Bas Dost und Wout Weghorst

Zwei Holländer mit Gardemaß und ein Portugiese mit Länderspielschub: Das Heimspiel von Eintracht Frankfurt gegen den VfL Wolfsburg ist ein Treffen der Topstürmer. Ob Bas Dost mitwirken kann, scheint jedoch offen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Dost: "Das schaffe ich nicht"

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Die beiden holländischen Stürmer Bas Dost und Wout Weghorst trennen exakt ein Zentimeter Körpergröße. Während der frühere Wolfsburger Dost 1,96 Meter misst, bringt es der jetzige Wolfsburger Weghorst auf 1,97 Meter. Zwei Mittelstürmer mit Gardemaß, zwei Mittelstürmer mit Torinstinkt. Dost hat in sieben Bundesliga-Spielen für Eintracht Frankfurt dreimal getroffen, Weghorst hat sich in dieser Spielzeit bereits fünfmal in die Torschützenliste eingetragen. "Ich habe immer Lust darauf, Tore zu schießen. Auch gegen Wolfsburg", sagte Dost mit Blick auf das direkte Aufeinandertreffen der beiden am Samstag (15.30 Uhr) in Frankfurt.

Ob die beiden Niederländer beim Duell der direkten Tabellen-Nachbarn allerdings tatsächlich im Mittelpunkt stehen werden, scheint offen. Das Problem: die Fitness von Dost.

Dosts Körper macht Probleme

Der 30-Jährige, der im Sommer von Sporting Lissabon nach Frankfurt kam, fremdelt noch immer mit der Härte der Bundesliga und hat weiterhin körperliche Defizite. Ein Wehwehchen hier, fehlende Kondition da, in den vergangenen Wochen zwickte zudem immer wieder die Leiste. Nach seinem ersten und einzigen Spiel über 90 Minuten in Freiburg (1:2), für das ihn die medizinische Abteilung fitknetete, ging gar nichts mehr. "Ich hatte Schmerzen am ganzen Körper", gewährte Dost am Mittwoch Einblick in seine Krankenakte.

Der als zentrale Figur geholte Torjäger und Ballverteiler ist auch nach knapp drei Monaten in Frankfurt noch nicht komplett angekommen. Von neun möglichen Bundesliga-Partien verpasste er zwei komplett, bei drei reichte es nur für einen Joker-Einsatz, bei drei weiteren wurde er frühzeitig ausgewechselt. "Das macht keinen Spaß, aber das gehört dazu. Zu meinem Alter, zur Situation, das muss ich akzeptieren."

Eine gravierende Besserung, auch das stellt Dost klar, ist erst einmal nicht in Sicht. Die acht verbleibenden Spiele bis zur Winterpause werde er nicht alle absolvieren können: "Ganz ehrlich: Das schaffe ich nicht." Ein Stürmer als Teilzeitkraft.

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Paciencia ist der neue Hoffnungsträger

In Abwesenheit und vor den Augen von Dost hat sich in der Zwischenzeit deshalb Goncalo Paciencia ins Rampenlicht gespielt. Der Portugiese, der in der vergangenen Saison erst lange verletzt war und dann im Schatten der Büffelherde stand, hat sich zum torgefährlichsten Frankfurter Profi gemausert. Mit sechs Saisontoren steht er auf Platz vier der Torschützenliste, vor einer Woche feierte er zudem sein Pflichtspiel-Debüt inklusive Premierentreffer in der portugiesischen Nationalelf. "Das ist ein großartiges Gefühl", fasste er seinen Gemütszustand zusammen.

Paciencia ist derzeit das heißeste Frankfurter Sturm-Eisen und wird auch gegen die Wölfe von Beginn an auflaufen. Ob an seiner Seite Dost oder Landsmann André Silva stürmen wird, entscheidet sich wohl kurzfristig. Obwohl Dost im Gegensatz zu Paciencia und Silva die Länderspielpause zur Regeneration nutzen konnte, ist sein Startelfeinsatz fraglich. "Ich muss schauen, wie die Entwicklung bis Samstag ist. Jetzt ist alles gut, aber ob ich spiele, weiß ich nicht."

Dost hofft auf schlechten Weghorst-Tag

So oder so: Dost und Weghorst, der erstmals seit langer Zeit wieder zum Kader der Elftal gehörte und beim 5:0 gegen Estland immerhin rund 30 Minuten mitwirken durfte, werden am Samstag im Fokus stehen und sich gegenseitig auf Finger und Füße schauen. "Ich bin stolz auf Wout und habe großen Respekt vor seiner Entwicklung", so Dost. "Ich hoffe aber, dass er gegen uns einen Scheiß-Tag hat und kein Tor schießt." Dost vs. Weghorst, das Duell ist eröffnet. Wenn die Knochen mitspielen.