Jubelnde Eintracht-Spieler

Wie Eintracht Frankfurt in der Rückrunde auftreten will? Am liebsten genauso wie über weite Strecken der Hinrunde. Der Teamcheck.

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Bobic Interview im Trainingslager
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Der Countdown läuft: Am 18. Januar startet die Bundesliga mit dem Duell zwischen 1899 Hoffenheim und Rekordmeister Bayern München in die Rückrunde. Für Eintracht Frankfurt beginnt der Ernst des Pflichtspiel-Lebens einen Tag später mit der Heimpartie gegen den SC Freiburg. Im Europa-League-Sechzehntelfinale bekommen es die Hessen Mitte Februar mit dem ukrainischen Club Schachtar Donezk zu tun. Die Teamchecks zu den anderen Bundesligisten finden Sie in den kommenden Tagen bei sportschau.de.  

So lief die Hinrunde

Der holprige Saisonstart muss in Frankfurt streng genommen niemanden mehr beschäftigen – auch wenn es dieser ganz schön in sich hatte. Die 0:5-Klatsche im Supercup gegen den FC Bayern, das blamable Aus im DFB-Pokal bei Viertligist Ulm sowie eine Ausbeute von nur vier Punkten aus den ersten fünf Ligaspielen trieben manch einem Fan große Sorgenfalten auf die Stirn. Der Eintracht-Adler wollte im Sommer einfach nicht an Höhe gewinnen.

Doch was dann folgte, wirkte im Vergleich dazu wie ein Raketenstart. Zwischen Ende September und Anfang Dezember gelang den Hessen in Bundesliga und Europapokal eine beeindruckende Erfolgsserie von elf Spielen ohne Niederlage. Sage und schreibe zehn dieser elf Partien gewann Frankfurt, dazu gehören die Gala-Auftritte gegen Hannover 96 (4:1), Lazio Rom (4:1), Fortuna Düsseldorf (7:1) und Schalke 04 (3:0). Die überaus positiven Folgen: Rang sechs in der Hinrunden-Tabelle der Bundesliga und der Rekord, als erste deutsche Mannschaft alle sechs Gruppenspiele der Europa League für sich entschieden zu haben.

Wer kommt, wer geht

Wer in der Hinrunde derart gut Fußball spielt, kann sich während der Transferperiode im Winter für gewöhnlich zurücklehnen. Klar, Sportvorstand Fredi Bobic und Sportdirektor Bruno Hübner behalten den Markt aus beruflichen Gründen permanent im Blick. Der Rückkehr von Mittelfeldspieler Sebastian Rode auf Leihbasis – dem bislang einzigen Neuzugang – wird aber wohl kein "größerer" Transfer folgen. Das sagte Bobic im Trainingslager in den USA im Gespräch mit dem hr-sport, auch Hübner äußerte sich daraufhin ähnlich.

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Oli Mayer im Gespräch mit Bruno Hübner
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Stattdessen haben die beiden Manager ihre Ankündigung wahrgemacht und in Zusammenarbeit mit Trainer Adi Hütter den Kader an einigen Stellen vorübergehend ausgedünnt. Das Leihgeschäft mit Mittelfeldakteur Chico Geraldes wurde beendet, der Portugiese ist zu seinem Stammverein Sporting Lissabon zurückgekehrt. Ebenfalls auf Leihbasis sollen Torwart Felix Wiedwald (MSV Duisburg), Abwehrspieler Deji Beyreuther (Chemnitzer FC) und Stürmer Nicolai Müller (Hannover 96) in den kommenden Monaten anderweitig zu Spielpraxis kommen. Von den Leistungsträgern der Hinrunde wird die Eintracht hingegen niemand verlassen.

Der Trainer

Apropos Hütter: Der Coach, der im Sommer in die großen Fußstapfen von Pokalsieger Niko Kovac getreten war, hat seitdem so etwas wie eine persönliche Achterbahnfahrt hinter sich. Bereits vor dem Saisonstart hatten mehrere Wettanbieter den Österreicher als Kandidaten für die erste Trainerentlassung der Saison ausgemacht. Doch der 48-Jährige ließ sich nicht verunsichern, er hielt an seinem geliebten Powerfußball fest und impfte der Mannschaft nach und nach die richtige Balance zwischen offensiver Wucht und defensiver Stabilität ein.

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hhütter
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"Jedes Spiel steht auf des Messers Schneide", sagte Hütter kürzlich im Trainingslager in Florida. Mit dem Wechsel nach Frankfurt hatte sich für ihn auch der Traum von einem Job in der Bundesliga erfüllt. Sein Fazit nach der ersten Saisonhälfte: "Wir müssen konsequent, konzentriert, entschlossen abschließen und hinten wenige Fehler machen."

Erwartungen an die Rückrunde

Ein offizielles Saisonziel, das sich an einem bestimmten Tabellenplatz oder gar der Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb orientiert, gibt es bei der Eintracht auch nach der starken Hinrunde nicht. Klar ist aber auch: Die gleichermaßen sportlich wie stimmungstechnisch berauschenden Europa-League-Abende machen Lust auf mehr, manch ein Profi träumt in Interviews dementsprechend sogar von der Champions League. Und die Verantwortlichen? Haben vor allem die sportliche Weiterentwicklung des Teams im Blick.

Hütter möchte, dass die Mannschaft "wieder dahin kommt, wie sie schon Fußball gespielt hat. Daran wollen wir anschließen und zeigen, was uns stark macht". Hübner fordert, "dass wir immer 100 Prozent abrufen. Die Bundesliga ist so eng, da kann man sich fünf Prozent weniger nicht erlauben. Wenn wir die 100 Prozent abrufen, werden wir bestimmt auch eine gute Rückrunde spielen." Und Bobic weiß: "Die ersten Spiele sind mitentscheidend." Die Rückrunde wird zeigen, ob der Höhenflug des Eintracht-Adlers weitergeht.