Ragnar Ache im Training vor Olympia

Nach der Absagenflut fürs deutsche Olympia-Fußballteam steht nun ein Spieler von Eintracht Frankfurt im Fokus: Ragnar Ache genießt das Vertrauen von Trainer Stefan Kuntz und hat seine ganz eigenen Tricks für die Japan-Reise.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ragnar Ache: "Ich lerne über Animes japanisch"

Ragnar Ache von Eintracht Frankfurt
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Er ist spät berufen worden, aber dennoch bestens vorbereitet für Olympia: Frankfurts Stürmer Ragnar Ache schaut leidenschaftlich gerne Animes und hat dadurch schon einige Worte japanisch gelernt. "Dankeschön" und "Gern geschehen" kann er schon einmal sagen - und sein großer Dank gebührt derzeit Stefan Kuntz und der Eintracht.

Kuntz, Trainer der U21 und der deutschen Olympia-Auswahl, scherzte am Dienstag in Frankfurt, dass er mit seinem Team Ache in Holland seinerzeit "ausgegraben" habe. Erst danach wurde Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic auf den Angreifer aufmerksam. Nach Aches langer Verletzungspause und den vielen Absagen für das deutsche Team besann sich Kuntz nun wieder seiner damaligen Entdeckung.

Ache: "Ich bin fit und will mich in der neuen Saison zeigen"

Er rief Ache an, als dieser daheim eigentlich gerade schlafen gehen wollte. Die Nummer von Kuntz hatte der 22-Jährige aber zum Glück noch eingespeichert. "Er hat sich ein Loch in den Bauch gefreut", so Kuntz. Ache ergänzt: "Auch wegen meiner Verletzung hatte ich eigentlich gar nicht mehr an Olympia gedacht."

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Stefan Kuntz über Ragnar Ache: "Entwicklung über dem Schnitt"

Stefan Kuntz
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Wegen einer langwierigen Oberschenkelverletzung war er in der abgelaufenen Saison lediglich auf sieben Einsätze gekommen. Immerhin konnte er sich nach seiner Einwechslung gegen die Bayern beweisen und schoss im letzten Saisonspiel gegen Freiburg sogar ein Tor. "Ich bin jetzt fit und will mich in der neuen Saison zeigen", sagte Ache am Dienstag.

Im Gegensatz zu anderen Vereinen kooperiert die Eintracht

"Seine Entwicklung ist eigentlich über dem Schnitt", lobt auch Kuntz, der dem Frankfurter großes Vertrauen entgegen bringt. Auch bei der Eintracht wird Ache immer wieder als eine der Nachwuchshoffnungen genannt, wenn es darum geht, das Erbe vom abgewanderten Toptorjäger André Silva auf mehrere Schultern zu verteilen.

In diesem Sommer ist es da schon bemerkenswert, dass die Eintracht die Abstellung bewilligte. Viele andere Konkurrenten aus der Bundesliga stellten sich quer, so mancher Spieler will lieber die Vorbereitung im Verein mitmachen, als in Tokio auf Medaillenjagd zu gehen.

Beispiel Gnabry - Olympia als Katalysator

Die Folge: Deutschland reist nicht mit vollem Kader zu den Spielen, was gerade im Vergleich zu anderen Nationen und Sportarten wie ein Hohn wirkt. Auch Stefan Kuntz wies am Dienstag noch einmal darauf hin, dass Vereine eigentlich ein Interesse an der Abstellung haben dürften.

Schließlich schnellt bei einem olympischen Turnier auch der Marktwert der Spieler in die Höhe. Das beste Beispiel für Olympia als Katalysator für die Karriere ist Serge Gnabry, der beim letzten Turnier in Brasilien erstmals vor einer großen Öffentlichkeit auftrumpfte.

Aches Ziel: Viele Spiele und Medaille

Ache will auch deswegen wertvolle Erfahrungen sammeln. "Viele große Spieler sind hier dabei, von denen ich lernen kann. Früher habe ich sie noch im Fernsehen verfolgt." Namentlich Maximilian Arnold vom VfL Wolfsburg oder Max Kruse von Union Berlin gehören zu den Arrivierten.

Kruse kündigte an, mit seiner Routine dem Team helfen zu wollen und gleichzeitig für Spaß in der Truppe zu sorgen. Arnold sagte am Dienstag, dass er nicht nur zum Kaffeetrinken zu Olympia fahre. Ache drückt es ebenso ambitioniert aus: "Ich will eine Medaille holen und so viele Spiele machen, wie es geht."