Bobic Hübner

Ex-Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic hat in einem langen Interview bei 11Freunde auf seinen Abschied aus Frankfurt zurückgeblickt. Bobic nimmt Adi Hütter in Schutz, räumt einen Fehler ein und erzählt vom Polizeischutz beim letzten Spiel.

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Eintracht Frankfurt Fredi Bobic still Sportschau
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Fredi Bobic hat in einem langen Interview in der aktuellen Ausgabe des Magazins 11Freunde auf seine Zeit bei Eintracht Frankfurt zurückgeblickt. "Die letzten zwei Monate in Frankfurt hätte ich mir gern erspart. Da ist vieles aus dem Ruder gelaufen", sagte der ehemalige Sportvorstand. Bobic erzählt, dass er zu seiner Verwunderung durch die Behörden am letzten Spieltag einen Polizeischutz gestellt bekam. "Das darf man nicht an sich ranlassen."

Bobic betonte im Interview noch einmal, dass er intern seinen Abschied bereits im Februar 2020 angekündigt hatte. "Nach dem 3:1-Sieg im Pokal gegen Leipzig merkte ich, dass es Zeit für etwas Neues wird." Aufgrund der Corona-Pandemie habe er sich allerdings "auf Wunsch des Aufsichtsratschefs" zu einem weiteren Jahr überreden lassen. Ohne Corona hätte er die Eintracht bereits im vergangenen Sommer verlassen. "Es kam ständig was rein, auch Angebote, bei denen ich jetzt in der Sonne läge und das Geld vom Himmel regnen würde. Aber darum geht es mir nicht", so Bobic.

Bobic: "Ich war zu naiv."

Zur Bilanz der abgeschlossenen Saison sagte der 49-Jährige scherzhaft: "Wir sind auf Platz fünf abgestiegen." Und weiter: "So kam es von vielen Seiten bei mir an, was mich doch geärgert hat." Die beiden Transferperioden in dieser Spielzeit bezeichnete der Neu-Berliner als beste seiner gesamten Amtszeit. "Gefeiert wurde ich für die Jahre zuvor, aber das letzte Jahr war bei genauerer Betrachtung das beste."

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Heimspiel vom 15.03.2021
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Auf die Frage nach seinen persönlichen Fehlern sagte er: "Ich war zu naiv." Nach dem Pokalsieg 2018 habe er "ohne Not" bis 2023 verlängert und sich nur per Handschlag zusichern lassen, dass er jederzeit die Eintracht verlassen könne. "Das hätte ich mir schriftlich geben lassen müssen. Den internen Zirkel habe ich dann im Juni 2020 über mein Vorhaben informiert."

Bobic: "Habe bis zum letzten Tag durchgezogen."

Außerdem nahm Bobic den ebenfalls scheidenden Trainer Adi Hütter in Schutz: "Ich kann Ihnen versichern, dass Adi sich bis Ende März auf nichts anderes als auf unsere Spiele konzentriert hat. Erst in der Länderspielpause traf er in Österreich seinen Berater und der informierte ihn über das Interesse der Gladbacher. Da war dummerweise schon bekannt, dass ich gehe." Max Eberl, der Verantwortliche bei Hütters neuem Klub Mönchengladbach, habe das clever gemacht.

Generell schlug Bobic versöhnliche Töne an. "Die fünf Jahre (in Frankfurt) waren super. So gut, dass ich mich zwischenzeitlich sogar fragte, wann wohl der Rückschlag kommt. Aber am Ende wurde dann vieles schlecht geredet. Ich kann nur sagen, dass ich bis zu meinem letzten Tag durchgezogen habe."