Fredi Bobic am Gelände der Hertha.

Fredi Bobic kehrt erstmals nach Frankfurt zurück. Trotz der Verstimmungen zum Ende seiner Amtszeit spricht er von großer Vorfreude - und warnt die Berliner vor dem Zusammenspiel von Fans und Spielern bei der Eintracht.

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Audioseite Boateng und Bobic: "Tolle Zeit in Frankfurt"

Fredi Bobic und Kevin Prince Boateng (l.)
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Am Samstag kehrt Fredi Bobic als Geschäftsführer von Hertha BSC an seine alte Wirkungsstätte Frankfurt zurück. Vor dem Spiel gegen die Eintracht (Samstag, 15.30 Uhr) sprach Bobic in einer Pressekonferenz über seine Gefühlslage und die angespannte Situation in Berlin.

Fredi Bobic über...

.. den Bayernsieg-Fluch der Eintracht:

"Ich wusste gar nichts von dem Fluch, habe jetzt erst davon gelesen, dass die Eintracht nach großen Siegen gegen die Bayern danach erst einmal ein bisschen Probleme hatte. Wir hätten nichts dagegen, wenn es so bliebe. Aber das liegt natürlich an uns."

... die Gefühlslage vor der Rückkehr:

"Es ist nicht so, dass ich voller Nervosität bin, sondern ich freue mich einfach persönlich auf die Rückkehr. Wir hatten fünf tolle Jahre. Ich freue mich, wieder Menschen zu sehen, mit denen ich lange zusammen gearbeitet habe. Und natürlich auf das volle Stadion mit 40.000 Fans. Die Atmosphäre in Frankfurt ist immer atemberaubend für beide Mannschaften. Da können wir uns auch stimulieren lassen."

... die Tatsache, dass er als Tabellen-14. nach Frankfurt zurückkehrt:

"Typische Bild-Frage. Wir sind Vierzehnter, das ist eine Momentaufnahme. Ich bin nicht hierhergekommen mit dem Gedanken: Wir müssen jetzt unbedingt vor der Eintracht landen. Es geht um unsere Entwicklung, wir müssen auf uns schauen. Ich habe mich aber über den Sieg der Eintracht in München gefreut und hatte auch mit dem einen oder anderen Kontakt. Da gab es schöne Antworten zurück."

... die sportliche Herausforderung in Frankfurt:

"Man weiß ja, was einen in Frankfurt erwartet: eine Mannschaft, die sehr körperbetont spielen kann, die sich von den Fans mitreißen lassen kann. Es ist eine gute Mannschaft mit richtig guten Einzelspielern. Dementsprechend wird es für uns eine schwere Aufgabe sein, aber diese Hürden musst du gehen."

... die sportliche Situation bei Hertha:

Ich glaube nicht, dass wir zufrieden sind. Wir haben drei Spiele mit dem Pokal gewonnen, fünf verloren. Eins ist auch klar: Wir arbeiten hart dran, dass wir Stabilität reinbekommen. Dass wieder Ruhe und der Fokus einkehrt, auf die wichtigen Dinge. Und wir hoffen, dass diese Verletztenflut dann auch aufhört.

... die Auflösung des Vertrages von CEO Carsten Schmidt:

"Es hat mich auch persönlich angefasst, es ist für uns ein großer Verlust. Ich persönlich habe sehr gerne mit ihm zusammen gearbeitet. Doch irgendwann gibt es eine Grenze, an der du dich zwischen Familie und Arbeit entscheiden musst. Ich habe großen Respekt und Hochachtung vor seiner Entscheidung. Familie geht bei mir auch immer vor. Für mich bedeutet es, dass ich noch einen Tick mehr zu tun habe, aber davor habe ich keine Angst. Ich freue mich immer, wenn ich viel Arbeit habe – so bleibe ich jung."