Fredi Bobic sitzt mit Sonnenbrille auf der Tribüne im Grünwalder Stadion in München

Die Pfeile fliegen hin und her bei Eintracht Frankfurt. Erst brachte Sportvorstand Fredi Bobic die Fans mit einem Interview zur Weißglut. Dann folgte die Schelte von Vorstandssprecher Axel Hellmann. Nun wehrt sich wiederum Bobic. Mit markigen Worten. Auch gegen einen Spieler und Aufsichtsratschef Philip Holzer.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Bobic: "Das ist sehr billig"

Fredi Bobic
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Eintracht Frankfurts scheidender Sportvorstand Fredi Bobic bewertet trotz des Verspielens der Champions League die Saison des hessischen Fußball-Bundesligisten mit einer "glatten Eins". "Die lasse ich mir auch von niemandem kaputtreden", sagte der 49-Jährige im Interview der Sport Bild. "Mit der Champions League wäre es eine Eins plus gewesen."

Nachdem die Eintracht zuletzt mit dem 3:4 gegen Absteiger FC Schalke 04 die erstmalige Teilnahme an der Champions League verspielt hatte und die Saison als Fünfter beendet, war teils heftige Kritik lautgeworden. Bobic konterte: "Es ist die beste Spielzeit für Eintracht Frankfurt seit 25 Jahren. Die Art und Weise des Fußballs war sehr ansehnlich. Dazu kommt: Was hat man uns denn bitte vor der Saison zugetraut? Einen langweiligen Mittelfeldplatz", sagte Bobic.

Bobic wirft der Eintracht Indiskretion vor

Den Vorwurf, dass die Hessen nach seiner Wechselankündigung zu Hertha BSC und dem Abgang von Trainer Adi Hütter zu Borussia Mönchengladbach im Saisonendspurt einbrachen, lässt er nicht gelten. "Ich habe nicht ansatzweise das Gefühl gehabt, dass sich die Mannschaft dadurch - im Training, in der Vorbereitung, im gesamten Handeln - verändert hätte", sagte der frühere Nationalstürmer. Vor allem die Kritik gegen Hütter findet Bobic unberechtigt.

Bobic warf Eintracht-Verantwortlichen zudem vor, Interna zu seiner Person ausgeplaudert zu haben. Auf "die Verkündung meines Weggangs, die ja nicht von mir, sondern durch eine Indiskretion aus dem Verein erfolgte", habe er reagieren müssen, sagte Bobic. Sein Abschied und der von Adi Hütter habe einige auf den Plan gerufen, die schlechte Stimmung verbreiten wollten.

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Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann hatte die Aussagen von Hütter und vor allem von Bobic nach der Schalke-Niederlage kritisiert. "Wenn du aus den Spielen gegen Mainz und Schalke nur einen Punkt holst, hast du sportlich versagt. Das ist nicht der Zeitpunkt, sich über den fünften Platz zu freuen oder als Erfolg zu verkaufen. Diese Schönrederei ist das falsche Signal", so Hellmann.

Bobic nimmt Hütter in Schutz

Bobic stellte sich indes vor Trainer Hütter, der ebenfalls in der Kritik steht. Der Österreicher hatte im Februar noch gesagt, dass er bei der Eintracht bleibt. Im April kam dann die Wechselmeldung. "Adi Hütter hat es nicht verdient, wie mit ihm umgegangen wird. Er hat die letzten drei Jahre Überragendes für die Eintracht geleistet", sagte Bobic und bekräftigte, dass Hütters Entscheidung gegen Frankfurt erst in der Länderspielpause im März und nicht schon im Februar gefallen sei.

Sich selbst stellt er nach fünf Jahren bei der Eintracht ein gutes Zeugnis aus: "Ich habe geliefert, ich habe Wort gehalten, was ich zu Beginn meines Engagements bei der Eintracht gesagt habe. Dass das jetzt manche so nicht mehr sehen wollen - das ist Teil des Business."

Bobic watscht Rode und Holzer ab

Der scheidende Sportvorstand schießt verbal auch gegen Mittelfeldspieler Sebastian Rode. Dieser hatte nach der Niederlage auf Schalke gesagt: "Das uns der Abgang von Adi Hütter beeinflusst, ist nicht mehr von der Hand zu weisen." Das sieht Bobic ganz anders. Er habe solche Worte von Rode persönlich noch nie gehört. "Ich finde diese Aussagen nicht professionell: Auch als Spieler muss man immer zuerst auf die eigene Leistung schauen." Genau das hatte Rode jedoch zuvor in dem Interview mit der Sportschau getan.

Zudem bekommt auch noch Aufsichtsratsboss Philip Holzer von Bobic etwas zu hören. "Aus meiner Sicht hat dieser Prozess [die Suche nach einem neuen Sportvorstand - Anmerkung der Redaktion] aber zu lange gedauert, und dadurch ist der künftige Trainer auch noch nicht verkündet." Ein Satz, der die verbliebene Eintracht-Führung sicherlich auf die Palme bringen wird. Bei der Eintracht war Holzer mit der Suche nach einem Nachfolger von Bobic betraut.