Quote. Schöner Nebeneffekt: Die guten Leistungen haben Sorga direkt in die Nationalelf Estlands gespült. Nicht so schön: Bei seiner ersten Reise mit der Nationalelf durfte er zwar 29 Minuten gegen Nordirland spielen, musste dann aber ein 0:8 seiner Kollegen gegen Deutschland von der Bank aus verfolgen.

Der Verein

Der FC Flora Tallinn ist in Estland der FC Bayern München und der Hamburger SV (zumindest vor zwei Jahren) in einem: Seit der Gründung der estnischen Liga nach der Loslösung von der Sowjetunion 1992 ist der FC Flora ununterbrochen erstklassig - und hat dabei schon elf Meisterschaften gefeiert. 2005 konnte der Titel sogar ohne eine einzige Niederlage gewonnen werden.

In der Liga läuft es also. Auf internationalem Parkett eher weniger. Seit 1994 war Flora mit Ausnahme von 2014 jedes Jahr in diversen Qualifikationsrunden zu Uefa-Cup beziehungsweise Europa League vertreten, nicht ein einziges Mal konnte der Club seine jeweils erste Runde überstehen. Bis jetzt. Gegen die Eintracht könnte diese gegen Nis gestartete "Erfolgsserie" aber auch schon wieder enden.

Das Stadion

Für wenig Geld ein bisschen Fußball sehen? In Tallinn ist das möglich. Karten für das Hinspiel gegen Nis kosteten für Vollzahler gerade einmal fünf Euro, für Studenten sogar nur drei Euro. Die Preispolitik sorgte dennoch nicht dafür, dass sich die Scharen in Richtung Stadion bewegten. Nur 1.250 Zuschauer waren vor Ort. Das dürfte sich gegen die Eintracht und ihren reisefreudigen Anhang ändern. Anstoß ist am 25. Juli um 19 Uhr deutscher Zeit.

Seine Heimspiele trägt Flora Tallinn in der A. Le Coq Arena aus, benannt nach dem Sponsor, einer estnischen Brauerei. Bei Uefa-Wettbewerben wird es allerdings in Lilleküla-Stadion umbenannt, was der Name des Stadtbezirkes ist und übersetzt Blumendorf heißt. Das Stadion liegt im Zentrum Tallinns und fasst 15.000 Zuschauer. Damit ist es das größte Stadion des Landes.

Sendung: hr-iNFO, 19.7.2019, 6.50 Uhr